Das Schornsteinfeger-Monopol fällt Wer hat noch Angst vorm schwarzen Mann?

Hausbesitzer haben seine Besuche immer "schwarzgeärgert": Der Schornsteinfeger tauchte in regelmäßigen Abständen auf, kehrte und schaute sich eine (meist) nagelneue Heizungsanlage an, wobei er sie nicht warten durfte, das musste ein Klempner machen, der aber nicht kontrollieren durfte.
Das Schornsteinfeger-Monopol fällt Wer hat noch Angst vorm schwarzen Mann?
Bürokratie pur also – auf Kosten der Kunden. Aber seit 2013 ist Schluss damit: Das Schornsteinfeger-Monopol ist gefallen, der freie Wettbewerb gekommen, und damit dürfen Sie sich Ihren Schornsteinfeger selbst auswählen. Was das für Sie bedeutet, lesen Sie hier.

Warum gibt es jetzt einen Feuerstättenbescheid?

Dieser Feuerstättenbescheid ist wie eine Art Bedienungsanleitung für Ihren Kamin. In ihm sind alle Rahmendaten der Feueranlage zusammengefasst, sodass auch ein anderer Schornsteinfeger als der aus Ihrem Bezirk weiß, was für eine Anlage er vor sich hat.

Wie kann ich jetzt meinen Schornsteinfeger frei wählen?

Der Feuerstättenbescheid ist die Voraussetzung dafür, dass ein neuer Kaminkehrer überhaupt Ihren Schornstein kehren darf. Seit 2013 dürfen Sie Schornsteinfeger in Deutschland frei wählen, also auch einen Schornsteinfeger aus einem Nachbarbezirk beauftragen. Vorher konnten Sie nur Schornsteinfeger aus dem EU-Ausland beauftragen – für Leute, die grenznah wohnten, war das sicherlich eine Alternative. Diese Alternative besteht natürlich auch heute noch: Unabhängige Kaminfeger haben sich auf einer Webseite zusammengeschlossen, die Sie unter freie-schornsteinfeger.eu finden – dort können Sie günstige Kollegen recherchieren.

Ist es jetzt billiger für mich?

Das ist schwierig abzuschätzen: Sie können aber davon ausgehen, dass mit dem Ende der starren Gebührenordnung mehr Verhandlungsspielraum besteht, wenn Sie einen Schornsteinfeger beauftragen. Bis Ende 2012 galten die Gebühren nach der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) – die daraus resultierenden Abrechnungen waren in der Regel allerdings kaum nachzuvollziehen.

Kommt der Schornsteinfeger jetzt seltener?

Nein, die Kontrollen an den Feueranlagen sind gesetzlich vorgeschrieben, da besteht kein Verhandlungsspielraum. Die KÜO und das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) schreiben vor, wie oft die Anlagen überprüft werden müssen, um sicher und energieeffizient zu arbeiten.

Kann ich ganz auf den Schornsteinfeger verzichten?

Nein, bestimmte hoheitliche Sicherheitsüberprüfungen darf auch weiterhin nur der Schornsteinfeger übernehmen. Das gilt für die sogenannte Feuerstättenschau, also den regelmäßigen Kontrollbesuch, sowie für die Bauabnahme neuer Heizungen. Handwerksbetriebe können solche Aufgaben nur dann durchführen, wenn sie einen Schornsteinfeger einstellen oder mit ihm zusammenarbeiten.

Welche neuen Pflichten haben sich für mich ergeben?

Sie sind nun stärker gefordert, denn die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen müssen Sie nun selbst anstoßen – bis 2013 hat ja der Schornsteinfeger darauf geachtet, dass die Fristen eingehalten werden. Das ist jetzt vorbei!

01.02.2017

Nach Oben
Modell-Foto: colourbox.com