FAQ Berufsunfähigkeitsversicherung Entscheidung Wie hoch sollte die Rente abgeschlossen werden?

Die versicherte Berufsunfähigkeitsrente ist als Einkommensersatz gedacht - und so sollte ihre Höhe auch bemessen werden. Die ausgezahlte Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung muss reichen, um davon den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Um diese Summe X zu bestimmen, muss man natürlich im ersten Step seine Ansprüche kennen bzw. ermitteln, die man im Falle einer Berufsunfähigkeit aus den staatlichen Sicherungssystemen bekommt. Das ist vor allem für alle diejenigen interessant, die in der Deutschen Rentenversicherung pflichtversichert sind und eine Erwerbsminderungsrente beziehen können. Außerdem Beamte auf Lebenszeit, die mit einer Versorgung durch den Dienstherren rechnen können. Viele andere erhalten nichts oder haben nur einen sehr stark eingeschränkten Leistungsanspruch:
  • Schüler, Studenten, Hausfrauen und Hausmänner haben keine Ansprüche auf eine Erwerbsminderungsrente.
  • Selbstständige haben ebenfalls keinen Anspruch auf Leistungen aus der Deutschen Rentenversicherung - eine Ausnahme gilt nur für diejenigen, die pflichtversichert sind.
  • Freiberufler bekommen oft vom zuständigen Versorgungswerk eine Rente bei Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung - die Anspruchshürden sind jedoch recht hoch.
  • Auszubildende haben zumindest bei Arbeitsunfällen und einer Berufskrankheit Schutz über die Erwerbsminderungsrente.
  • Beamte auf Probe und Widerruf sind nicht vom Dienstherren abgesichert - sie werden lediglich in der Deutschen Rentenversicherung nachversichert.

Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung

Über die bAV kann durchaus auch eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung mitversichert werden, die Schutz zu ganz attraktiven Konditionen und ggf. mit einer vereinfachten Gesundheitsprüfung ermöglicht. Aber bei der Höhe der Leistungen im Falle einer Berufsunfähigkeit müssen Sie daran denken, dass die Leistungen voll steuerpflichtig sind. Die versicherte Rente muss also deutlich höher gewählt werden als eine privat versicherte Berufsunfähigkeitsrente, die lediglich mit dem Ertragsanteil versteuert wird.

Bezahlbaren Kompromiss finden

Grundsätzlich gilt bei der Wahl der “richtigen” Rentenhöhe in der Berufsunfähigkeitsversicherung, dass Sie einen Kompromiss aus gewünschter und bezahlbarer Leistung finden müssen. Um die Kosten gerade für junge Menschen bezahlbar zu halten, kann die Rentenhöhe erst einmal niedriger angesetzt werden - über eine Beitragsdynamik und eine Nachversicherungsgarantie ist es dann möglich, die Berufsunfähigkeitsrente nach und nach anzupassen. Zum günstigen Einstieg mit einer angemessenen Rentenhöhe eignen sich auch die sogenannten Startertarife: Sie gewähren in den ersten meist fünf bis zehn Jahren zum Teil deutliche Nachlässe auf den Beitrag und verlangen dafür später - wenn das Gehalt entsprechend gewachsen ist - etwas höhere Beiträge.

Das Einkommen bestimmt die Absicherung 

Die Versicherer haben eigenen Grenzen, bis zu deren Höhe sie eine Berufsunfähigkeitsrente für angemessen halten. Die bemisst sich je nach Versicherer nach dem Brutto- oder Nettoeinkommen - meist auf Basis der letzten Jahre. Die Berechnung ist klar vorgegeben, wie Beispiele der Basler und der Alte Leipziger zeigen: 

Prüfung der Basler

+

Prüfung der Alte Leipziger

+
Berücksichtigt werden bei der Angemessenheitsprüfung natürlich immer bestehende Absicherungen - sowohl im privaten Bereich (natürlich andere Berufsunfähigkeitsversicherungen, aber auch Erwerbsunfähigkeitsversicherungen oder Grundfähigkeitsschutz). Außerdem können bestimmte Berufsgruppen einkommensunabhängig nur Höchstrenten versichern - etwa Studenten, Hausfrauen, aber auch Existenzgründer.

