Berufsunfähigkeitsversicherung Kündigen kann sinnvoll sein

"Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen?" Das kann durchaus sinnvoll sein, wenn die bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung nicht (mehr) zu Ihnen passt. Vor der Kündigung sollte aber der Abschluss eines neuen Vertrags stehen – erst dann wird die Kündigung ausgesprochen.

Neue BU gesucht?

  • Bis zu 20 Prozent günstiger
  • Laufzeit bis 67 Jahre
  • Neuvertrag mit Top-Konditionen

Reicht die Berufsunfähigkeitsrente morgen noch?

Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen wurden zu einer Zeit abgeschlossen, als die Antragsteller deutlich weniger verdient haben als ein paar Jahre später mit mehr Berufserfahrung. Die Rentenhöhe aber ist oft stehen geblieben auf dem Berufsstand von vor einigen Jahren – ausreichend ist das heute sicherlich nicht mehr, wenn Sie als Maßstab davon ausgehen, dass 70  bis 80 Prozent des Nettoeinkommens abgesichert sein sollten. Sieht der Vertrag keine Nachversicherungsgarantie oder Dynamik vor, mit der sich die Rentenhöhe anpassen lässt, sollten Sie alternative Angebote mit einer dem heutigen Einkommen angemessenen Rentenhöhe einholen und sich den Schutz sichern, bevor Sie dann die bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen.

Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen? Hängt auch von der Laufzeit ab!

Berufsunfähig mit 63? Das ist deutlich wahrscheinlicher als eine Invalidität mit Mitte 40. Trotzdem laufen viele Berufsunfähigkeitsversicherungen nur bis zum 60. Geburtstag – manchmal sogar nur bis zum 55. Lebensjahr. Ein sträflicher Leichtsinn, denn die wichtigste Risikozeit wird so ausgeklammert. Dabei weiß keiner der Betroffenen, wie er die Zeit von 55 oder 60 bis zum Rentenbeginn finanziell überbrücken soll, wenn die Berufsunfähigkeitsrente dann wegfällt oder gar nicht gezahlt werden muss. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung muss bis zum Rentenbeginn laufen – ohne Wenn und Aber. Läuft Ihr Vertrag nicht mindestens bis 63, ist es an der Zeit, sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit entsprechend langer Laufzeit zu suchen.

Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen: Ein "Muss" bei abstrakter Verweisung

Die abstrakte Verweisung ist die größte Falle in der Berufsunfähigkeitsversicherung: Sieht Ihr Vertrag sie vor, höhlt das den Schutz immens aus. Der Grund: Mit einer abstrakten Verweisung hat die Berufsunfähigkeitsversicherung die Möglichkeit, die Rentenzahlung zu verweigern, wenn Sie theoretisch noch in einem anderen Beruf als dem bisher ausgeübten arbeiten könnten. In der Praxis heißt das: Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird immer versuchen, Sie in einen anderen Beruf zu "stecken", damit die Rente nicht gezahlt werden muss. Lange, teure und nervenaufreibende Prozesse sind die Folge.

Sechs-Monats-Prognose

Fällig wird die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente immer dann, wenn Sie mindestens sechs Monate außerstande sind, Ihren Beruf auszuüben. So formulieren Berufsunfähigkeitsversicherungen heute die Voraussetzungen für die Rentenzahlung. Leider war das nicht immer so – in Altverträgen beträgt die Frist meist noch drei Jahre. Eine hohe und kaum zu "schaffende" Hürde, die Sie möglichst beseitigen sollten, indem Sie die bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen und einen neuen Vertrag mit der kürzeren Prognose-Zeit von sechs Monaten abschließen.

Leistungen bei Pflegebedürftigkeit

Nicht zwangsläufig muss eine Pflegebedürftigkeit auch zu einer Berufsunfähigkeit führen. "Kopfarbeiter" können in vielen Fällen noch arbeiten, obwohl sie körperlich pflegebedürftig sind. Sinnvoll ist es deshalb für Grenzfälle, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung verpflichtend auch dann zahlen muss, wenn der Betroffene pflegebedürftig ist – unabhängig vom Status der Berufsunfähigkeit. Sieht Ihr Vertrag das nicht vor, sollten Sie auf jeden Fall einmal einen Wechsel zu einem anderen Anbieter und die Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung in Betracht ziehen.
+

Beamte, aufgepasst!

