Berufsunfähigkeitsversicherung Krankenschwester Fakten für Pflegekräfte in Gesundheitsberufen

Das Wichtigste zum Thema Berufsunfähigkeit und Gesundheitsberufe auf einen Blick

  • Mitarbeiter im Gesundheitswesen haben durch die besonderen physischen und psychischen Belastungen im Job ein besonders hohes Berufsunfähigkeitsrisiko. 
     
  • Fehlende Absicherung: Die Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung bietet im Fall einer Berufsunfähigkeit keine ausreichende finanzielle Absicherung.
     
  • Private Vorsorge mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist notwendig, um im Ernstfall als Gesundheitspfleger oder Krankenpfleger finanziell abgesichert zu sein.
     
  • Infektionsklausel sichert umfassenden Schutz der Arbeitskraft in allen medizinischen Berufen.
     
  • Nicht zu knapp absichern: Rentenhöhe und Laufzeit der Versicherung so wählen, dass der Schutz auch bei längerer Berufsunfähigkeit ausreichend bemessen ist.
Die Arbeit in Gesundheits- und Pflegeberufen gilt neben der Tätigkeit als Erzieher und im Vollzugsdienst wie etwa bei der Polizei als besonders belastend, anstrengend und stressig – und das aus ganz verschiedenen Gründen:
  • Hohe Verantwortung bei durchschnittlicher Bezahlung
  • Anspruchsvolle Tätigkeiten mit hohem Zeitdruck
  • Belastungssituationen im Arbeitsalltag durch Krankheit und Tod
  • Körperlich anstrengende Tätigkeiten durch das Bewegen und Heben von Pflegebedürftigen
  • Wechseldiensttätigkeit
Die vielen Risikofaktoren sorgen für unterschiedliche Belastungsszenarien, dazu zählen:
  • Erkrankungen am Bewegungsapparat durch körperliche Belastung
  • Erschöpfung bis hin zum Burn-Out durch psychische und emotionale Belastungen
  • Infektionsrisiko durch den Umgang mit kranken Menschen
Gleichzeitig haben viele Mitarbeiter im Gesundheitswesen durch Wechseldienste kaum die Möglichkeit, ausgleichend auf die Risikofaktoren einzugehen – zum Beispiel durch Sport oder längere Erholungskorridore. Aus gutem Grund also ist der Krankenstand in diesem Bereich mit einer der höchsten am Arbeitsmarkt – inklusive eines hohen Berufsunfähigkeitsrisikos. 
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Gesundheitsberufe: Die Belastungen werden weiter steigen

Auch wenn die Politik mittlerweile mit Initiativen versucht, die zum Teil dramatisch schlechte Situation in den Gesundheits- und Pflegeberufen zu entschärfen: Fakt bleibt, dass die Belastung eher zunehmen als abnehmen wird. So steigt die Anzahl der Pflegebedürftigen in den kommenden 40 Jahren um rund zwei Millionen Menschen. Die Anzahl der Pflegekräfte wird kaum in dem Maße wachsen können, was jeden Einzelnen im Job noch stärker belastet und das Risiko gesundheitlicher Probleme steigen lässt.
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Erwerbsminderung in Gesundheitsberufen: Rente des Staates nicht ausreichend

Natürlich stehen auch allen im Gesundheitswesen im Fall einer schweren Erkrankung Leistungen der Deutschen Rentenversicherung im Rahmen der Erwerbsminderungsrente zu. Allerdings reichen die Leistungen kaum aus, um davon im Ernstfall leben zu können. Selbst bei einer vollen Erwerbsminderungsrente beträgt der Rentenanspruch kaum mehr als ein Drittel des letzten Bruttoeinkommens. Und selbst diese Leistung ist nicht sicher, weil die Deutsche Rentenversicherung Sie unter Umständen auf einen anderen Job verweisen kann: Dann erhalten Sie gar keine Rente, auch wenn Sie in diesem Alternativjob nicht arbeiten wollen oder gar keinen Job finden.

Tipp: Die Erwerbsminderungsrente ist kaum mehr als ein Gnadenbrot – nur eine Absicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung macht Sie im Falle von gesundheitlichen Einschränkungen finanziell unabhängig.  

Private Absicherung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung: Viel zu teuer?