Selbstständige und Freiberufler müssen Ihren Gewinn in der Regel sehr detailliert darlegen, um hohe Renten durchzusetzen. Zusätzlich ist die Rentenhöhe für bestimmte Berufe und Berufsgruppen meist begrenzt. Schüler und Studenten zum Beispiel finden kaum Versicherer, die mehr als 1.000 bis 1.500 Euro absichern - über die Nachversicherung kann die BU-Rente aber später angepasst werden. Und neben Hausfrauen bzw. Hausmännern können oft auch Beamte nur geringere Renten absichern, weil der Versorgungsanspruch gegen den Dienstherren meist deutlich höher ist als der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente bei Beamten.

Allianz +

Für die maximal mögliche jährliche Berufsunfähigkeitsrente gilt als Formel: Möglich ist eine Absicherung bei durchschnittlichen jährlichen Bruttoarbeitseinkommen der letzten drei Jahre bis einschließlich 60.000 Euro eine BU-Jahresrente von höchstens 70 Prozent des Bruttojahreseinkommens. Bei Einkommensanteilen von 60.001 Euro bis zu 100.000 Euro können diese Anteile noch einmal 50 Prozent versichert werden. Einkommen über 100.000 Euro sind auf Anfrage individuell versicherbar.

Alte Leipziger +

Absicherbar sind 2/ 3 des Bruttoarbeitseinkommens bis zur Beitragsbemessungsrenze (die liegt 2020 bei 82.800 Euro) , darüber hinaus sind Einkommensanteile zu 1/ 3 absicherbar. Bestehen bereits Anwartschaften aus Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen, werden diese angerechnet:
  • Private Berufsunfähigkeitsrenten aus Produkten der dritten Schicht zu 100 Prozent
  • Berufsunfähigkeitsrenten der ersten und zweiten Schicht aus allen bestehenden Versicherungen (einschließlich der neu abgeschlossenen) bis 48.000 Euro zu 80 Prozent, der darüber liegende Teil zu 100 Prozent.
  • Anwartschaften aus berufsständischen Versorgungswerken zu 50 Prozent, sofern die gesamten privat abgeschlossenen und neu beantragten Berufs-, Erwerbsunfähigkeits-, Dienstunfähigkeits- und Grundfähigkeitsrenten - unter Berücksichtigung des jeweiligen Anrechnungsprozentsatzes - 36.000 Euro jährlich übersteigen
Erwerbsminderungsrenten der gesetzlichen Rentenversicherung werden ebenso wie alle Pflegerenten bei der Berechnung der finanziellen Angemessenheit von Berufsunfähigkeitsrenten nicht angerechnet.

AXA +

Bei der AXA gilt für die Angemessenheit der BU-Jahresrenten folgende faustregel:
  • bis 24.000 Euro Bruttojahreseinkommen: 75 Prozent vom Bruttojahreseinkommen
  • ab 24.001 bis 50.000 Euro Bruttojahreseinkommen: 65 Prozent vom Bruttojahreseinkommen
  • ab 50.001 Euro Bruttojahreseinkommen: 50 Prozent vom Bruttojahreseinkommen.
Bei der Bemessung werden bestehende Absicherungen angerehcnet, und zwar nach folgendem Muster:
  • Alle privaten und betrieblichen Versorgungsleistungen für den Fall der Berufs- /Dienst-/Erwerbsunfähigkeit zu 100 Prozent
  • Berufsständige Versorgungen mit 50 Prozent ab 50.000 Euro BU-Gesamtversorgung inkl. der privaten Absicherung.
  • Ansprüche aus der Beamtenversorgung zu 100 Prozent
  •  
Zu berücksichtigen ist zudem, dass bei folgenden Berufen und Berufsgruppen pauschale Höchstabsicherungsgrenzen bestehen:
  • Hausfrauen, Hausmänner 1.250 Euro
  • Auszubildende und Schüler: 1.250 Euro
  • Studenten 1.250 Euro
  • Existenzgründer: 1.000 Euro
  • Medizinstudenten bis Physikum: 1.250,00 Euro
  • Medizinstudenten ab Physikum: 1.500,00 Euro
  • Heilberufstudenten bis vergleichbarer Zwischenprüfung 1.250
  • Heilberufstudenten ab vergleichbarer Zwischenprüfung 1.500 Euro
  • Medizinstudenten ab 10. Fachsemester: 2.000 Euro

