Rechtsschutzversicherung Finanzielles Risiko bei Streitigkeiten vermeiden

Rechtsschutzversicherung

  • Anbieter vergleichen- Beiträge sparen
  • Alle Lebensbereiche abgesichert
  • Schutz vor Anwaltskosten
 

Welche Kosten übernimmt der Rechtsschutz?

Wenn eine Rechtsschutzversicherung die Kosten für Ihren Rechtsstreit übernimmt, werden alle Kosten übernommen:
  • Anwaltskosten
  • Gerichtskosten
  • Gebühren für Zeugen und gerichtlich bestellte Sachverständige
  • Übersetzungen sowie Auslagen für Gutachten
  • Vollstreckungskosten aus dem Urteil heraus
  • Kosten des Prozessgegners bei einer Niederlage vor Gericht
  • zinslose Darlehen für Strafkautionen im Ausland
Eine private Rechtsschutzversicherung trägt aber nicht nur die Kosten, wenn Sie mit Ihrem Kontrahenten vor Gericht ziehen. In den meisten Rechtsbereichen werden auch die Kosten für außergerichtliche Streitigkeiten übernommen, dazu zählen:
  • Kosten für Beistand in Verwaltungswiderspruchsverfahren
  • Kosten für eine rechtliche Erstberatung
  • Kosten für anwaltliche Vermittlungsbemühungen zwischen den Parteien
  • Mediationskosten

Rechtsschutz: Das sind die Bausteine

Es werden folgende Bausteine angeboten:
  • Privatrechtsschutz: Schützt Sie in Ihrem privaten Lebensumfeld, etwa, wenn Sie Streit nach dem Kauf neuer Möbel mit dem Lieferanten haben. Auch Familien-Rechtsschutz kann ein wichtiger Bestand des privaten Rechtsschutz sein. 
     
  • Arbeitsrechtsschutz: Mit diesem Baustein für die private Rechtsschutzversicherung werden alle Streitigkeiten aus bestehenden Arbeits- und Dienstverhältnissen versichert. Der Arbeitsrechtsschutz springt dann zum Beispiel ein, wenn Ihnen gekündigt wird, Sie kein Gehalt mehr bekommen oder es Streit ums Arbeitszeugnis gibt.
     
  • Verkehrs-Rechtsschutz: Sinnvoll zum Beispiel dann, wenn Sie in einen Unfall verwickelt sind oder zu Unrecht eines Verkehrsdelikts beschuldigt werden - in einem solchen Fall steht der Verkehrs-Rechtsschutz Ihnen zur Seite.
     
  • Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz: Mit diesem Baustein für die Rechtsschutzversicherung versichern Sie Streitigkeiten rund ums Wohnen, Mieten und Vermieten – je nachdem, was abgedeckt ist. Bei diesem Mietrechtsschutz steht Ihnen die Versicherung dann bei, wenn Ihnen die Mietwohnung wegen Eigenbedarfs gekündigt wird. Und wenn Sie als Besitzer einer Eigentumswohnung entsprechenden Rechtsschutz vereinbaren, hilft die Rechtsschutzversicherung, falls es mit den Miteigentümern Streit um das Wohngeld in der Wohnanlage geben sollte.
     
  • Vermieterrechtsschutz: Als Vermieter einer oder mehrere Immobilien kann es schnell zu Streit mit den Mietern kommen - etwa wegen einer Nebenkostenabrechnung. Ein Vermieterrechtsschutz hilft Ihnen dann, Ihre berechtigten Interessen durchzusetzen.
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Welche Leistungen sollten im Rechtsschutz mitversichert sein?

In der Rechtsschutzversicherung sind in den einzelnen Bausteinen bestimmte Leistungs- und Lebensbereiche abgedeckt – die wichtigsten hier im Überblick.

Schadensersatz-Rechtsschutz +

Hiermit versichert der Rechtsschutz Schadensersatzansprüche, wenn Sie zum Beispiel einen Verkehrsunfall erleiden und den Unfallgegner auf Schadensersatz verklagen wollen. Wenn es darum geht, Schadensersatzansprüche abzuwehren, hilft übrigens in aller Regel die Haftpflichtversicherung, die dann quasi als private Rechtsschutzversicherung fungiert.

Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht +

Hier sind über die Rechtsschutzversicherung alle Streitigkeiten abgedeckt, die sich aus gesetzlichen Schuldverhältnissen sowie aus dinglichen Rechten an beweglichen Sachen ergeben können. Klassisches Beispiel dafür ist der Streit mit dem Verkäufer, wenn Gewährleistungsansprüche geltend gemacht werden. Gesetzliche Schuldverhältnisse können sich zum Beispiel bei einer ungerechtfertigten Bereicherung ergeben: Sie überweisen Geld auf ein falsches Konto, und der Kontoinhaber erstattet Ihnen das Geld nicht.

Beratungs-Rechtsschutz +

Bei rechtlichen Fragestellungen aus dem Bereich des Familienrechts, Lebenspartnerschaftsrechts oder Erbrechts werden die Kosten der anwaltlichen Beratung übernommen, wenn sich die individuelle Rechtslage geändert hat. Eine solche Änderung der Rechtslage liegt beispielsweise im Falle einer Scheidung vor. Auch diesen Bereich sollte die private Rechtsschutzversicherung abdecken.

Straf-Rechtsschutz +

Mit diesem Baustein für die Rechtsschutzversicherung sichern Sie sich die Verteidigung in einem möglichen Strafverfahren. Der Schutz ist in diesem Bereich jedoch sehr eingeschränkt, so besteht zum Beispiel bei einer vorsätzlich begangenen Tat kein Versicherungsschutz. Zusätzlich ist in vielen Verträgen die Vereinbarung eines Spezialrechtsschutzes möglich. Es ist dann möglich, dass die Versicherung die Kosten für das Strafverfahren auch dann übernimmt, wenn Sie wegen einer vorsätzlichen Straftat angeklagt werden – nur bei einer tatsächlichen Verurteilung sind die Kosten dann zu erstatten.

Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz +

Hier werden vom Rechtsschutz die Kosten übernommen, wenn ein Ordnungswidrigkeiten- bzw. Bußgeldverfahren gegen Sie eingeleitet wird. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie eine rote Ampel überfahren. Wenn Sie Steuer-Rechtsschutz genießen, steht die private Rechtsschutzversicherung ein, wenn Sie Klage vor einem deutschen Finanzgericht oder Verwaltungsgericht erheben. Beachten Sie bitte: Für den vor der Klage stehenden Einspruch besteht in der Regel kein Versicherungsschutz.

Sozialgerichts-Rechtsschutz +

Hier übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Kosten für das Verfahren vor Gericht – in der Regel jedoch nicht für das Widerspruchsverfahren.

Verwaltungs-Rechtsschutz in Verkehrssachen +

Dieses Modul betrifft alle Rechtsstreitigkeiten rund um den Führerschein – ausgenommen sind jedoch Straf- oder Ordnungswidrigkeitsverfahren, denn hier greift der Rechtsschutz nur, wenn Sie einen Straf-Rechtsschutz oder Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz vereinbart haben.

Disziplinar- und Standes-Rechtsschutz +

Diesen Rechtsschutz-Bereich benötigen Sie, wenn für Sie Disziplinarvorschriften (zum Beispiel als Beamter oder Soldat) oder standesrechtliche Vorschriften (zum Beispiel für Ärzte, Apotheker oder Rechtsanwälte) gelten.

Opfer-Rechtsschutz +

Dieser Baustein ist vor allem für Nebenkläger in einem Strafverfahren von Interesse, denn Rechtsschutz wird in diesem Fall gewährleistet, wenn es um die Strafverfolgung von Straftätern geht. Damit der Rechtsschutz greift, müssen dem Täter bestimmte Straftaten vorgeworfen werden, die in den Versicherungsbedingungen für die private Rechtsschutzversicherung spezifiziert sind.

Rechtsschutz in Ehesachen +

Versichert ist mit diesem Modul Ihre rechtliche Beratung wegen einer Scheidung oder Scheidungsfolgesachen vor einem deutschen Familiengericht. Versichert sind sowohl der Versicherungsnehmer als auch der Ehegatte.

Internetrechtsschutz +

Einige Rechtsschutzversicherungen bieten mittlerweile als Ergänzung zur privaten Rechtsschutzversicherung sogenannte Internet-Rechtsschutzversicherungen an. Hier schützt der Rechtsschutz Sie bei
  • Verletzungen des Persönlichkeitsrechts, wenn jemand im Internet Ihr Foto ohne Ihre Einwilligung verwendet, bei
  • Daten- und Identitätsdiebstahl, wenn beispielsweise jemand Ihre Kreditkartendaten missbräuchlich nutzt und damit einkauft, bei
  • rufschädigenden Inhalten, wenn beispielsweise jemand Sie im Internet auf einer sozialen Plattform verleumdet und Sie auf eine Löschung der Daten drängen.

