FAQ Berufsunfähigkeitsversicherung Entscheidung Gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen?

Das Wichtigste zum Thema auf einen Blick

  • BU-Schutz komplett ohne Gesundheitsfragen mit voller Rente gibt es nicht.
     
  • Vereinfachte Gesundheitsfragen können den Zugang zur Arbeitskraftabsicherung erleichtern.
          
  • Allianz und LV 1871 bieten aktuell interessante Aktionen an.

Gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Nein, eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es ohne Gesundheitsprüfung nicht – genauso wenig wie eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte oder eine Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung für Beamte im Vollzugsdienst, etwa Polizisten. Ausnahmen sind lediglich in den Gruppenversicherungen der betrieblichen Altersvorsorge möglich. Ohne Gesundheitsprüfung lässt sich außerdem bei einer bestehenden Beufsunfähigkeitsversicherung meist die Rente erhöhen – im Rahmen der Nachversicherungsgarantie oder der Beitragsdynamik. Eine Gesundheitsprüfung ist aber auch durchaus sinnvoll:
  • Wer gesund ist, profitiert von der Gesundheitsprüfung: Denn nur sie ermöglicht dauerhaft günstige Beiträge.
  • Eine Risikoprüfung ist erforderlich, um den Kollektivgedanken der Versicherung zu ermöglichen: Wenn jeder wartet, bis das Risiko quasi "vor der Tür" steht, kann keine Versicherung funktionieren.
  • Eine Gesundheitsprüfung erlaubt eine Risikoeinschätzung – und das heißt: Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse ermöglichen Schutz auch bei vielen Erkrankungen.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung gibt es also nicht – sehr wohl aber Berufsunfähigkeitsversicherungen, die auf vereinfachte Gesundheitsprüfungen setzen. Bestimmte Berufsgruppen kommen so in den Genuss einer Absicherung und müssen dafür meist nur zwei bis vier Gesundheitsfragen beantworten. Sprechen Sie uns an – wir zeigen Ihnen, ob entsprechende Aktionen für Sie infrage kommen.

Vorsicht, genau hinschauen!

Wenn Sie über ein Angebot "stolpern", das eine Berufsunfähgikeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen bzw. ohne Gesundheitsprüfung anbietet, schauen Sie genau hin. Es handelt sich dabei um eien Ergänzung zur privaten Altersvorsorge - haben Sie zum Beispiel eine Rentenversicherung abgeschlossen und werden berufsunfähig, dann übernimmt die Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung die Beiträge für die Rentenversicherung. Das kann durchaus sinnvoll sein, ersetzt aber natürlich keine vollwertige Arbeitskraftabsicherung.  

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung – die aktuellen Aktionen 

Allianz für Immobilienfinanzierer +

Analog der Regelung zur Risikolebensversicherung ermöglicht die Allianz auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung einen vereinfachten Zugang für Baufinanzierer, die zum ersten Mal die Immobilie finanzieren - Anschlussfinanzierungen oder Umschuldungen gelten damit nicht als Auslöser, um diese Aktion in Anspruch nehmen zu können. 1.000 Euro BU-Rente können so versichert werden, durch die Nachversicherungsoptionen (ausgeschlossen ist lediglich die anlassunabhängige) kann die Rente auf bis zu 2.000 Euro steigen. Zusätzlich ist eine Beitragsdynamik von fünf Prozent möglich und eine garantierte Rentensteigerung von drei Prozent im Rahmen der sogenannten Leistungsdynamik. Abgeschlossen werden muss der Schutz bis zu sechs Monate nach der erfolgten Finanzierung, Antragssteller dürfen maximal 45 Jahre alt sein. Bei den versicherbaren Berufsgruppen gibt es keine Einschränkungen, der Schutz kann bis 67 Jahre vereinbart werden.

Gute Rahmenbedingungen also, die Gesundheitsfragen dazu:
  1. Sind Sie aktuell in Behandlung bei einem Arzt oder Therapeuten (z. B. Heilpraktiker, Psychologen, Psychotherapeuten)?
     