Basler +

Möglich ist eine Absicherung inklusive aller bestehenden Renten bis maximal 60 Prozent des Brutto- und 75 Prozent des Nettoeinkommens. Ansprüche aus betrieblicher Altersvorsorge und Versorgungswerken werden vom Jahresbruttoeinkommen in Höhe von 60 Prozent bzw. 25 Prozent (Versorgungswerk) abgezogen.

Continentale +

Bei den Höchstgrenzen für Ihre BU-Absicherung gilt folgendes: Arbeitnehmer können 85 Prozent des Jahres-Nettoarbeitseinkommens bis 50.000 Euro p.a. absichern, außerdem 60 Prozent des über 50.000 Euro p.a. hinausgehenden Jahres-Nettoarbeitseinkommens. Selbstständige und Freiberufler können maximal 65 Prozent des Gewinns bzw. Jahresüberschusses vor Steuern bis 50.000 Euro p.a. absichern, dazu 40 Prozent des über 50.000 Euro p.a. hinausgehenden Gewinns/Jahresüberschusses vor Steuern.

Bestehende oder beantragte BU-Versicherungen (auch bei anderen Gesellschaften), Dienstunfähigkeitsversicherungen, Grundfähigkeitsversicherungen, Anwartschaften aus Beamten- oder beamtenähnlichen Verhältnissen werden bei der Festlegung der maximal versicherbaren Rente berücksichtigt. Nicht angerechnet werden jedoch: Absicherung aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie die Absicherung aus berufsständischen Versorgungswerken, sofern die beantragte BU/ EU-Rente nicht über 36.000 Euro jährlich liegt. Bei Jahresrenten über 36.000 Euro (inkl. aller Vorversicherungen) werden Anwartschaften aus berufständischen Versorgungswerken zu 50 Prozent berücksichtigt.

Für folgende Berufsgruppen gibt es Sonderregelungen:

Schüler
BU-Absicherung (Tarif PBUS) mit einer maximal versicherbaren Rente von 1.000 Euro monatlich, zur Erhöhung der Rente zusätzlich Dynamik möglich. Schüler am Gymnasium können eine BU-Rente bis 1.500 Euro monatlich abschließen.

Studenten
Die maximal versicherbare BU-Rente bei Studenten (Uni, FH, DH) liegt bei monatlich 2.000 Euro unter Angabe der Fachrichtung, zur Erhöhung der Rente zusätzlich Dynamik möglich. Für BA-Studenten und Studenten (Uni, FH, DH) der Fachrichtungen Lehramt, Musik, Sport und künstlerische Ausrichtungen ist eine maximal versicherbare BU-/EU-Rente von monatlich 1.000 Euro möglich. Alternativ kann der EU-Tarif (PEU/PEUS) unter Angabe der Fachrichtung mit späterer Umwandlungsmöglichkeit in BU abgeschlossen werden, bei erstmaliger Aufnahme einer Berufsausbildung oder erstmaliger Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit.