Grundsätzlich zählen Angestellte in Gesundheitsberufen nicht zu denjenigen, die wie Akademiker oder reine Büroangestellte oft sehr günstigen Schutz zu geringen Kosten bekommen. Das heißt aber nicht, dass der Schutz unbezahlbar sein muss. Es kommt darauf an, mit einer umfassenden Analyse die Absicherung zu finden, die gute Bedingungen hat und bezahlbar ist. Und die Unterschiede sind immens:

Kosten der BU für einen Gesundheitspfleger

 

Klinik Rente

Swiss Life
124,81 Euro

Premium BU PBU

Continentale
126,41 Euro

Secur AL BV 10

Alte Leipziger
131,57 Euro

SBU 2910

Nürnberger
133,19 Euro

7403 SBU exklusiv

uniVersa
133,45 Euro
teuerster Anbieter 261,97 Euro
Gesundheitspfleger, 30 Jahre, 25 % Bürotätigkeit, mtl. Rente 1.250 Euro bis 67 Jahre

Sie sehen:
Mit der Wahl der richtigen Tarife lassen sich die Kosten um die Hälfte reduzieren! 

Günstig nicht gleich schlecht

Dass die Beiträge um bis zu 100 Prozent abweichen, hat nicht unbedingt etwas mit der Qualität des Schutzes der Berufsunfähigkeitsversicherung zu tun. Oft steckt auch Geschäftspolitik dahinter, und ein hoher Beitrag soll bestimmte Interessenten abschrecken. Wichtig ist es, dass Sie die relevanten Leistungsmerkmale im Blick behalten, wenn Sie als Krankenschwester, -pfleger oder anderer Mitarbeiter im Gesundheitswesen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen. Das sind einige der wichtigsten Leistungsmerkmale:

Infektionsklausel

Damit wird sichergestellt, dass Sie Ihre Rente erhalten, wenn Sie wegen einer Infektion nicht mehr arbeiten dürfen. Die Klausel muss sich ausdrücklich auch auf Ihren Beruf erstrecken!

Verweisungsverzicht

Heute sehen gute Berufsunfähigkeitsversicherungen keine abstrakte Verweisung mehr vor, wenn Sie in einem anderen Beruf arbeiten können. Die Formel muss lauten: Bei 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf bekommen Sie 100 Prozent Rente.

Leistungsausschlüsse

Vor allem Leistungsausschlüsse im Straßenverkehr sind haarig: Die Übergänge zwischen grober Fahrlässigkeit und Vorsatz sind schmal und fließend. Ist lediglich grobe Fahrlässigkeit nicht ausgeschlossen, Vorsatz aber schon, entscheidet vielleicht ein Verkehrsrichter über Ihre Rente – Vorsatz sollte immer mitversichert sein.

Verzicht auf befristete Anerkenntnisse

MIt solchen befristeten Anerkenntnissen werden Renten für zwölf bis 24 Monate bewilligt – danach müssen Sie sie neu beantragen. Besser ist es, wenn Ihre BU-Versicherung als Krankenschwester oder -pfleger darauf verzichtet – die Versicherung prüft natürlich trotzdem regelmäßig das Fortbestehen der Berufsunfähigkeit – aber Sie müssen nicht alle Unterlagen für einen neuen Leistungsantrag beibringen.

Nachversicherung

Wenn Sie als junge Krankenschwester oder als junger Gesundheitspfleger 1.250 Euro Rente absichern, mag das heute reichen. In 20 Jahren aber wird es zu wenig sein, wenn Sie eine Familie ernähren und ein Haus abbezahlen müssen. Eine vertraglich vereinbarte Nachversicherungsgarantie erlaubt es Ihnen, die einmal vereinbarte Rente nachträglich anzupassen. Und das im besten Fall ohne erneute Gesundheitsprüfung – und ohne Risikoprüfung!

Überbrückung bei Zahlungsschwierigkeiten

Im Gesundheitswesen sind die Gehälter nicht gerade üppig – umso wichtiger ist es, dass Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung bei Zahlungsproblemen bestehen bleiben kann. Im Idealfall werden die Beiträge gestundet, der Rentenanspruch bleibt uneingeschränkt bestehen, und Sie können die Beiträge später nachzahlen. Ohne entsprechende Regelung laufen Sie Gefahr, den Schutz schnell zu verlieren!

Gesundheitsprüfung entscheidend

Wenn Sie selbst in einem Gesundheitsberuf arbeiten, wissen Sie, wie lang und umfangreich Patientenakten sein können. Und Sie müssen Ihre von A bis Z studieren, wenn Sie als Krankenschwester oder -pfleger eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen. Denn die Liste der Vorerkrankungen und Beschwerden ist oft lang – und Sie müssen sie angeben, wenn Sie für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung die Gesundheitsprüfung erfolgreich durchlaufen wollen.  