  2. Waren Sie in den letzten 5 Jahren wegen
    - einer Erkrankung der Psyche oder des Nervensystems, 
    - einer Erkrankung bzw. Verletzung des Bewegungsapparates (Wirbelsäule, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder)
    länger als 2 Wochen ununterbrochen arbeitsunfähig oder in psychiatrischer Betreuung?
     
  3. Haben Sie in den letzten 5 Jahren aus gesundheitlichen Gründen länger als 4 Wochen ununterbrochen
    - verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Tabletten oder Spritzen) eingenommen, erhalten bzw. wird die aktuelle Medikation voraussichtlich mehr als 4 Wochen andauern?
     
  4. Wurde bei Ihnen eine HIV-Infektion oder eine Krebserkrankung festgestellt oder wurde Ihnen ein Grad der Behinderung (GdB) oder Grad der Schädigungsfolge (GdS) zuerkannt bzw. ein solcher Antrag in den letzten 2 Jahren gestellt?
Nicht angegeben werden müssen ausdrücklich Behandlungen wegen:

  • Atemwegsallergien (z. B. Heuschnupfen) ohne Asthma
  • Erkältungskrankheiten (z. B. Erkältungsschnupfen, Halsentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Kehlkopf- oder Luftröhrenentzündung, grippaler Infekt)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Pilzerkrankungen (Nagelpilz, Fußpilz)
  • Schwangerschaften, Maßnahmen in der Reproduktionsmedizin
  • Über-/Unterfunktion der Schilddrüse
  • zahnärztliche Behandlungen.
Alle Fragen sind klar und zielgerichtet gestellt, zur Klarstellung sind verschiedene Erkrankungen noch einmal ausgenommen. Wird eine Frage mit “Ja” beantwortet, muss die normale Gesundheitsprüfung absolviert werden - der Weg ist dann natürlich deutlich steiniger. Die Allianz verzichtet im Übrigen nicht auf weitere Risikofragen, dazu gehören die Fragen zu

  • Größe und Gewicht (BMI)
  • gefährlichen Hobbys
  • Auslandsaufenthalten.
Auch hier gilt: Bei erhöhtem Risiko kann es zu Einschränkungen und Erschwernissen bei der Annahme der Berufsunfähigkeitsversicherung kommen.

Allianz für Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer +

Die Allianz bietet dauerhaft für Mitglieder im Bund der Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (BDASW) eine BU-Aktion mit lediglich zwei Gesundheitsfragen an:

Hiermit erkläre ich, dass ich zur Zeit voll arbeitsfähig bin und dass ich in den letzten zwei Jahren nicht länger als vier Wochen ununterbrochen arbeitsunfähig war und dass in diesem Zeitraum auch keine der folgenden Erkrankungen bei mir festgestellt oder behandelt wurde: Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Schlaganfall, Nierenversagen, Diabetes- und Lebererkrankungen, psychische Erkrankungen, HIV-Infektion/AIDS, Erkrankungen oder Beschwerden des Bewegungsapparates (zum Beispiel Rücken, Knie, Hüfte).
 
Absicherbar sind im Rahmen der Aktion für 
  • Berufsgruppe A+: bis 1.250 EUR monatliche garantierte BU-Rente.
  • Berufsgruppe A: bis 1.000 EUR monatliche garantierte BU-Rente.
  • sonstige Berufsgruppen: bis 800 EUR monatliche garantierte BU-Rente.
Das Höchsteintrittsalter liegt bei 50 Jahren, es sind auch Einmalanlagen möglich. 

Barmenia +

Die Barmenia ermöglicht eine vereinfachte Antragstellung bei besonderen Anlässen im Rahmen ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung. Erklären muss die zu versichernde Person für eine Maximalrente von 21.000 Euro im Jahr, 

1. dass ihr keine Behinderteneigenschaft zuerkannt wurde oder ein solcher Antrag in den letzten drei Jahren gestellt wurde,
2. dass ihr in den letzten fünf Jahren keine Medikamtente länger als einen Monat verordnet wurden und sie nicht von einem Psychotherapeuten oder Psychologen untersucht, beraten oder behandelt wurde oder in ein Krankenhaus eingewiesen wurde,
3. dass bei ihr in den letzten fünf Jahren keine Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparates wiederholt aufgetreten ist oder länger als einen Monat behandelt wurde,
4. dass bei ihr in den letzten fünf Jahren keine Tumorerkrankung festgestellt oder behandelt wurde oder eine HIV-Infektion bestand.
 
