Finanzielle Engpässe meistern: Dann macht ein Privatkredit wirklich Sinn

Der Alltag kann so manche ungeahnte Ausgaben-Überraschung mit sich bringen. Die Werkstattrechnungen für die Reparatur des Autos, der Ersatz für die defekte Waschmaschine, die Zahlung von Sachschäden ohne ausreichenden Versicherungsschutz bei den Nachbarn – nicht immer reicht das Sparguthaben aus, um die monetäre Misere rasch zu bereinigen. Viele Verbraucher entscheiden sich deshalb zur Aufnahme eines Darlehens oder greifen auf ihren Dispo zurück. Doch Experten warnen, denn gerade der Dispositionskredit kann schnell viel zu teuer werden. 

Privatkredit oder Dispo: Wie lässt sich die Liquiditätslücke am schnellsten schließen?

Dispo und Privatkredit können durch Banken und Sparkassen bei ausreichender Bonität bereitgestellt werden. Während der Dispo rasch verfügbar ist, kann die Genehmigung des Privatkredites etwas länger dauern. Für die monetäre Notfallhilfe ist der Dispo deshalb besonders gut geeignet. Doch diese Flexibilität und schnelle Bereitstellung kostet auch. Ihre Bereitschaft zur raschen Finanzspritze lassen sich Banken und Sparkassen durch hohe Zinsen besonders gut vergüten. Sie liegen in den meisten Fällen deutlich über denen der gewährten Privatkredite. Ein Grund, warum Finanzexperten vor einer längeren Inanspruchnahme des Dispositionskredites warnen.

Das sind die Stärken des Dispos

Schnelle, unkomplizierte finanzielle Unterstützung – das ist die wesentliche Stärke des Dispositionskredites. Bereitgestellt wird er auf Wunsch schon mit Kontoeröffnung, ausreichende Bonität vorausgesetzt. Die Höhe des eingeräumten Disporahmens wird nach der aktuellen Einkommenssituation bemessen. Meist räumen Banken und Sparkassen den zwei- bis dreifachen Wert der monatlichen Einnahmen ein. Wer beispielsweise keine Hausratversicherung abgeschlossen hat und aufgrund von Diebstahl ein neues Fahrrad benötigt, kann den Dispo bemühen, um weiterhin mobil zu bleiben. Kostet das neue Fahrrad beispielsweise 1.000 Euro und wird es mit dem Dispo-Budget finanziert, kann die Rückführung des geliehenen Betrages bei monatlichen regelmäßigen Einnahmen innerhalb weniger Monate geschehen. Ein Vorteil, denn die Zinsen für den Dispo können deutlich über 10 Prozent p. a. betragen. Für das langfristige Schließen einer Liquiditätslücke ist er deshalb weniger geeignet.

Die Stärken des Privatkredits

Es lohnt sich vor allem bei einem höheren Finanzierungsbedarf, einen Privatkredit zu beantragen. Da sich die Konditionen bei Banken und Sparkassen deutlich unterscheiden, ist ein Vorab-Vergleich ohne Schufa sinnvoll. Online-Portale bieten die Möglichkeit, mit dem Finanzierungswunsch auf die Suche nach attraktiven Angeboten zu gehen. Je präziser die Vorstellungen, desto treffsicherer lassen sich infrage kommende Darlehensmöglichkeiten finden. Wer weiß, dass er monatlich maximal eine bestimmte Rate für die Tilgung aufwenden kann, sollte dies bei den Filtermöglichkeiten für die Kreditergebnisse eintragen. Auf diese Weise bleiben alle Angebote verborgen, welche die Optionen nicht erfüllen. Für Kreditinteressenten ein Zeitsparvorteil, den sie in das raschere Ausfüllen des Darlehensantrages investieren können. Im Vergleich zum Dispo sind die Zinsen beim Privatkredit um ein Vielfaches geringer. Ursächlich dafür ist vor allem der länger dauernde Bereitstellungsprozess. Während der Dispo sofort abrufbar ist, werden für die Prüfung des Privatdarlehens zwei oder mehr Tage benötigt. Bis zur Auszahlung des gewünschten Betrages kann es noch einmal ein paar Tage dauern.

Privatkredit: Kreditinstitut oder Privatperson, wer bietet die besseren Konditionen?

Der Dispo wird ausschließlich durch Banken und Sparkassen vergeben, doch der Privatkredit kann auch durch private Geldgeber bereitgestellt werden. Letztere registrieren sich beispielsweise auf Finanzierungsportalen und stellen ihre liquiden Mittel (anteilig) zur Realisierung eines Privatkredites zur Verfügung. Beide Optionen haben ihre Vorzüge, aber auch Nachteile.