Telefonische Rechtsberatung +

Nicht jeder Rechtsstreit muss gleich beim Anwalt oder vor Gericht landen – oft hilft schon die Auskunft eines kompetenten Anwalts, um einschätzen zu können, wer Recht hat und wer nicht. Eine gute Rechtsschutzversicherung bietet deshalb eine telefonische Rechtsberatung, die eine solche Lotsen-Funktion wahrnimmt.

Freie Anwaltswahl +

Mit heiklen Rechtsfragen – die womöglich erhebliche finanzielle Auswirkungen haben – möchte man am liebsten einen Anwalt seines Vertrauens beauftragen. Deshalb sollte Ihre Rechtsschutzversicherung eine freie Anwaltswahl vorsehen. Schauen Sie in den Bedingungen genau hin, wenn Ihnen die freie Anwaltswahl wichtig ist: Oft ist der Wegfall von Selbstbeteiligungen daran geknüpft, dass ein von der Rechtsschutzversicherung vorgeschlagener Anwalt beauftragt wird.
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Wer ist mitversichert im Rechtsschutz?

Bei der Antwort auf die Frage der Mitversicherung im Rechtsschutz ist je nach Tarif zu unterscheiden:

Single-Tarif: Hier sind nur Sie selbst als versicherte Person geschützt.

Familien-Tarif: Mit einem solchen Rechtsschutz-Tarif sind Ehepartner, Partner und Kinder mitversichert – ein nichtehelicher Partner muss namentlich in den Vertrag aufgenommen werden. Ihre Kinder sind mitversichert, solange sie minderjährig oder volljährig, aber noch in der Ausbildung und ledig sind. In machen Tarifen sind auch die eigenen Eltern mitversichert, wenn die im Haushalt leben.

Wo gilt der Rechtsschutz?

Reisen ins Ausland sind heute selbstverständlich – privat wie auch beruflich. Eine Rechtsschutzversicherung kann mitreisen.

Schutz in der EU
In der Regel gelten Rechtsschutzversicherungen heute EU-weit – Unterschiede kann es bei der Frage geben, ob die angrenzenden Mittelmeerländer, die Kanaren oder auch die Schweiz und Norwegen in den Geltungsbereich fallen.

Weltweiter Schutz
Dünner wird das Angebot an Rechtsschutzversicherungen dann bereits, wenn es um einen weltweiten Schutz geht. Das gilt umso mehr, wenn die Versicherungssumme auch noch ausreichend sein soll. Denn viele Rechtsschutzversicherungen leisten außerhalb der EU gar nicht – und wenn doch, dann nur mit begrenzten Versicherungssummen. Auch eine zeitliche Begrenzung von Auslandsreisen kann zu einem Problem werden, wenn Sie zum Beispiel für längere Zeit beruflich ins Ausland gehen.

Tipp: Weltweiter Schutz - auf das Kleingedruckte achten

Beim weltweiten Schutz für die private Rechtsschutzversicherung ist es wichtig, dass nicht der Ort entscheidend ist, wo der Rechtsstreit seinen Ausgangspunkt hat, sondern wo Sie klagen möchten. Wollen Sie also bei einem Rechtsstreit mit Ausgangspunkt in Deutschland einen US-Amerikaner in New York verklagen, brauchen Sie eine Rechtsschutzversicherung mit weltweiter Gültigkeit.

Kann ich die Rechtsschutzversicherung sofort nach Vertragsabschluss in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich sehen Rechtsschutzversicherungen in Ihren Bedingungen in aller Regel eine Wartezeit vor. Eine Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit gibt es leider nicht. Trotzdem können bestimmte Bereiche von der Wartezeit ausgenommen werden, unter anderem:
  • Schadensersatz-Rechtsschutz
  • Disziplinar- und Standes-Rechtsschutz
  • Straf-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz für das Opfer von Gewaltstraftaten
  • Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz im Familien-, Lebenspartnerschafts- und Erbrecht
  • Rechtsschutz in Betreuungsverfahren
  • Je nach Vertrag auch bei Mediationen

Brauchen Selbstständige Rechtsschutz?