Ferner erklärt die versicherte Person, dass für sie in den letzten fünf Jahren kein Antrag auf eine BU-Versicherung abgelehnt, zurückgestellt oder mit einer Erschwerung angenommen wurde.

Versichert sind die folgenden Anlässe für Antragsteller bis maximal 35 Jahre: 
  • Heirat
  • Geburt/Annahme eines Kindes
  • Aufnahme einer Berufstätigkeit nach erfolgreichem Abschluss eines Hochschul-/Fachhochschulstudiums
  • Aufnahme der Berufstätigkeit in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung 
  • Kauf einer Immobilie mit einem Verkehrswert von mindestens 50.000 Euro zur Eigennutzung oder zur Gründung einer eigenen beruflichen Existenz 
  • Aufnahme eines Darlehens von mindestens 50.000 Euro zur Errichtung einer Immobilie zur Eigennutzung oder zur Gründung einer eigenen beruflichen Existenz
  • neu ab Juli 2017: Abschluss einer PKV ohne Erschwernisse

Basler +

Die Basler Lebensversicherung bietet jungen Antragstellern unter 30 Jahren die Möglichkeit, beim Antrag ein Formular mit vereinfachten Gesundheitsfragen zu nutzen. Da keine Berufsgruppe mit dieser Aktion angesprochen wird, eignet sie sich auch für Studenten auf der Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Gefragt wird deutlich weniger als beim regulären Antrag – insgesamt müssen für eine Rente bis maximal 2.000 Euro folgende Fragen beantwortet werden: 

1. Gewicht und Größe
2. Frage zur Medikamenteneinnahme sowie zur Arbeits- bzw. Schulunfähigkeit in den letzten zwölf Monaten
3. Gefragt wird unter Bezugnahme auf einen Zeitraum von lediglich drei Jahren nach
  • Schmerzen, Missempfindungen (zum Beispiel Migräne, Spannungskopfschmerz, behandlungsbedürftige Rückenschmerzen, dauerhafter Gelenkschaden, Arthrose, Knochenbrüche, Taubheitsgefühle, behandlungsbedürftige Bauchschmerzen, Verletzungen der Gelenke).
  • Funktionseinschränkungen und/oder Funktionsstörungen (zum Beispiel chronische Durchfälle, chronische Verstopfung, Fehlsichtigkeit von mehr als acht Dioptrien, dauerhafte Hörminderungen, angeborener Herzfehler).
  • Störungen der psychischen Leistungsfähigkeit und der Psyche (zum Beispiel ADHS, Essstörung, psychosomatische Störung, Angststörung, Selbstmordversuch, Depression).
  • Störungen der Haut- und/oder der Atemwegsfunktion (zum Beispiel wiederkehrende Hautausschläge, Neurodermitits, Schuppenflechte, Hautunverträglichkeiten, Asthma, dauerhafter Husten, allergische Reaktionen der Haut, allergische Reaktionen der Atemwege, allergische Reaktionen der Lunge).
4. Über einen Zeitraum von fünf Jahren wird gefragt nach 
  • Erkrankungen des Immunsystems (zum Beispiel wiederkehrende Gelenkentzündungen, Rheuma, Morbus Bechterew, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Multiple Sklerose, Lupus erythematodes, Morbus Still).
  • schweren Infektionen (zum Beispiel Hepatitis B, Hepatitis C, HIV).
  • gutartigen und/oder bösartigen Neubildungen (Tumorerkrankungen, zum Beispiel Leukämie, auffälliger/kontrollpflichtiger Befund beim Haut- oder Frauenarzt).
  • Drogenkonsum bzw. Betäubungsmittelkonsum.
  • Aufenthalt bzw. Behandlung in einem Krankenhaus, einer Rehabilitationsklinik, einer Entzugsklinik oder einer anderen stationären Einrichtung der medizinischen Versorgung. 