P2P-Darlehen: Das steckt wirklich dahinter

Der Kredit von privaten Geldgebern auf Plattformen (die sogenannten P2P-Kredite) ist vor allem für Selbstständige besonders geeignet. Gerade sie werden von Banken und Sparkassen oft als uns abwägend eingestuft und erhalten deshalb keine Finanzierungsmöglichkeiten. Durch die flexibel gestaltbaren Konditionen auf den Plattformen besteht die Möglichkeit dennoch, dass Selbstständige und/oder Freiberufler mit ausreichender Bonität und Einkommensnachweisen ein Darlehensangebot erhalten. Für die Investoren auf den Plattformen besteht häufig ein größeres Risiko für den Zahlungsausfall. Zwar überprüfen renommierte P2P-Anbieter die Bonität der Antragsteller bereits vorab, doch die engmaschige Kontrolle, wie sie bei Banken und Sparkassen stattfindet, wird nicht immer gewährleistet. Um sich zu schützen, können private Geldgeber (zusätzliche) Sicherheiten verlangen.

Privatkredit von Banken und Sparkassen: Wer hier besonders profitiert

Arbeitnehmende haben bei guter Bonität meist kaum Schwierigkeiten, attraktive Privatkredite zu erhalten. Auch umfangreichere Finanzierungswünsche und lange Laufzeiten sind mit den entsprechenden Sicherheiten häufig gar kein Problem. Selbstständige und Freiberufler allerdings haben schlechtere Chancen, um an einen Privatkredit über die Banken und Sparkassen zu gelangen.

Viele Bankkunden stehen den Finanzierungsportalen mit privaten Geldgebern noch immer etwas skeptisch gegenüber. Deshalb vertrauen sie lieber der Banken-/Sparkassen-Autorität und nutzen sie als erste Anlaufstelle, wenn es um Privatkreditanfragen geht.

So könnten die Konditionen bei einem Privatdarlehen aussehen

Der Nettokreditbetrag, die Laufzeit sowie die Bonitätseinschätzungen haben einen wesentlichen Einfluss auf die möglichen Kosten für das Darlehen. Alle Aspekte gemeinsam bestimmen darüber hinaus die Monatsrate mit dem Gesamtzinsaufwand. Ein Blick auf die Angebote von Banken und Sparkassen sowie Finanzierungsportalen zeigt, dass es deutliche Unterschiede bei Zinsen und anderen Konditionen geben kann.

Möchten Kreditnehmer 10.000 Euro finanzieren, kann das Monatsraten zwischen ca. 117 Euro und über 136 Euro ausmachen. Beträgt der Zinssatz 3 Prozent effektiv, ergibt sich daraus bei 96 Monaten Laufzeit eine Finanzierungsrate von ca. 117 Euro monatlich. 84 Monate Laufzeit würden eine Belastung von ca. 132 Euro ausmachen.

Steigt der Zinssatz nur um 1 Prozent, erhöhen sich die monatlichen Kosten bei einer 84-monatigen Laufzeit schon um mehr als 4 Euro. Bei einer 96-monatigen Laufzeit ebenfalls. Dieses Beispiel zeigt, warum auch keine Zinsunterschiede relevant sind und ein Vergleich vor der Unterschrift unter dem Kreditvertrag unverzichtbar ist.

Auch hier sollten Darlehensinteressenten auf Neutralität achten und sich zunächst Schufa-unabhängig einen Überblick über alle Finanzierungsoptionen verschaffen. Vergleichsportale liefern zuverlässige Angaben der aktuell geltenden Konditionen. Hierfür notwendig ist der Finanzierungsbedarf. Wer bereits weiß, dass er das Darlehen nur für einen bestimmten Zeitraum finanzieren möchte oder eine maximale monatliche Belastungsgrenze für die Ratenrückzahlung hat, kann diese auch in die Suchmaske integrieren und erhält noch präzisere Informationen.
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Pixabay.com © PublicDomainPictures CCO Public Domain Schnelle Hilfe auch für größere Finanzierungswünsche: Privatkredite sind durch ihre möglichen längeren Laufzeiten deutlich günstiger als der Dispo.

Unseriöse Anbieter enttarnen: Dies 5 Tipps helfen dabei

Häufig erwecken besonders populistische Werbeanzeigen oder vermeintliche Niedrigzinsen das Interesse der Darlehensinteressenten. Doch nicht immer müssen sich dahinter unseriöse Anbieter verbergen, denn gerade Online-Banken und Finanzierungsportale können ihre Darlehen günstiger als (lokale) Banken und Sparkassen bereitstellen.

Ein Grund hierfür sind die geringeren Fixkosten, denn eine Unterhaltung eines großen Mitarbeiterstabes und Immobilien ist bei ihnen nicht notwendig. Diese Kostenersparnis nutzen Sie als Wettbewerbsvorteil und geben sie an ihre Darlehensinteressenten in Form eines attraktiveren Zinsangebotes weiter.