Bei Selbstständigen ist die finanzielle Situation bei Rechtsstreitigkeiten nicht anders als bei Angestellten oder auch Rentnern und Studenten: Der Rechtsschutz federt das finanzielle Risiko einer rechtlichen Auseinandersetzung ab, wenn die durch den Gang zum Gericht oder das Einschalten eines Anwaltes teuer wird. Wichtig für Selbstständige:
  • Der Vertrag muss ausdrücklich auch die Selbstständigkeit mitversichern – dabei geht es nicht um Rechtsstreitigkeiten rund um die Firma, sondern darum, dass für Selbstständige spezielle Tarife auch im privaten Rechtsschutz gelten.
  • Das Risiko einer rechtlichen Auseinandersetzung rund um die eigene Firma muss separat mit einer Unternehmens-Rechtsschutzversicherung abgedeckt werden.

Rechtsschutz: Ersparnis durch Selbstbeteiligung

Viele Rechtsschutzversicherungen bieten heute Verträge mit einer Selbstbeteiligung von bis zu 500 Euro an. Der Rechtsschutz ist dadurch im Schnitt zehn bis 30 Prozent günstiger als ohne Selbstbeteiligung, sodass sich die Auswahl einer Rechtsschutzversicherung mit einer Selbstbeteiligung durchaus lohnt. Grundsätzlich sollte die Rechtsschutzversicherung ohnehin nur bei größeren Rechtstreitigkeiten in Anspruch genommen werden, deren Kosten deutlich über der Selbstbeteiligung liegen dürften.

Tipp: Erstberatung ohne Selbstbeteiligung sichern

Interessant ist im Übrigen Rechtsschutz, der auf die Selbstbeteiligung verzichtet, wenn sich der Rechtsstreit nach der Erstberatung durch den Anwalt erledigt hat – so sparen Sie bei einfachen und leicht zu klärenden Fällen die Selbstbeteiligung und haben trotzdem anwaltlichen Rat mithilfe der Rechtsschutzversicherung erhalten.

Rechtsschutz im Test – das müssen Sie wissen

Rechtsschutzversicherungen gehören zu den am meisten getesteten Versicherungen: Für Sie kann ein Test des Rechtsschutzes hilfreich bei der Wahl der richtigen Versicherung sein. Denn beim Rechtsschutz-Test werden nicht nur die Bedingungswerke der Rechtsschutzversicherungen durchleuchtet, sondern auch die Servicefreundlichkeit und Kompetenz der Versicherungen bis hin zur Schadensregulierung. Schauen Sie also ruhig einmal in den aktuellsten Rechtsschutz-Test hinein – alles zum Test der Rechtsschutzversicherung erfahren Sie hier.

Rechtsschutzversicherung wechseln – Vorsicht bei zu vielen Streitigkeiten!

Viele spielen mit dem Gedanken, Ihre Rechtsschutzversicherung zu kündigen und zu wechseln – vor allem, wenn sie teurer wird, wenn es leistungsstärkere Rechtsschutzversicherungen zu vergleichbaren Beiträgen gibt oder wenn Schäden nicht so reguliert werden, wie die Versicherten das erwarten. Grundsätzlich spricht natürlich nichts gegen einen Wechsel, allerdings ist Vorsicht geboten, wenn Sie in der Vergangenheit häufiger Streitfälle von der Rechtsschutzversicherung haben regulieren lassen. Mit Vorschäden ist es deutlich schwerer, einen neuen Versicherer zu finden – kündigen Sie also bestehenden Rechtsschutz erst dann, wenn der neue Vertrag unterschrieben ist.

Häufige Fragen zur Rechtsschutzversicherung

Brauche ich eine Rechtsschutzversicherung? +

Eine Rechtsschutzversicherung springt immer dann ein, wenn Sie einen Anwalt beauftragen oder sogar vor Gericht ziehen müssen, und reduziert Ihr finanzielles Risiko erheblich. Und ein Rechtsstreit kann sehr schnell eintreten: Ein Autofahrer verursacht bei Ihnen einen Auffahrunfall, weigert sich dann aber strikt, dafür die Kosten zu tragen – Ihr Vermieter behält nach Ihrem Auszug grundlos Ihre Kaution ein – oder Sie werden bei Internetkäufen übers Ohr gehauen. Eine Rechtsschutzversicherung entlastet Sie dann, wenn Sie Ihr gutes Recht durchsetzen möchten.

Wann trägt die Rechtsschutzversicherung die Kosten nicht? +

Bei vorsätzlich begangenen Straftaten besteht – das ist logisch und nachvollziehbar – natürlich keinerlei Versicherungsschutz. Und auch Streitigkeiten im Baurecht, bei Geldanlagen und im Immobilienrecht unterfallen häufig nicht dem Versicherungsschutz!