HDI +

Auch der HDI hat eine dauerhafte Aktion, um Berufsunfähigkeitsschutz für Mitglieder der Landesverbände im Deutschen Steuerberaterverband sicherzustellen bis zu einer Rentenhöhe von 1.200 Euro. Zu beantworten sind eine allgemeine und zwei gesundheitsspezifische Fragen.

Allgemeine Frage: Die beantragte Berufsunfähigkeitsrente – einschließlich bereits bestehender privater und betrieblicher Versicherungen für den Fall der Berufsunfähigkeit – beträgt maximal 80 Prozent meines zum Zeitpunkt der Antragstellung aktuellen jährlichen Einkommens? Eine private Berufsunfähigkeitsrente ist hierin mit 150 Prozent anzusetzen.

Gesundheitsfragen:
1. Waren Sie in den letzten zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen länger als zwei Wochen durchgehend oder sind Sie derzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, Ihre berufliche Tätigkeit auszuüben?

2. Besteht bei Ihnen eine anerkannte Erwerbsminderung (MdE/GdS), Behinderung (GdB), Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, oder wurde ein solcher Antrag in den letzten zwei Jahren gestellt? Bei Beantwortung einer Gesundheitsfrage mit "ja" wird eine weitere individuelle Prüfung notwendig. Zusätzlich gibt der HDI das Serviceversprechen ab, dass der Antrag binnen 48 Stunden policiert wird, wenn
  • der Aktionsantrag oder das Formular verwendet wird,
  • der Antrag vollständig ausgefüllt ist und die Angaben zum Landesverband und zur Abkommensnummer gemäß der Liste auf Seite 2 eingetragen wurden,
  • die Mitgliedsnummer eingetragen wurde,
  • die Dienstfähigkeitserklärung vollständig mit "nein" und die Angaben zur Angemessenheit mit "ja" beantwortet wurden,
  • ein Antrag in der Vergangenheit nicht zu erschwerten Bedingungen angenommen worden ist.

LV 1871 +

Die LV 1871 reiht sich ein in die Riege der Versicherer, die eine vereinfachte Gesundheitsprüfung für die Berufsunfähigkeitsversicherung anbieten - und das sogar anlassunabhängig.

Die Rahmenbedingungen wie auch Hürden zum Zugang hat die LV 1871 klar definiert:
  • abschließbar für die Tarife Golden BU, Golden BU Start, Performer Golden BU (jeweils auch mit Pflegepaket)
  • für versicherte Personen bis 35 Jahre
  • Die vereinfachten Risikofragen sind ausschließlich online über die Tarifsoftware verfügbar.
  • Körpergröße und Gewicht der versicherten Person liegen im normalen Bereich
  • für eine Vielzahl von Berufen aus dem kaufmännischen Bereich, für Akademiker oder bei Schülern (Gymnasium) möglich
  • maximal versicherbare monatliche BU-Rente: 1.500 Euro (jedoch begrenzt auf die für den Beruf mögliche Höchstrente – bei Schülern beispielsweise maximal 1.100 Euro)
  • Beitragsdynamik: maximal drei Prozent möglich
  • vereinfachte Risikoprüfung auch für Raucher möglich
Das alles sehen wir recht unkritisch, das geringe Maximalalter gibt der Versicherer vor, daran lässt sich nichts ändern. Die Rentenhöhe ist mit 1.500 Euro für eine solche BU-Aktion akzeptabel, für Gutverdiener vielleicht zu wenig. Aber hier dürfte die Devise gelten: Besser 1.500 Euro als gar kein Schutz. Schwerer fallen die Einschränkungen in den Berufsgruppen ins Gewicht - hier wird “gesiebt”, zugelassen sind vor allem kaufmännische Berufe. Positiv: Schüler sind über diese Aktion mitversicherbar - gerade bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler ist die LV 1871 sehr stark. Beitrags-. und Leistungsdynamik sind vereinbar, ebenso gelten die regulären Nachversicherungsgarantien.

