Beitragsfreie Familienversicherung Einkommen zu hoch – Einkommensgrenze überschritten?

Für die beitragsfreie Familienversicherung ist das Einkommen desjenigen relevant, der mitversichert werden soll: Einkommensgrenzen müssen eingehalten werden, das Einkommen darf nicht zu hoch sein, weil sonst das Aus in der beitragsfreien Familienversicherung droht.

Wer hat Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung?

Grundsätzlich haben einen Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung
  • der Ehegatte,
  • die Kinder und
  • der Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.
Seit 2005 haben zudem auch die Kinder von familienversicherten Kindern Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung. Gerade der letzte Punkt ist für junge Eltern wichtig: Denn Enkelkinder können so beitragsfrei bei den Großeltern mitversichert werden, wenn die Großeltern überwiegend für den Lebensunterhalt der Enkel aufkommen, wie es etwa bei noch studierenden Kindern der Fall sein kann.

Wichtig ist auch die Altersgrenze für Kinder, die in der beiragsfreien Familienversicherung mitversichert sein sollen. So dürfen Kinder bis zum 23. Lebensjahr in der Familienversicherung mitversichert bleiben, sofern sie noch nicht selbst arbeiten – studiert der Nachwuschs, ist die Familienversicherung bis zum 25. Lebensjahr möglich. Und selbst über das 25. Lebensjahr hinaus ist die beitragsfreie Familienversicherung möglich – die Voraussetzung: Die Schul- oder Berufsausbildung wurde durch folgende Dienste unterbrochen oder verzögert:
  • Freiwilliger Wehrdienst
  • Freiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz, dem Jugendfreiwilligendienstegesetz oder einem vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienst
  • Tätigkeit als Entwicklungshelfer
Tipp: Kinder, die aufgrund einer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, können ohne Altersbegrenzung in der beitragsfreien Familienversicherung mitversichert werden.

Studenten und Familienversicherung

Auch bei Studenten gilt, dass sie bis zu Ihrem 25. Geburtstag familiennversichert sind, wenn sie kein monatliches Einkommen von über 450 Euro als Minijobber oder von 425 Euro (Werte für 2017) bei einem regulären Job haben. Überschreiten Sie dieses Einkommen, ist eine Familienversicherung nicht länger möglich, und sie müssen sich um eigenen Schutz kümmern – entweder über die studentische Krankenversicherung oder die private Krankenversicherung.

Familienversicherung: Einkommensgrenze beachten

Ob eine beitragsfreie Familienversicherung möglich ist, hängt maßgeblich vom Einkommen des Familienmitgliedes ab. Denn eine Familienversicherung kommt nur infrage, wenn das Gesamteinkommen regelmäßig im Monat ein Siebtel der sogenannten monatlichen Bezugsgröße nicht überschreitet – da sich die Bezugsgrößen regelmäßig ändern, steigt der mögliche Nebenverdienst Jahr für Jahr an:
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2018: 435 Euro 
    (1/7 von 3.045 Euro)
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2017: 425 Euro 
    (1/7 von 2.975 Euro)
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2016: 415 Euro 
    (1/7 von 2.905 Euro)
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2015: 405 Euro 
    (1/7 von 2.835 Euro)
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2014: 395 Euro 
    (1/7 von 2.765 Euro)
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2013: 385 Euro 
    (1/7 von 2.695 Euro)
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2012: 375 Euro 
    (1/7 von 2.625 Euro)
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2011: 365 Euro 
    (1/7 von 2.555 Euro)
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2010: 365 Euro 
    (1/7 von 2.555 Euro)
  • Einkommensgrenze für die Familienversicherung 2009: 360 Euro
    (1/7 von 2.520 Euro)
Tipp: Im Minijob gilt eine Ausnahme: Hier bleiben alle Einkünfte bis 450 Euro ohne Folgen für den Versicherungsschutz. Gut zu wissen: Die Einkommensgrenze von 450 Euro bzw. 415 Euro darf zweimal im Jahr überschritten werden, ohne dass deswegen die beitragsfreie Familienversicherung verloren geht. Außerdem werden auch Zinseinkünfte bis zur Höhe des Sparerfreibetrages nicht angerechnet: Die Familienversicherung geht also nicht verloren, wenn neben dem Arbeitseinkommen noch Zinseinkünfte bis zu 801 Euro im Jahr erzielt werden.

Tipp: Familienversicherung – Einkommen ist nicht gleich Einkommen

Grundsätzlich muss nicht jeder verdiente Euro zählen und Sie um den Fortbestand der beitragsfreien Familienversicherung zittern lassen. So können Sie bei einem regulären Job Werbungskosten abziehen bzw. den Arbeitnehmer-Pauschbetrag, außerdem mindern auch die erwerbsbedingten Kinderbetreuungskosten die Einkünfte. Nicht abgezogen werden dagegen Vergünstigungen wie der Altersentlastungsbetrag, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und auch Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Kinderfreibeträge können die beitragsfreie Familienversicherung im Fall der Fälle nicht retten. Bei Pensionen und Betriebsrenten werden zudem der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag nicht abgezogen.

Einkommensgrenze überschritten … und nun?

Wenn Sie wegen eines zu hohen Einkommens nicht mehr in der beitragsfreien Familienversicherung mitversichert sind, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder versichern Sie sich privat, oder Sie wählen den freiwilligen gesetzlichen Schutz. Eine private Versicherung erscheint oft natürlich reizvoll, Sie sollten jedoch daran denken, dass die Prämien dort individuell festgelegt werden. Bei Vorerkrankungen drohen dann eine hohe Prämie und Leistungsausschlüsse. Die freiwillige gesetzliche Versicherung dagegen muss Sie aufnehmen – allerdings ist der Versicherungsschutz kaum günstiger als eine private Absicherung.

Familienversicherung: Sonderfall private Krankenversicherung

Problematisch ist es, wenn nicht beide Eltern in der gesetzlichen Kasse sind, sondern einer der beiden Elternteile eine private Krankenversicherung hat. Hier kommen drei Varianten infrage.
  • Variante 1
  • Variante 2
  • Variante 3
Ist das Gesamteinkommen des privat versicherten Ehegatten in der Regel höher als ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2017 sind das 4.800 Euro) und höher als das Gesamteinkommen des gesetzlich Versicherten, sind die Kinder nicht familienversichert. Die Folge: Die Kinder müssen selber krankenversichert werden, entweder privat oder freiwillig gesetzlich.
Ist das Gesamteinkommen des privat versicherten Ehegatten zwar höher als das des Partners, liegt es aber unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, sind die Kinder beitragsfrei familienversichert. Das gilt auch, wenn das Gesamteinkommen des gesetzlich versicherten Ehegatten höher ist als das des privat versicherten Partners und wenn die Eltern nicht verheiratet sind – auch dann ist eine beitragsfreie Familienversicherung beim gesetzlich versicherten Elternteil möglich.
Wenn beide Eltern privat versichert sind, haben die Kinder keine Möglichkeit auf eine beitragsfreie Familienversicherung und auch nicht auf eine freiwillige gesetzliche Versicherung in der Kasse. Bei einer solchen Konstellation ist nur eine private Krankenversicherung für den Nachwuchs möglich.

Private Krankenzusatzversicherungen 

Wer Zusatzversicherungen wie eine Zahnzusatzversicherung, eine Krankenhauszusatzversicherung oder eine Heilpraktikerversicherung hat, kommt nicht in den Genuss einer beitragsfreien Familienversicherung: Kinder und Partner brauchen für diesen privaten Schutz immer einen eigenen Vertrag. 

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Modell-Foto: colourbox.com