Wie sinnvoll ist eine Selbstbeteiligung bei der Rechtsschutzversicherung? +

Eine Selbstbeteiligung bei der Rechtsschutzversicherung ist für Versicherungsnehmer durchaus sinnvoll. Zum einen deshalb, weil eine Selbstbeteiligung von 300 bis 500 Euro den Versicherungsbeitrag spürbar verringert, und zum anderen, weil Versicherte mit einer Selbstbeteiligung nicht wegen jeder Lappalie einen Anwalt bemühen oder vor Gericht ziehen. Solche Streitfreudigkeit kann nämlich zu einer Kündigung des Versicherungsvertrags durch den Rechtsschutzversicherer führen. Friedliebendes Verhalten wird überdies auch noch von manchen Versicherern belohnt: Wenn Sie längere Zeit nicht Ihren Rechtsanwalt bemühen, wird Ihre Selbstbeteiligung im Rechtsschutz abgesenkt.

Wie hoch sollte die Deckungssumme meiner Rechtsschutzversicherung sein? +

Versicherungsnehmer sollten, da ein juristischer Streit rasch sehr kostspielig werden kann, eine private Rechtsschutzversicherung abschließen, die möglichst eine unbegrenzte Deckung hat.

Wer braucht keine Rechtsschutzversicherung? +

Manche benötigen bestimmte Bausteine der Rechtsschutzversicherung nicht, da sie bereits anderweitig deren Rechtsschutz genießen. So sind beispielsweise Mitglieder eines Mietervereins bereits im Bereich des Mietrechtsschutzes durch ihre Mitgliedschaft abgesichert. Gewerkschaftsmitglieder benötigen im Falle von Arbeitsrechtsauseinandersetzungen keinen Arbeitsrechtsschutz mehr. Selbstständige benötigen einen Rechtsschutzversicherer für die betrieblichen Streitigkeiten. Und sowohl die private Haftpflicht als auch die Kfz-Haftpflicht funktionieren immer dann wie eine Rechtsschutzversicherung, wenn Schadenersatzansprüche an den Versicherungsnehmer herangetragen werden. Der Versicherer überprüft dann automatisch deren Rechtmäßigkeit und übernimmt auch vor Gericht die Vertretung des Versicherten.

Kann ich die Kosten für meine Rechtsschutzversicherung von der Steuer absetzen? +

Als Werbungskosten gelten die Beiträge für den Arbeitsrechtsschutz, der den Arbeitsplatz schützt. Demnach können diejenigen, die einen einzelnen Berufs- oder Firmenrechtsschutz vereinbart haben, diese Rechtsschutzversicherung vollständig geltend machen, und zwar in der Anlage N ihrer Einkommensteuererklärung. Wenn die private Rechtsschutzversicherung nur in Verbindung mit einem privaten Rechtsschutz abgeschlossen werden konnte, wie es häufig der Fall ist, dann ist der Beitrag für die Rechtsschutzversicherung lediglich anteilig absetzbar. In der Regel wird die Hälfte der Beträge als Werbungskosten vom Finanzamt anerkannt. Falls Sie eine Kombi-Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, stellt Ihnen Ihr Versicherer einen Beleg über die Höhe des Beitrags für den Versicherungsbaustein Berufsrechtsschutz aus. Diesen Teilbeitrag können Sie in Ihrer Steuerklärung geltend machen.

Was passiert, wenn ich meine Beiträge nicht mehr zahlen kann? +

Meist erlaubt Ihnen Ihre private Rechtsschutzversicherung eine Ratenzahlung oder eine Aussetzung der Beiträge für einen bestimmten Zeitraum, den sie unbedingt schriftlich festlegen sollten. Sie sollten Ihrem Versicherer ihre finanzielle Notlage auch sofort darlegen, ansonsten setzt er Ihnen im Falle von nicht bezahlten Beiträgen eine Zahlungsfrist, nach deren Verstreichen die Police gekündigt werden kann. Auch die unbezahlten Beiträge werden dann unverzüglich eingefordert. Für den Zeitraum einer vom Versicherer gewährten Beitragsaussetzung entfällt der Rechtsschutz, sodass Sie für mögliche Schadensfälle selbst aufkommen müssen.

Worauf muss ich achten, wenn ich meine Rechtsschutzversicherung kündigen will? +

Eine entscheidende Rolle bei einer Kündigung der Rechtsschutzversicherung spielen immer die Laufzeit und der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.

