Schutz gegen schwere Krankheiten Dread-Disease-Policen: Sinnvoller Schutz

Die Dread-Disease-Versicherung ist in Deutschland als Versicherungsform noch relativ neu und unbekannt. Sie wird auch als Critical-Illness- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung bezeichnet und sichert Sie gegen das Risiko und die finanziellen Folgen schwerer Krankheiten – wie zum Beispiel Krebs – ab.
Derzeit wird die Dread-Disease-Versicherung vor allem als BU-Alternative angeboten. Erkrankt der Versicherte an einer der Krankheiten, die im Versicherungsvertrag der Schwere-Krankheiten-Versicherung festgehalten wurden, so zahlt die Versicherungsgesellschaft eine festgelegte Summe in einem Betrag aus. Die Leistungsauszahlung der Dread-Disease-Versicherung erfolgt, sobald eine schwerwiegende Diagnose wenige Wochen überlebt worden ist. Die Versicherungssumme der Schwere-Krankheiten-Versicherung kann zwischen 20.000 und mehreren 100.000 Euro liegen. Bei der Auszahlung der Dread-Disease-Versicherung ist es irrelevant, wie gut die Chancen auf Heilung sind oder ob durch die Erkrankung eine Berufsunfähigkeit erfolgt oder nicht. Es besteht außerdem die Möglichkeit, bei der Dread-Disease-Versicherung zusätzlich eine Summe für den Todesfall zu vereinbaren, um auch die Hinterbliebenen finanziell mit abzusichern.

Was ist bei der Dread-Disease-Versicherung abgesichert?

Am umfangreichsten sichert derzeit die Canada Life die schweren Krankheiten ab. Der Katalog umfasst 43 schwere Erkrankungen, für die Schutz besteht. Das Spektrum reicht dabei von den bekannteren schweren Erkrankungen wie Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt bis zu Blindheit. Als versicherte schwere Krankheit gilt aber auch eine bakterielle Meningitis, eine chronische Bauspeicheldrüsenentzündung oder eine fortgeschrittene Lungenerkrankung. Alternativ ist die Gothaer mit dem Tarif Perikon auf dem Markt, der jedoch deutlicher weniger Krankheiten absichert.

Nicht eingeschlossen in die Dread-Disease-Versicherung sind bislang Erkrankungen, die häufig zu Berufsunfähigkeit führen, wie beispielsweise Venenerkrankungen oder Rückenleiden. Auch psychische Krankheiten umfasst die Schwere-Krankheiten-Versicherung nicht. Der Hauptgrund: Das Krankheitsbild ist – anders als bei den versicherten schweren Krankheiten – bei Rückenleiden oft diffus und entsprechend schwer als Krankheit zu definieren und zu fassen. 

Wie bemisst sich die Prämie?

Die Versicherungsbeiträge der Dread-Disease-Police orientieren sich individuell an der vereinbarten Versicherungssumme, an dem Versicherungsumfang im Allgemeinen sowie an der Vertragslaufzeit. Darüber hinaus spielen auch Alter und Geschlecht des Versicherten eine Rolle bei der Berechnung der Beiträge. Vorerkrankungen oder auch der Raucherstatus werden ebenfalls für die Kalkulation des Beitrags herangezogen. Wer mit Mitte 20 eine Dread-Disease-Police abschließt und 100.000 Euro Versicherungssumme wählt, wird rund 45 Euro monatlich dafür zahlen müssen. 

Was ist zu beachten bei der Dread-Disease-Versicherung?