Auszubildende / Hausfrauen und Hausmänner
Hier beträgt die maximal versicherbare BU-/EU-Rente von 1.000 EUR monatlich, zur Erhöhung der Rente zusätzlich Dynamik möglich. Berufsanfänger können den Schutz ggf. ergänzen um eine Zusatzvertrag, der die Wartezeit in der ERwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung überbrückt (sog. „Kurzläufer-Vertrag“)

Die Bayerische +

Grundsätzlich soll die Summe aller bei Berufsunfähigkeit zu erwartenden Rentenleistungen einen gewissen Prozentsatz des Bruttoeinkommens nicht überschreiten. Als Richtgröße für versicherbare BUZ/BV-Barrenten sind folgende Höchstbeträge vorgesehen:
  • 60 Prozent des durchschnittlichen Gewinns vor Steuern der letzten 3 Jahre bei Selbstständigen
  • 60 Prozent des Bruttojahreseinkommens bei Sozialversicherungspflichtigen
  • 30 Prozent der Bruttojahresbezüge bei Beamten, Richtern, Soldaten und Kirchenbeamten
Bestehen im Falle der Berufsunfähigkeit weitere Rentenanwartschaften (private Vorsorge BU/BUZ/DU/ EU/GF, betriebliche Altersversorgung), so sind die ermittelten Höchstbeträge um diese Anwartschaften zu kürzen. Eine BU-Beitragsbefreiung wird ab 12.000 Euro jährlich zu 100 Prozent auf die Höchstbeträge angerechnet. Bei einer Gesamtjahresrente von über 50.000 Euro werden zusätzlich Anwartschaften von berufsständischen Versorgungswerken zu 50 Prozent angerechnet.

Nicht angerechnet werden bei Sozialversicherungspflichtigen und Beamten
  •  Leistungen aus der gesetzlichen Sozialversicherung und aus der Beamtenversorgung,
  • der Pflegeversicherung,
  • Krankengeld und Krankenhaustagegeld sowie
  • private Unfallrenten
Bei Beamten auf Widerruf und bei Beamten auf Probe sowie bei Sozialversicherungspflichtigen ohne Anwartschaft in den ersten 5 Jahren kann die vorstehend genannte Höchstrente mit einem zweiten Vertrag auf bis zu 70 Prozent der Bruttobezüge aufgestockt werden.

Für folgende Berufsgruppen gelten Besonderheiten:
  • Lehrer: Bei Lehrern wird mit dieser Regelung eine Gesamtmonatsrente von 1.500 EUR unabhängig von den Bruttobezügen akzeptiert.
  • Schüler, Umschüler, Auszubildende, Helfer/innen im Bundesfreiwilligendienst und Hausfrauen/Hausmänner: Hier werden Renten bis zu 1.000 Euro ohne Prüfung der Angemessenheit akzeptiert.
  • Beamte, Soldaten, Kirchenbeamte, Richter: Hier werden Renten bis zu 1.250 Euro ohne Prüfung der Angemessenheit akzeptiert.
  • Studenten: Hier werden Renten bis zu 1.500 Euro ohne Prüfung der Angemessenheit akzeptiert.

HDI +

Beim HDi werden bis zu einem Einkommen von 100.000 Euro im Jahr 60 Prozent des Bruttoeinkommens als maximale Absicherungshöhe akzeptiert. Darüber hinausgehende Einkommensanteile werden zu max. 30 Prozent akzeptiert.

Angerechnet werden
  • bestehende BU-Versicherungen zu 100 Prozent
  • Beitragsbefreiung ab 30.000 Euro per anno zu 100 Prozent
  • Versorgungswerke der Kammerberufe (Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte) ab 48.000 Euro Gesamt-Absicherung zu 50 Prozent.

Nicht angerechnet werden:
  • gesetzliche Ansprüche aus der Deutschen Rentenversicherung Bund
  • Unfallversicherung mit EU-Leistung
  • private Unfallversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Krankengeld
  • Krankenhaustagegeld.