Vor allem Kreuzschmerzen und Verspannungen plagen Arbeitnehmer in den Gesundheitsberufen – oft werden physiotherapeutische Behandlungen verordnet, die ebenfalls angegeben werden müssen. Relevant für die Berufsunfähigkeitsversicherung sind vor allem die Diagnosen, die der Verordnung zugrunde liegen – gerade chronische Erkrankungen wie Skoliose können den Abschluss der BU schnell unmöglich machen. Hinzu kommen Belastungserkrankungen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung, Schmerzen in den Beinen, Verdauungsbeschwerden sowie Nervosität und Unruhe. Und auch psychische Beeinträchtigungen treten in den Gesundheitsberufen deutlich öfter auf als in anderen Berufsgruppen – zwei von drei Mitarbeitern klagen über solche Beschwerden.

Tipp: Klären Sie Ihre Gesundheitsgeschichte umfassend auf. Mit den Patientenquittungen der gesetzlichen Krankenversicherungen und den Arzt-Unterlagen helfen wir Ihnen dabei, Ihre Gesundheitsgeschichte lückenlos und rechtssicher zu dokumentieren. So vermeiden Sie von Anfang an Streit im Leistungsfall! 
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Laufzeit und Rentenhöhe richtig wählen

Wenn Sie im Gesundheitswesen eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Angestellte abschließen möchten, sollte die Laufzeit so gewählt werden, dass direkt daran die Altersrente anschließt – bei den meisten wird das mittlerweile der 67. Geburtstag sein. Nur so stellen Sie sicher, dass Sie bei längerer Berufsunfähigkeit keine Versorgungslücken haben.

Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente sollte so gewählt sein, dass Sie auch bei einer längeren Berufsunfähigkeit zum Halten des Lebensstandards reicht. In der Regel sollten deshalb 70 bis 80 Prozent des letzten Nettogehalts versichert werden. Wenn Sie erst einmal weniger absichern möchten, wählen Sie als Krankenschwester oder Gesundheitspfleger einen Vertrag mit einer Nachversicherungsgarantie. Sie können dann bei Eintritt bestimmter Lebensereignisse die Rente ohne erneute Gesundheits- und ggf. auch ohne Risikoprüfung anpassen.  

Gesund bleiben in Gesundheitsberufen 

Sie haben es in der Hand, etwas für Ihre Gesundheit zu tun – und das nicht nur in Ihrer Freizeit, etwa durch regelmäßigen Sport. Auch im Job lassen sich Gesundheitsmaßnahmen einbauen. 

Rücken schonen!

Die Arbeit in Gesundheitsberufen ist auch eine körperliche Arbeit – mit besonderen Belastungen für den Rücken. Schonen Sie Ihren Rücken deshalb, wann immer das möglich ist:
  • Arbeiten Sie "gerade" und nicht seitlich geneigt.
  • Tragen Sie bequeme, rutschfeste Schuhe für stabilen Stand und sicheren Halt.
  • Nutzen Sie technsiche Hilfsmittel wie Lifter, und binden Sie Pflegebdürftige mit in die Bewegunsgabläufe ein.

Haut schützen

Achten Sie darauf, dass Ihre Hände nicht austrocknen. Sie tragen Handschuhe und nutzen Reinigungs- und Desinfektionsmittel, die die Haut austrocken. Cremen Sie die Hände deshalb regelmäßig ein, und legen Sie die Handschuhe immer mal wieder ab. 

Stress begegnen

Stress ist in Gesundheitsberufen allgegenwärtig – und er lässt sich nicht immer vermeiden.  Aber Stress-Resistenz (auch als Resilienz bezeichnet) lässt sich lernen – es gibt mittlerweile zahlreiche Bücher dazu. 

Gesund ernähren 

Gerade im Schichtdienst ist schlechte Ernährung der Angestellten weit verbreitet, weil oft die Zeit fehlt, gesund zu essen – im Job genauso wie in der Freizeit.  Verzichten Sie dennoch im Dienst auf fette und schwer verdauliche Speisen, und essen Sie Eiweiß und Kohlenhydrate aus Nudeln, Kartoffeln, Brot, Quark oder Eiern, die als "Fitmacher" gelten. 

Venen pflegen

Wer in der Pflege und im Gesundheitswesen arbeitet, wird oft von müden und schweren Beinen geplagt. Tragen Sie als Gegenmaßnahme während der Arbeitszeit medizinische Kompressionsstrümpfe, die für einen schnelleren Blufluß sorgen und die Beine entspannen. Und bewegen Sie sich auch während der Arbeitszeit mal nur für sich: Dehn- und Lockerungsübungen halten fit und gesund. 

21.11.2019

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Modell-Foto: colourbox.com