Dennoch sollten Kreditinteressenten immer auf der Hut sein, wenn es um den Vergleich der Darlehensangebote geht. Woran sich wirklich unseriöse Anbieter erkennen lassen, zeigen diese fünf Praxistipps:

1. Reißerische Titel und "ohne Schufa“ Slogan

Unseriöse Kreditgeber machen sich oftmals die Notlage der Darlehensinteressenten zu nutzen. Letztere wissen, dass sie aufgrund ihrer eingeschränkten Bonität und der schlechten Schufa kaum eine Chance bei Banken und Sparkassen auf eine solide Finanzierungslösung haben. Werben Kreditgeber mit reißerischen Titeln und mit dem Verzicht auf die Schufa, sollten Darlehensinteressenten zweimal hinschauen.

Auch bei Privatkrediten, die über renommierte Finanzierungsportale angeboten werden, wird die Bonitätsprüfung vorgenommen. Vielleicht ist die Abfrage der Schufa nicht immer so detailliert, doch auf Sicherheiten und den Nachweis regelmäßiger Zahlungseingänge verzichten auch seriöse Kreditportale mit privaten Geldgebern nicht.

2. Ein Blick auf das Impressum bringt Klarheit

Wer in Deutschland seriös Angebote als Unternehmen Angebote präsentieren will, benötigt ein Impressum. Fehlt es auf der Website, ist Vorsicht geboten. Banken und Sparkassen müssen darüber hinaus eine Zulassung der zuständigen Behörde aufweisen und dies auf ihrer Internetpräsenz kenntlich machen. Kreditvermittlungen brauchen ebenfalls eine Zulassung (Paragraf 34c der Gewerbeordnung) und müssen den gleichlautenden Passus auf ihrer Website präsentieren.

3. Vorsicht vor unnötigen Versicherungen und Kreditkarten

Wer ein Darlehen wünscht, sollte niemals gezwungen werden, kostspielige Versicherungen oder andere Zusatzleistungen wie eine Kreditkarte abzuschließen. Sobald dies Voraussetzung für die Bewilligung des Darlehens ist, sollten Kreditinteressenten Abstand davon nehmen. Zwar können Banken eine zusätzliche Absicherung der Finanzierungssumme beispielsweise durch eine Arbeitslosenversicherung oder eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung forcieren, doch der Zwang besteht in der Regel nicht. Handelt es sich beim Darlehensnehmer um die einzige Einnahmequelle im Haushalt, möchten Banken und Sparkassen die Finanzierung absichern und schlagen eine zusätzliche Versicherung vor. Darlehensnehmer können entscheiden, ob sie im Wunsch nachkommen oder alternative Sicherungsmöglichkeiten anbieten.

Unseriöse Kreditgeber versteckten Klauseln wie etwa ein (kostenpflichtiges) Girokonto mit einer (kostenpflichtigen) Kreditkarte zum Darlehen selbst im Kleingedruckten. Deshalb ist es wichtig, dass keine Vertragsunterschrift ohne detaillierte Prüfung erfolgt und auch die AGB gelesen werden.

4. Keine Vorauszahlungen für die Kreditprüfung/Bewilligung

Seriöse Darlehensgeber verlangen keine Vorauszahlung für die Prüfung des Kreditwunsches. Banken, Sparkassen und auch Finanzierungsplattformen sehen dies als Serviceleistung und berechnen dafür nichts. Doch einige unseriöse Anbieter stellen eine positive Kreditentscheidung trotz Schufa nach einer Zahlung vorab in Aussicht. Eine Garantie, dass der Darlehenswunsch wirklich erfüllt wird, gibt es hier jedoch auch nicht und diese Information steht erfahrungsgemäß ganz kleingedruckt unter dem vollmundigen Versprechen.

5. Stimmt etwas nicht, vom 14-tägigen Rücktrittsrecht Gebrauch machen

In Deutschland werden Verbraucher bei Vertragsabschlüssen optimal geschützt. Stellen Darlehensnehmer fest, dass sie sich beim Kredit gehört haben oder der Vertrag vielleicht doch anders lautet, können sie innerhalb von 14 Tagen davon zurücktreten. Sobald die Vertragsurkunde (§ 356b BGB) ausgehändigt wurde, beginnt die mehrtägige Frist. Innerhalb dieses Zeitraumes ist es möglich, den Vertrag ohne Angaben von Gründen zu widerrufen. Ist bis dahin schon Geld geflossen, muss dieses natürlich zurückgezahlt werden. Abhängig von der Vertragsgestaltung kann es sein, dass Banken und Sparkassen für die Rückabwicklung eine kleine Transaktionsgebühr erheben.

14.12.2022

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