Die LV 1871 verweist darauf, dass die Gesundheits- und Risikoprüfung lediglich sieben Fragen umfasst. Wird eine Frage mit ja“ beantwortet, werden entweder weitere Fragen gestellt oder es muss ein regulärer Antrag gestellt werden. Das sind die Fragen:
  1. Bestehen bereits Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen oder sind solche beantragt?
  2. Üben Sie eine der folgenden Sportarten aus: Motorsport, Bergsport, Flugsport, Tauchsport, Reitsport, Kampfsport, gefährliche Mannschaftssportarten?
  3. Planen Sie innerhalb der nächsten zwölf Monate einen mehr als sechswöchigen Auslandsaufenthalt außerhalb der Europäischen Union?
  4. Wurden Sie in den letzten fünf Jahren von einem Arzt oder sonstigen Heilbehandler untersucht oder behandelt?

    bei ja“ weitere Fragen:
    4.a. Wurden Ihnen in den letzten sechs Monaten Medikamente verschrieben oder verabreicht?
    4.b. Waren Sie in den letzten fünf Jahren für mehr als 14 Kalendertage durchgehend aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, Ihre übliche Tätigkeit (berufliche Tätigkeit, Teilnahme am Schulunterricht, Studium) auszuüben oder sind Sie derzeit dazu nicht in der Lage?
    4.c. Wurden Sie in den letzten fünf Jahren wegen des Genusses von Alkohol oder anderer Suchtmittel beraten oder behandelt?
    4.d. Sind Sie in den letzten fünf Jahren untersucht oder behandelt worden wegen einer Herzerkrankung, Tumorerkrankung, Nierenerkrankung oder Diabetes?
     
  5. Bestehen oder bestanden in den letzten fünf Jahren psychische Beschwerden oder Erkrankungen?
  6. Wurden Sie in den letzten zehn Jahren stationär aufgenommen oder ist eine stationäre Behandlung in den nächsten zwölf Monaten geplant?
  7. Hatten Sie in den letzten sechs Monaten Beschwerden des Nervensystems oder Gehirns, des Bewegungsapparates oder der Sinnesorgane?
Die Fragen sind recht umfangreich und gehen etwas unspezifisch ans “Eingemachte”, denn gerade alle diejenigen mit einer etwas schwierigen Gesundheitshistorie suchen ja eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen - oder eben mit einem vereinfachten Zugang. Wir sehen vor allem Fragen kritisch, die auf “Beschwerden” abzielen, die eben wie in Frage 5 und 7 auch nicht unbedingt ärztlich untersucht wurden. Gerade, wenn später einmal Krankheiten auftreten, deren Beginn dann - vielleicht auch aus Versehen - in diesen Abfragezeitraum verortet wird, kann das zum Bumerang werden. Wie bei allen anderen Aktionen gilt auch bei der LV 1871: Ja, sie kann den Zugang zur BU-Versicherung deutlich erleichtern, aber Ihre Gesundheitshistorie müssen wir dennoch zusammen aufarbeiten. Hier erfahren Sie, wie unsere Beratung gerade bei Vorerkrankungen aussieht.

Signal Iduna +

Im Rahmen Ihrer dauerhaften Aktion "Verkürzte Gesundheitsprüfung für A-Berufsgruppen" stellt die Signal Iduna fünf allgemeine Fragen plus Körpergröße und Gewicht sowie Gesundheitsfragen. Versicherbar sind auf diesem Weg für Antragsteller bis 40 Jahre maximal 1.000 Euro monatliche Rente.  