LV 1871 +

Bis zu einer Gesamtjahresrente von 40.000 Euro sichert die LV 1871 maximal 60 Prozent des durchschnittlichen Bruttojahreseinkommens ab. Ab einer Gesamtjahresrente über 40.000 Euro wird die Angemessenheit anhand der sogenannten 80/50-Regelung ermittelt. So können vom spezifischen Nettojahreseinkommen (Bruttoeinkommen abzüglich Einkommensteuer/Solidaritätszuschlag gemäß jeweiliger Einkommensteuertabelle) 80 Prozent der ersten 50.000 Euro abgesichert werden, darüber hinaus 50 Prozent.

Sonderregelungen für bestehende Berufe mit Höchstgrenzen der Jahresrente:
  • Studenten: 18.000 Euro
  • Schüler: 13.200 Euro
  • Auszubildende: 13.200 Euro
  • Studenten für Lehramt/Sport/Verwaltung/Pflege/ Erziehung: 13.200 Euro
  • Hausfrauen/-männer: 13.200 Euro
  • Beamte: 13.200 Euro
  • Arbeitnehmer in Elternzeit: 18.000 Euro.
Alle Ansprüche aus privaten BU-Absicherungen und betrieblichen Versorgungen werden in voller Höhe auf die maximal mögliche private BU-Rente angerechnet.

Nicht angerechnet werden
  • EU-Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung
  • 50 Prozent bestehender private EU-Absicherungen
  • Bestehende BU-Anwartschaften aus berufsständischen Versorgungswerken bis zu einer gesamten Jahresrente von über 36.000 Euro, ansonsten zu 50 Prozent
  • Bestehende Grundfähigkeitsversicherungen bis zu einer gesamten Jahresrente von über 36.000 Euro, ansonsten zu 50 Prozent. 

Nürnberger +

Arbeitnehmer sichern maximal das nachgewiesene Netto-Arbeitseinkommen nach Steuern im Durchschnitt der letzten 3 Jahre zu 80 Prozent ab, solange es unter 50.000 Euro liegt. Einkommensanteile über 50.000 Euro können ergänzend bis zu 50 Prozent abgesichert werden. Vom Bruttoarbeitseinkommen (Durchschnitt der letzten 3 Jahre) sind alternativ bis 50.000 Eur maximal 60 Prozent versicherbar, für Einkommensanteile über 50.000 Euro sind es maximal 35 Prozent.

Selbstständige sichern maximal das nachgewiesene Jahres-Arbeitseinkommen nach Steuern im Durchschnitt der letzten 3 Jahre zu 80 Prozent ab, solange es unter 50.000 Euro liegt. Einkommensanteile über 50.000 Euro können ergänzend bis zu 50 Prozent abgesichert werden. Vom Gewinn vor Steuern (Durchschnitt der letzten 3 Jahre) sind alternativ bis 50.000 Eur maximal 60 Prozent versicherbar, für Einkommensanteile über 50.000 Euro sind es maximal 35 Prozent.

Angerechnet werden alle bestehende BU-Versicherungen voll, Ansprüche aus berufsständischen Absicherungen zu 50 Prozent, wenn die Gesamtabsicherung über 36.000 Euro Jahresrente liegt.

Stuttgarter +

Die maximal absicherbare Rente bei der Stuttgarter bemisst sich nach dem Bruttoeinkommen. Bis 48.000 Euro im Jahr können 70 Prozent abgesichert werden, darüber hinausgehende Gehaltsanteile bis 100.000 Euro zu 60 Prozebt und weiteres Gehalt dann bis zu 50 Prozent. Ab 150.000 Euro Jahreseinkommen erfolgt eine individuelle Prüfung.

Angerechnet werden
  • BU-/EU-/Grundfähigkeits-Vorversicherungen zu 100 Prozent
  • Ansprüche aus berufsständige Versorgungswerken werden zur Hälfte angerechnet, wenn der Versicherungsschutz aus den bestehenden Absicherungen, einschließlich aller beantragten Absicherungen, 36.000 Euro Jahresrente übersteigt.
Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung müssen nicht berücksichtigt werden.