Für Beamte sind alte Berufsunfähigkeitsversicherungen eine böse Falle, wenn diese sie nicht ausreichend schützen. Denn Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit sind nicht identisch – Beamte können durchaus dienstunfähig sein, ohne berufsunfähig zu werden. Sie brauchen einen Vertrag mit einer Dienstunfähigkeitsklausel, eine sogenannte Dienstunfähigkeitsversicherung. Bei einer echten Dienstunfähigkeitsklausel wird im Vertrag festgelegt, dass eine Berufsunfähigkeit bei Beamten immer dann anzunehmen ist, wenn die Versetzung in den Ruhestand bzw. die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit erfolgt. Damit sind alle Beamten – gleich, in welchem Dienstverhältnis sie stehen – umfassend geschützt.

Wechsel und Kündigung: Denken Sie an Ihre Gesundheit 

Wenn Ihr Vertrag nicht auf dem heutigen Stand ist, müssen Sie für einen Wechsel aber auch Ihren Gesundheitszustand mit in Ihre Überlegungen einbeziehen. Denn wenn Sie vielleicht mit 25 spielend eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen haben, sieht das zehn Jahre später möglicherweise ganz anders aus. Denn sogenannte Vorerkrankungen bestimmen Ihre Versicherbarkeit und werden im Rahmen der Gesundheitsprüfung genau abgefragt – waren Sie in den vergangenen Jahren häufiger krank und vielleicht sogar im Krankenhaus, schmälert das Ihre Chancen auf einen besseren Vertrag. Berufsunfähigkeitsversicherungen können Ihre Anträge dann nämlich ablehnen oder sie nur unter Auflagen − wie der Zahlung eines Risikozuschlages − annehmen. Das heißt auch: Eventuell wird der neue Schutz zwar besser, aber auch deutlich teurer, wenn ein Risikozuschlag erhoben wird. Bevor Sie also eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen, müssen Sie die Zusage eines neuen Berufsunfähigkeitsversicherers in der Tasche haben. BU-Versicherer kündigen? Beratung dazu hier!

Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen: Welche Kündigungsfrist muss ich einhalten?

Grundsätzlich gilt für die Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Kündigung ist immer zum Ende eines jeden Versicherungsjahres möglich – das muss nicht zwangsläufig das Kalenderjahr sein. Anders sieht es aus, wenn die Prämie unterjährig, also zum Beispiel monatlich bezahlt wird: Der Vertrag ist dann mit einer einmonatigen Frist immer zum nächsten Beitragszahlungszeitpunkt kündbar. Kalkulieren Sie die Kündigungsfrist beim neuen Vertrag mit ein und legen Sie den Vertragsbeginn entsprechend nach hinten.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Wann sich die Kündigung nicht lohnt 

In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, sich nach neuem, besserem und viellicht sogar günstigeren BU-Schutz umzuschauen und den bestehenden Vertrag zu kündigen. Aber nicht immer sind eine Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung und ein Wechsel zu einem anderen Versicherer wirklich sinnvoll - das gilt vor allem in folgenden Fällen: 
  • Ihr Gesundheitszustand hat sich seit dem Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich verschlechtert – bei Ihnen wurde zum Beispiel eine chronische Erkrankung wie zum Beispiel Rheuma festgestellt.
  • Sie haben zwar ein Angebot für eine neue Versicherung bekommen, der Vertrag sieht aber Leistungsausschlüsse oder hohe Risikozuschläge vor.
  • Sie haben bereits eine Absage von einem potenziellen Versicherer bekommen, die Sie bei einem weiteren Antrag angeben müssen.
  • Sie haben eine Kombi-Vertrag mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, bestehend aus dem Invaliditätsschutz und einer Rentenversicherung. Hier kann sich eine Kündigung ggf. sehr negativ auf die Altersvorsorge auswirken.
Gerne helfen wir Ihnen bei der Suche nach einem neuen Versicherer und zeigen Ihnen, wer bessere Leistungen als Ihre bisherige Berufsunfähigkeitsversicherung und Sie auch zu attraktiven Konditionen absichert. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Wie viel Geld verliere ich beim Wechsel?