Allgemeine Fragen:

1.1 Wurden in den letzten fünf Jahren bereits Anträge auf Lebens-, Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsversicherungen zu erschwerten Bedingungen angenommen, zurückgestellt oder abgelehnt?
1.2 Bestehen besondere Gefahren in Beruf, Sport oder Freizeit (zum Beispiel Aufenthalt in Krisengebieten, Tauchen, Flug-, Berg-, Motor-, Extremsport)?
1.3 Beabsichtigen Sie, innerhalb der nächsten zwölf Monate länger als drei Monate in ein außereuropäisches Land zu reisen bzw. sich dort aufzuhalten?
1.4 Körpergröße __________cm, Körpergewicht _______________kg
1.5 Bestehen bei Ihnen körperliche, psychische oder geistige Beinträchtigungen (Behinderungen, Fehlbildungen, Folgen von oder Einschränkungen nach operativen Eingriffen oder Unfällen, Amputationen)? Haben Sie in den letzten drei Jahren einen Antrag gestellt auf eine Schwerbehinderung (GdB, MdE, WDB) oder haben Sie eine Pflegestufe beantragt? Beziehen oder bezogen Sie eine Rente aus gesundheitlichen Gründen oder wegen eines Unfalls?

Gesundheitsfragen:

2.1 Waren Sie in den letzten drei Jahren mindestens in einem Jahr länger als insgesamt 15 Arbeitstage aus medizinischen Gründen arbeitsunfähig?
2.2 Befanden Sie sich in den letzten drei Jahren in einer medizinischen Behandlung wegen Erkrankungen des Herzens, der Nieren, Bluthockdruck, Zuckerkrankheit, Wirbelsäule, Gelenke, Atmungsorgane, Leber, Psyche, Suchterkrankungen, Nerven, Gehirn, Krebs, Tumore, Epilepsie, HIV-Infektion?
2.3 Nehmen oder nahmen Sie innerhalb des letzten Jahres verschreibungspflichtige Medikamente ein? Nehmen oder nahmen Sie innerhalb des letzten Jahres rezeptfreie Medikamente länger als eine Woche ununterbrochen ein?

VPV +

Bei der VPV ist im Rahmen einer dauerhaften Aktion eine Rente von maximal 1.500 Euro möglich, wenn folgende Fragen beantwortet werden:

Allgemeine Fragen:

1. Größe (cm) ________, Gewicht (kg) ________
2. Gesamtjahresrente inkl. Vorversicherungen der letzten fünf Jahre bei der VPV (Euro)
3. Gesamtjahresrente inkl. Vorversicherungen bei der VPV (Euro)
4. Anzahl Unfälle mit stationärer Behandlung (> 24 Stunden) in den letzten fünf Jahren
5. Liegt eine Invalidität oder anerkannte Behinderungen vor (MdE, GbB, GdS)?
6. Üben Sie eine oder mehrere Sportart(en) aus?
7. Beabsichtigen Sie in den nächsten zwölf Monaten Aufenthalte außerhalb der EU, in Island, Norwegen, der Schweiz, den USA oder Kanada von insgesamt mehr als zwölf Wochen?

Gesundheitsfrage:

Bestanden oder bestehen Suchtleiden, eine HIV-Infektion (positiver HIV-Test) oder ein Krebsleiden, Krankheiten, Gesundheitsstörungen oder Beschwerden
  • des Herzens oder der Kreislauforgane,
  • der Atmungsorgane,
  • der Speiseröhre, des Magens, des Darms, der Leber, der Galle oder der Bauchspeicheldrüse,
  • der Nieren und Harnwegsorgane, der Geschlechtsorgane,
  • der Haut,
  • der Finger, Hände, Arme, Beine, des Rückens und der Wirbelsäule, der Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen oder Bänder,
  • des Gehirns, des Nervensystems oder der Psyche,
  • der Augen,
  • der Ohren,
  • der Nase,
  • des Stoffwechsels,
  • des Blutes,
die in den letzten vier Wochen ärztlich (Arzt, Psychotherapeut oder Heilpraktiker) untersucht, beraten oder behandelt wurden bzw. werden oder
die innerhalb der letzten fünf Jahre eine Behandlungsdauer über einen Zeitraum von mehr als 14 Tagen erforderlich machten oder die in den letzten fünf Jahren eine Medikamenteneinnahme über einen Zeitraum von länger als vier Wochen erforderlich machten (nicht zu berücksichtigen: Verhütungsmittel) oder
die innerhalb der letzten zehn Jahre einen Krankenhaus-, Rehabilitations-, Kuraufenthalt oder eine ambulante Operation erforderlich machten?

Nach Oben
Modell-Foto: colourbox.com