Private Krankenversicherung Beitragsentlastungstarife

Viele Privatversicherte haben Angst davor, die monatlichen Krankenkassenbeiträge im Alter nicht mehr bezahlen zu können. Einen Schutz vor dieser finanziellen Belastung im Alter versprechen die Beitragsentlastungstarife. Doch lohnen sich diese Beitragsentlastungstarife wirklich?
Das Prinzip der Beitragsentlastungstarife sieht ganz einfach vor, dass der Versicherte heute etwas mehr zahlt und dafür im Alter mit günstigeren Beiträgen entlastet wird: So bleibt das attraktive Leistungsspektrum der privaten Krankenversicherung auch im Alter bezahlbar. Bei den Beitragsentlastungstarifen zahlt der Privatversicherte in jungen Jahren zusätzlich zu seinen Krankenkassenbeiträgen noch einen Mehrbetrag. Im Gegenzug wird sein Krankenversicherungsbeitrag reduziert, wenn er das vereinbarte Alter (zumeist 65 Jahre) erreicht hat. Allerdings gilt es zu beachten, dass auch im Alter weiterhin der Zusatzbeitrag für den Beitragsentlastungstarif gezahlt werden muss. Dadurch wird der Entlastungsbetrag teilweise wieder aufgezehrt.

Beitragsentlastungstarife: Dynamische oder konstante Entlastung

Es gibt zwei Varianten von Beitragsentlastungstarifen. Bei der konstanten Beitragsentlastung wird eine feste Entlastungssumme vereinbart, und der monatlich zu zahlende Beitrag bleibt die ganze Zeit gleich. Dynamische Beitragsentlastungstarife sehen hingegen in festgelegten Zeitintervallen eine Erhöhung des monatlich zu zahlenden Mehrbetrags vor. Auf diese Weise können Inflation und Kostensteigerungen ausgeglichen werden. In beiden Fällen wird der Versicherte im Beitragsentlastungstarif an den Überschüssen beteiligt, die mit der Anlage der Beiträge erwirtschaftet werden. Hier PKV-Schutz mit günstigen Beiträgen im Alter

Vergleich der Beitragsentlastungstarife mit alternativen Geldanlagen

Im Grunde handelt es sich bei den Beitragsentlastungstarifen um eine Geldanlage, mit der der Versicherte für das Alter vorsorgt. Dementsprechend muss man sich auch die Frage stellen, ob sich durch eine andere Altersvorsorge nicht eine höhere Rendite als mit den Beitragsentlastungstarifen erwirtschaften lässt. Besser geeignet kann zum Beispiel eine Geldanlage in Investmentfonds und/oder festverzinsliche Wertpapiere oder auch Banksparpläne sein. Die Erträge aus diesen Kapitalanlagen kann der Privatversicherte dann im Alter genauso gut verwenden, um damit seine Krankenkassenbeiträge zu bezahlen.

Steuerliche Vorteile der Beitragsentlastungstarife

Aus steuerlicher Sicht bieten die Beitragsentlastungstarife zwei Vorteile. Zum einen unterliegen die erwirtschafteten Erträge − anderes als bei vielen anderen Geldanlagen − nicht der Abgeltungssteuer. Zum anderen können Versicherte die Mehrkosten für die Beitragsentlastungstarife genauso wie die restlichen Krankenkassenbeiträge zumindest anteilig als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Dabei gilt: In dem Umfang, in dem sie sich auf die Basiskrankenversicherung beziehen, sind die Beitragsentlastungstarife auch von der Steuer absetzbar. 

Verlust der Beiträge für die Beitragsentlastungstarife bei Versicherungswechsel

Die Beitragsentlastungstarife haben jedoch auch einen ganz entscheidenden Nachteil. Wenn der Versicherte zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechselt, gehen sämtliche bis dahin eingezahlten Beiträge verloren. Aber nicht nur die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung führt zu einem Komplettverlust aller bis dahin eingezahlten Beiträge, sondern auch der Wechsel zu einer anderen Versicherungsgesellschaft. Damit ist der Versicherte durch den Abschluss eines Beitragsentlastungstarifs dauerhaft an seinen bisherigen Versicherer gebunden. Darüber hinaus sind die eingezahlten Beiträge auch im Todesfall beim Beitragsentlastungstarif verloren. 

Arbeitnehmer können Arbeitgeberzuschuss beim Beitragsentlastungstarif ausnutzen

Interessant sind die Beitragsentlastungstarife vor allem für Arbeitnehmer. Denn bei privat versicherten Arbeitnehmern beteiligt sich der Arbeitgeber mit 50 Prozent an den Krankenkassenbeiträgen. Dieser Arbeitgeberzuschuss erstreckt sich auch auf die Mehrkosten für die Beitragsentlastungstarife. Dies gilt jedoch nur, wenn der maximale Arbeitgeberzuschuss in Höhe von derzeit 317,55 Euro pro Monat noch nicht erreicht ist.

Arbeitnehmer: So wird gerechnet beim Arbeitgeberzuschuss

Ein Arbeitnehmer zahlt derzeit 380 Euro für die private Krankenversicherung – 190 Euro zahlt davon der Arbeitgeber. Durch den Abschluss eines Beitragsentlastungstarifes steigt der Beitrag auf 430 Euro. Jetzt zahlt der Arbeitgeber davon 215 Euro und beteiligt sich an der Beitragsentlastung somit zu 50 Prozent. Anders sieht es aus, wenn die private Krankenversicherung im Beispiel heute schon 650 Euro kosten würde – der Arbeitgeber müsste davon nur maximal 295,65 Euro zahlen, ein Beitragsentlastungstarif zusätzlich würde sich nicht mehr auswirken auf den Arbeitgeberanteil zur privaten Krankenversicherung. Die Folge: Die Kosten für den Beitragsentlastungstarif bleiben zu 100 Prozent am Versicherten hängen.
Im Gegensatz zu Arbeitnehmern müssen Selbstständige auf diesen Zuschuss verzichten und die Mehrkosten für einen Beitragsentlastungstarif immer vollständig aus eigener Tasche zahlen – hier bleibt nur ein möglicher steuerlicher Vorteil der Beitragsentlastungstarife.

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Modell-Foto: colourbox.com