Swiss Life +

Für die Arbeitskraftabsicherung sieht die Swiss Life auf Basis des Jahres-Nettoeinkommens bis 50.000 Euro eien Absicherung von 80 Prozent vor. Ab 50.001 Euro können 50 Prozent des 50.000 Euro übersteigenden Anteils versichert werden.

Bei der Ermittlung des noch abzudeckenden privaten Arbeitskraft-Schutzes werden alle bereits bestehenden und beantragten Berufs- und Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsrenten inklusive Bonusrenten berücksichtigt – ausgenommen sind Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung. BU-Renten aus berufsständischen Versorgungswerken werden nur berücksichtigt, wenn die Summe aus beantragten und bestehenden privaten Renten 36.000 Euro pro Jahr übersteigt - eien Anrechnung erfolgt dann zur Hälfte.

Die folgenden Personenkreise können eine monatliche Rente zur Arbeitskraftabsicherung mit Dynamik bis zur genannten Höhe versichern: 
  • Schüler, Hausfrauen/-männer, Elternzeit: bis zu 1.000 Euro
  • Schüler ab 11. Klasse bis zu 1.300 Euro
  • Azubis bis zu 1.300 Euro
  • Bachelorstudenten: bis zu 1.500 Euro
  • Masterstudenten (je nach Studiengang): bis zu 1.500 Euro bzw. 2.000 Euro
  • Beamte: bis zu 600 Euro
  • Piloten: bis zu 1.300 Euro
  • Apotheker nach Apothekengründung oder -übernahme: bis zu 2.500 Euro
  • Ärzte nach Praxisgründung oder -übernahme: bis zu 2.000 Euro (bei besonderer Spezialisierung – z.B. Radiologen – bis zu 3.000 Euro)
  • Existenzgründer: bis zu 1.500 Euro.

Volkswohlbund +

Der Volkswohlbund erlaubt bei der Bemessung der Höchstversorgung für den Fall der Berufsunfähigkeit bis zu einem Netto-Einkommen von 25.000 eine Absicherung von 95 Prozent, für Beamte sind es 35 Prozent. Einkommensanteile über 25.000 Euro werden anteilig mit 70 Prozent abgesichert, bei Beamten sind es anteilig zehn Prozent.

Zu erwartende BU-/EU-Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden nicht auf die Höchstrente angerechnet. Alle Ansprüche aus betrieblichen Versorgungen und privaten BU-/ EU- und Grundfähigkeitsabsicherungen werden in voller Höhe auf die maximal mögliche BU-/EU-Versorgung angerechnet. Dagegen berücksichtigt der Volkswohlbund Ansprüche aus Versorgungswerken erst ab einer Gesamtabsicherung von 2.501 Euro zu 50 Prozent.

Faktor Gesundheit(sprüfung) bei der angestrebten Rentenhöhe nicht vergessen

Ganz wichtig sind bei höheren Berufsunfähigkeitsrenten die Untersuchungsgrenzen der Versicherer: Ab 2.500 Euro monatliche BU-Rente ist meist eine umfangreiche ärztliche Untersuchung erforderlich, die sehr ins Detail gehen kann:

Gesundheitsprüfung der Continentale

+
Alternativ zur klassischen Untersuchung kann bei der Continentale wie auch bei anderen Versicherern ein medizinischer Dienst genutzt werden. Der kommt auf Wunsch auch nach Hause und führt die ärztliche Untersuchung durch. Wir raten davon eher ab, weil die Untersuchungsergebnisse dem Versicherer direkt bekannt gegeben werden - Sie haben damit keine Möglichkeit mehr, über die Verwendung der Daten zu entscheiden.