Neben dem Katalog der schweren Krankheiten sind weitere Punkte vor dem Abschluss zu berücksichtigen. In aller Regel wird der Schutz der Dread-Disease-Versicherung erlöschen, wenn die Leistung einmal ausbezahlt wurde. Der Schutz besteht also nicht wie bei einer Invaliditätsversicherung fort und wird wieder aktiviert, wenn Sie die Krankheit überwunden haben. Die Canada Life bietet die Möglichkeit, dass Sie bei Arbeitsunfähigkeit von der Beitragszahlug befreit werden. Damit ist der Schutz sichergestellt, wenn Sie arbeitsunfähig werden und es Ihnen schwerfallen würde, die Beiträge zu zahlen.
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Dread-Disease-Versicherung: Auch als Firmenversicherung eine sinnvolle Option

Nicht nur für Privatpersonen sondern auch für Unternehmen ist die Dread-Disease-Versicherung aufgrund der Auszahlung einer einmaligen Summe durchaus interessant. Es besteht die Möglichkeit, eine solche Schwere-Krankheiten-Versicherung auch für Dritte abzuschließen. Wenn ein hoch bezahlter und fähiger Manager eines Unternehmens kurzfristig aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung ausfällt, so muss schnell Ersatz besorgt werden. Darüber hinaus kann es auch zu Auftragsverlusten oder gar zu Vertragsstrafen kommen, die mit einer solchen Dread-Disease-Versicherung finanziell ausgeglichen werden können. Die Dread-Disease-Versicherung kann von einem Unternehmen für ein oder auch für mehrere wichtige Leistungsträger abgeschlossen werden. In diesem Fall spricht man von einer Key-Person-Versicherung. Die Beiträge für die Dread-Disease-Versicherung werden vom Unternehmen entrichtet, im Falle eines Falles erhält auch dieses die Leistungen aus der Dread-Disease-Versicherung.

Berufsunfähigkeitsversicherung gegen Dread-Disease-Versicherung: Wo ist der Unterschied?

Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Versicherungen liegt in der Art der Versicherungsleistung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung tritt dann ein, wenn durch eine Erkrankung oder einen Unfall dem bisherigen Beruf auf längere Zeit oder dauerhaft nicht mehr nachgegangen werden kann. Dann bezahlt die Versicherungsgesellschaft eine monatliche Rente aus, mit welcher der bisherige Lebensstandard gehalten werden kann. Die Dread-Disease-Versicherung zahlt eine einmalige, hohe Summe aus – eine Berufsunfähigkeit muss deshalb aber nicht nachgewiesen werden. Es ist hierbei ausreichend, dass von zwei Ärzten eine Krankheit diagnostiziert wird, die im Versicherungsvertrag der Dread-Disease-Versicherung aufgelistet ist.

Vorteile der Dread-Disease-Versicherungen

Sobald die Diagnose gestellt wurde, steht einer Auszahlung der Versicherungssumme bei der Dread-Disease-Police nichts mehr im Weg. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es oft zu Komplikationen – bei vielen Anbietern muss in regelmäßigen Abständen die Berufsunfähigkeit erneut nachgewiesen werden. Aufgrund dieses Unterschieds profitieren auch Selbstständige von der Dread-Disease-Versicherung. Sie haben es oft besonders schwer, wenn sie Geld aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung einfordern wollen. Kann die Versicherungsgesellschaft den Kunden verweisen, dann kann sie darauf bestehen, dass er an einer anderen Stelle im Unternehmen eingesetzt wird, sofern sich dies mit seiner Krankheit vereinbaren lässt. Die Rentenzahlung kann dann von der Versicherung erst einmal verweigert werden.

Entweder … oder … Berufsunfähigkeitsversicherung und Dread Disease?

Einige Versicherungsgesellschaften bieten die Schwere-Krankheiten-Versicherung als Zusatzbaustein für die Berufsunfähigkeitsversicherung an, sodass eine Kombinations-Lösung abgeschlossen werden kann – das ist der Idealfall. Gerade weil psychische Erkrankungen, Gelenk- oder Rückenleiden bei der Dread-Disease-Versicherung nicht abgesichert sind, sollte auf einen Berufsunfähigkeitsschutz nicht verzichtet werden. Denn diese Krankheiten gehören mittlerweile zu den Hauptursachen, weswegen viele Menschen noch vor Eintritt ins Rentenalter berufsunfähig werden. Wer einen besonders risikoreichen Beruf ausübt und dem deshalb der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung seitens der Versicherungsgesellschaft verwehrt wird, für den stellt die Dread-Disease-Versicherung oder Schwere-Krankheiten-Versicherung eine gute Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung dar.

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Modell-Foto: colourbox.com
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