Ordentliche Kündigung:
  • Eine ordentliche Kündigung des Versicherungsvertrags ist bei einer Vertragsdauer von einem Jahr (oder mehr) spätestens drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres in schriftlicher Form möglich.
  • Ist die Vertragslaufzeit länger als fünf Jahre, ist die Police spätestens drei Monate vor deren Ende kündbar. Sofern sich der Vertrag danach automatisch um jeweils ein Jahr verlängert, ist eine Kündigung erst spätestens drei Monate vor dem Ablauf des Versicherungsjahres wieder durchführbar.
Außerordentliche Kündigung:
  • Schadensfall: Eine außerordentliche Kündigung der Rechtsschutzversicherung können der Versicherungsnehmer wie auch der Versicherer im Schadenfall vornehmen. Ersterer kann sie außerordentlich oder bis zum Ende der laufenden Versicherungsperiode bei vollständig oder teilweise unberechtigten Deckungsablehnung durch den Versicherer aussprechen, und zwar spätestens einen Monat nach der schriftlichen Ablehnung der Leistungspflicht. Das Gleiche gilt für eine vorzeitige Kündigung durch eine Vertragspartei, die dadurch möglich wurde, dass der Versicherer seine Leistungspflicht für mindestens zwei innerhalb von zwölf Monaten eingetretene Rechtsschutzfälle anerkannt hat.
     
  • Beitragserhöhung: Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung bei einer Beitragserhöhung ohne Änderung des Deckungsumfangs. Sie müssen den Vertrag, dessen Abschlussdatum zu beachten ist, dann innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung über die Beitragserhöhung mit sofortiger Wirkung kündigen. Bei Erhöhungen über 15 Prozent innerhalb eines Versicherungsjahres oder um mehr als 30 Prozent innerhalb von drei Versicherungsjahren dürfen Sie kündigen, falls Ihr Vertrag vor dem Januar 1991 abgeschlossen wurde. Haben Sie Ihren Vertrag zwischen dem Januar 1991 und dem Juni 1994 unterschrieben, ist er bei einer Erhöhung von fünf Prozent des letzten Beitrages bzw. 25 Prozent des Erstbeitrages – bis zum Inkrafttreten der Erhöhung − kündbar, allerdings nur, wenn damit keine Leistungserhöhung einhergeht. Bei jeder Art der Beitragserhöhung können Rechtsschutzversicherungen gekündigt werden, die nach dem Juni 1994 abgeschlossen wurden.

Was habe ich in einem Schadensfall beim Rechtsschutz zu tun? +

Tritt ein Schadensfall ein, kontaktieren Sie am besten zuerst telefonisch Ihren Versicherer (die meisten haben dafür eine kostenfreie Hotline eingerichtet), schildern ihm diesen und lassen sich hinsichtlich Ihres weiteren Vorgehens genau beraten. Ihre Rechtsschutzversicherung wird Ihnen dann zumeist einen Anwalt empfehlen, dem sie vertraut und der seinerseits mit den Gepflogenheiten der Versicherung vertraut ist. Möglich ist aber auch, dass Sie Ihren eigenen Anwalt einschalten. Bei Ihrer Schadensmeldung, die ihrem Versicherer in schriftlicher Form zugehen muss, sollten Sie auf Vollständigkeit und Korrektheit achten, nicht zuletzt deshalb, weil auch davon die Deckungszusage Ihres Versicherers abhängt. Erfolgt sie, steht die Versicherung für die zu erwartenden Kosten des nun folgenden Rechtsstreits ein, entstehen unerwartete Kosten, muss der Versicherer darüber rechtzeitig informiert werden, was aber zumeist der Anwalt bereits von sich aus übernimmt.

Gibt es Risikoveränderungen, die ich der Rechtsschutzversicherung nachmelden muss? +

Ja, jeder Kfz-Wechsel (neues Kennzeichen) und jedes weitere Fahrzeug, das Sie sich anschaffen, muss nachgemeldet werden, damit der Versicherungsschutz im Rechtsschutz auch dafür besteht, wenn fahrzeugbezogen versichert wird. Einen Wechsel in eine selbstständige Haupt- oder Nebentätigkeit (mit einem Gesamtumsatz von mehr als 12.000 Euro jährlich) müssen Sie Ihrer Rechtsschutzversicherung unbedingt anzeigen, wenn der Job mit vom Rechtsschutz umfasst ist. Genießen Sie Vermieter-Rechtsschutz, haben Sie Ihrer Versicherung Veränderungen der Brutto-Jahresmiete anzugeben.

Foto: www.coulourbox.com (ID:685)

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Modell-Foto: colourbox.com
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