Gesundheitsprüfung Volkswohlbund

+
Gerade bei Interessenten mit einer umfangreichen Krankenakte empfehlen wir, zweistufig vorzugehen. Zunächst einmal wird eine BU-Rente von 2.500 Euro mit den regulären Gesundheitsfragen ohne weitere ärztliche Untersuchung beantragt. Ist die bewilligt, wird die restliche BU-Rente in einem separaten Vertrag beantragt. Jetzt wird eine ärztliche Untersuchung fällig, der Schutz bis 2.500 Euro ist dann allerdings schon gesichert. Sollte die ärztliche Untersuchung negative Befunde ergeben, berühren die die bereits versicherten 2.500 Euro nicht mehr.

Steuern und Krankenversicherung nicht vergessen!

Wenn Sie sich über die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente Gedanken machen, denken Sie auch daran, dass die BU-Renten versteuert werden müssen und Sie als freiwillig gesetzlich Versicherter Krankenkassenbeiträge oder ggf. Beiträge für die PKV zahlen müssen, auch wenn Sie berufsunfähig sind. Die steuerlichen Abgaben beim Bezug einer Berufsunfähigkeitsrente werden meist dann relevant, wenn die Renten voll versteuert werden müssen (siehe oben, betriebliche BU) oder Sie mit Ihrer Partnerin oder dem Partner steuerlich gemeinsam veranlagt werden. Denn wer als Single mit 45 Jahren eine BU-Rente von 2.000 Euro ausgezahlt bekommt, die noch 20 Jahre gezahlt werden würde, der muss gerade mal 400 Euro davon überhaupt nur versteuern - wenn es keine anderen Einkünfte gibt, wären das also gut 5.000 Euro im Jahr und damit eine Steuerlast von 0 Euro, weil nicht einmal das Existenzminimum erreicht wird! Wenn allerdings die gleiche Rente an jemanden ausgezahlt wird, der steuerlich gemeinsam veranlagt wird und bei dem der Steuersatz 35 Prozent beträgt, dann werden immerhin gut 150 Euro Steuern monatlich fällig.
+

“Mit der BU-Rente entlaste ich ja nur den Staat” - stimmt das?

Dieses Argument hören wir häufig: Gerade kleinere BU-Renten würden ja nur dazu führen, dass der HartzIV-Anspruch ausgehöhlt wird. Die Rechnung dahinter: Selbst als Single bekomme ich Grundsicherung und einen Mietzuschuss, der sich oft im Bereich von 600 bis 800 Euro monatlich bewegen wird. Wird eine BU-Rente von 1.000 Euro versichert, dann entfällt der HartzIV-Anspruch. Der Versicherte hat also viele Jahre Beiträge eingezahlt und muss sich die Leistung voll anrechnen lassen.

Hört sich logisch (und ärgerlich) an, stimmt aber nicht.
  1. Wer berufsunfähig wird und seine BU-Rente bekommt, hat trotzdem einen Anspruch auf Wohngeld oder Lastenzuschuss, der auch Bestandteil von HartzIV ist. Es entfällt also die Hilfe zum Lebensunterhalt aus der HartzIV-Unterstützung, nicht aber der Mietzuschuss.
  2. Wer in einer Partnerschaft lebt und dort Einkommen vom Partner vorhanden ist, der wird kein HartzIV bekommen, weil das Gesamteinkommen zu hoch ist. Eine Berufsunfähigkeitsrente wird unabhängig davon ausgezahlt.
  3. Wer HartzIV bezieht, steht unter engmaschiger Kontrolle durch die Sozialbehörden und muss viele Mitwirkungspflichten erfüllen, damit die Leistungen nicht gekürzt werden. Die Berufsunfähigkeitsrente wird so lange gezahlt, wie Berufsunfähigkeit fortbesteht. Sie können sich so auf Ihre Gesundung konzentrieren und müssen nicht den Kampf mit den Behörden um einen staatlichen Zuschuss führen. 
  4. Wer HartzIV bezieht, wird zum Bittsteller und steht gesellschaftlich am Rand. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung verschafft finanziellen Spielraum für ein selbstbestimmtes Leben.

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Modell-Foto: colourbox.com