Sie verlieren kein Geld, wenn Sie eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) mit einer Risikolebensversicherung abgeschlossen haben - auch steuerlich hat eine Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung keine Auswirkungen. Denn bei beiden Varianten der Berufsunfähigkeitsversicherung wird – anders als bei Renten- oder Lebensversicherungen – kein Kapital aufgebaut, das Sie verlieren könnten. Haben Sie eine Kapitalversicherung mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung gekoppelt, empfiehlt es sich, nicht den ganzen Vertrag zu kündigen, sondern die Kapitalversicherung bestehen zu lassen und nur den Risikoschutz der Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen. Damit bleibt das angesparte Kapital verlustfrei bestehen, und der Berufsunfähigkeitsschutz wird separat neu abgeschlossen.

Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen - wie geht ich am besten vor?

Das ideale Vorgehen hängt davon ab, ob Sie den Invaliditätsschutz ganz aufgeben wollen oder "nur " asuf der Suche nach einer besseren Berufsunfähigkeitsversicherung sind, zu der Sie nach der Kündigung wechseln möchten.

Variante 1: Berufsunfähigkeitsversicherung: Kündigung und Wechsel  

Oft sind bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Kündigung und Wechsel eng miteinander verbunden - gehen Sie dann so vor:

Schritt 1: Suchen Sie sich in aller Ruhe eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung. Informieren Sie sich über wichtige Vertragsbestandteile, stellen Sie einen Vergleich an und schließen Sie einen neuen Vertrag ab.

Schritt 2: Legen Sie den Beginn auf den Zeitpunkt, zu dem Ihr bestehender Vertrag gekündigt werden kann. Meist ist das recht kurzfristig möglich, bei Verträgen mit monatlicher Zahldauer kann mit einer Frist von einem Monat auch monatlich gekündigt werden. Sprechen Sie die Kündigung erst dann aus, wenn Sie den neuen Vertrag policiert "in der Tasche haben".

Schritt 3: Wickeln Sie den "alten" Vertrag ab - gerade bei der Kündigung einer Berufsunfähigzusatzkeitsversicherung müssen Sie darauf achten, dass Sie den Rückkaufswert der Kapitalpolice ausgezahlt bekommen.

Variante 2: Kündigung und Aufgabe des bisherigen BU-Schutzes

Wenn Sie in Zukunft keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr benötigen, kann das viele Gründe haben: Sie sind anderweitig abgesichert, zum Beispiel durch eine betriebliche Vorsorgeregelung, in anderen Fällen entscheiden sich auch Versicherte im Alter von Ende 50 bis Anfang 60, dass sie den Schutz jetzt nicht mehr brauchen und möchten das Geld für die Beiträge sparen. Im letzteren Fall sollte vor einer Kündigung unbedint geklärt werden, welche Leistungen den Betroffenen für den Fall zustehen, dass sie aus gesundheitlichen Gründen aus dem Jonb ausscheiden müssen. Und bei einer betrieblichen Regelung sollte daran gedacht werden, ob die auch bei einem möglichen Firmenwechsel Bestand hat - außerdem sind die Leistungen aus einer betrieblichen BU-Absicherung höher zu besteuern. 

In beiden Fällen ist eine Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung möglich - der Vertrag kann dann entsprechend den vertraglichen Regelungen meist in wenigen Wochen aufgelöst werden. Auch bei einer endgültigen Aufgabe des Versicherungsschutzes sollte darauf geachtet werden, ob und in welcher Höhe es einen Rückkaufswert gibt, der Ihnen zusteht. 

Nach Oben
Modell-Foto: colourbox.com