Berufsunfähigkeitsrente Die richtige Absicherung wählen

Gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit gewappnet und versichert zu sein, ist die eine Sache. Die Absicherung individuell und "passend" zu gestalten, eine ganz andere. Hier erfahren Sie, wie Sie die richtige Berufsunfähigkeitsrente wählen: Eine Absicherung, die zum Leben im Ernstfall reicht und die gleichzeitig auch bezahlbar bleibt.

Berufsunfähigkeitsrente

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  • Dauerhaft günstige Beiträge

Wie viel Berufsunfähigkeitsrente soll ich absichern?

"Wie viel BU-Rente brauche ich?" – diese Frage bekommen Makler und Berater immer wieder gestellt. Eine Faustregel ("70 Prozent vom Netto – mindestens") für die Bemessung der Berufsunfähigkeitsrente gibt es aber nicht. Jede Absicherung ist individuell und sollte so auch geplant werden – die "passende" Berufsunfähigkeitsrente inklusive. Antworten auf zwei Fragen helfen bei der Berechnung der richtigen Berufsunfähigkeitsrente.

Frage 1: Welche Ausgaben habe ich bei Berufsunfähigkeit?

Tatsächlich stellen sich diese Frage die wenigsten, obwohl ihr entscheidende Bedeutung zukommt. Denn neben den Lebenshaltungskosten sorgen vor allem Kosten für die Krankenversicherung und die Altersvorsorge dafür, dass das Budget ohne ausreichende Berufsunfähigkeitsrente schnell zu knapp wird. So müssen PKV-Versicherte bei Berufsunfähigkeit ihre Beiträge alleine schultern – gesetzlich Versicherte kommen wenigstens in den Genuss günstigerer Beiträge. 

Die Altersvorsorge dagegen wird radikal reduziert bei Berufsunfähigkeit: In die Deustche Rentenversicherung fließen gar keine Beiträge mehr, und das Schicksal der betrieblichen Absicherung muss auch geklärt werden. Umso wichtiger ist es, dass die private Altersvorsorge weiter bedient werden kann, denn ihre Bedeutung wächst bei Berufsunfähigkeit.

Frage 2: Mit welchen Einnahmen kann ich bei Berufsunfähigkeit rechnen?

Das Einkommen fällt bei längerer Berufsunfähigkeit meist weg – trotzdem stehen viele, die das frühere Nettoeinkommen komplett selbst absichern müssen, nicht ganz "blank" da.

Erwerbsminderungsrente: Bei voller Erwerbsminderung bekommen Sie eine Erwerbsminderungsrente, die maximal 30 Prozent Ihres früheren Bruttoeinkommens ausmacht – eine halbe Erwerbsminderungsrente reduziert diesen Betrag um 50 Prozent. Oft kommen die Renten aber nicht zur Auszahlung, weil Sie auf dem Arbeitsmarkt – wenn auch in einem anderen Job – noch einsetzbar sind. Eine staatliche Berufsunfähigkeitsrente erhalten Sie allerdings nur noch, wenn Sie vor 1961 geboren sind.

Tipp: Rechnen Sie im Rentenrechner selbst, wie wenig gesetzliche Erwerbsminderungsrente Sie bekommen.  

Betriebliche Absicherung: Viele baV-Verträge sehen auch Leistungen bei Berufsunfähigkeit vor. Sichern Sie sich diese Leistungen unbedingt, und sprechen Sie Ihren Arbeitgeber an. 

Private Absicherung: Nicht nur eine Berufsunfähigkeitsrente kann Ihnen finanzielle Unterstützung geben – auch Unfall- oder Pflegeversicherungen leisten bei schweren Erkrankungen oder Unfällen, wenn eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit die Folge ist. Beziehen Sie mögliche Ansprüche aus solchen Policen in Ihre Überlegungen mit ein.

Staatliche Unterstützung: Fällt das Familieneinkommen weg oder reduziert sich deutlich, leistet auch der Staat zusätzliche Unterstützung, etwa durch Wohngeld oder einen Lastenzuschuss.

Bei Beamten stellt sich die Frage, wie hoch ihre Versorgungsansprüche gegen den Dienstherren sind - oft ist allerdings trotzdem eine Dienstunfähigkeitsversicherung als spezielle Form der Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte sinnvoll.

Die richtige Höhe: So wird bei der Berufsunfähigkeitsrente gerechnet

Jeder muss seinen Weg finden, um das Risiko einer Berufsunfähigkeit ausreichend abzusichern. Hier zeigen wir Ihnen drei ganz unterschiedliche Ideen, wie der richtige Schutz aussehen kann.
Peter W. (36) lebt mit seiner Frau (34) und den beiden Kindern (zwei und fünf Jahre) in Hamburg. Er verdient rund 4.200 Euro netto im Monat. Bei einer Berufsunfähigkeit würde er maximal 880 Euro Erwerbsminderungsrente beziehen, über die betriebliche Altersvorsorge sind rund 450 Euro abgesichert. Seine Versorgungslücke von 2.870 Euro sichert er mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung über 2.500 Euro ab, die als Arbeitsunfähigkeitsversicherung bereits bei einer längeren Krankeschreibung leistet. Zudem übernimmt die Versicherung auch die Beiträge für seine private Rentenversicherung in Höhe von 370 Euro monatlich.
Tatjana T. (48) lebt mit ihrem Partner Tarik P. (39) in Sonthofen. Als Geschäftsführerin verdient sie in einem mittelständischen Unternehmen rund 3.800 Euro netto im Monat. Bei einer vollen Erwerbsminderung bekommt sie bis zu 900 Euro, möchte das aber nicht miteinfließen lassen in ihre Überlegungen. Die Absicherung der gesamten 3.800 Euro ist ihr zu teuer, sodass sie sich für 2.000 Euro Rente mit einer Laufzeit bis 67 Jahre entscheidet und weitere 1.250 Euro bis 62 Jahre absichert – dann will sie finanziell so gut stehen, dass auch eine kleinere Rente reicht.
Claudia H. (42) muss als alleinerziehende Mutter mit jedem Cent rechnen,  trotzdem möchte sie bei einem Einkommen von 1.650 Euro netto im Monat 1.200 Euro Berufsunfähigkeitsrente versichern – zusammen mit der möglichen Erwerbsminderungsrente von 620 Euro sieht sie Ihre Vorsorgelücke dann geschlossen. Gleichzeitig schließt sie auch bei der betrieblichen Altersvorsorge einen BU-Baustein mit ein – die Rente dort erhält sie dann auch, wenn sie gesundheitsbedingt aus dem Job ausscheiden muss.

Berufsunfähigkeitsrente: Sie haben das Geld nicht für sich alleine!

Eine Berufsunfähigkeitsrente gehört zum zu versteuernden Einkommen – versteuert wird die Rente mit dem besonderen Ertragsanteil, dessen Höhe sich nach der Höhe der möglichen Restlaufzeit richtet – die Grafik zeigt, wie hoch dieser Ertragsanteil im Einzelfall ist. 
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Wie viel Berufsunfähigkeitsrente versichern die Anbieter?

Die Frage nach der passenden Berufsunfähigkeitsrente beantworten übrigens nicht nur die Kunden alleine – denn nicht jede Wunsch-Rente ist auch versicherbar. Die Berufsunfähigkeitsversicherungen führen sogenannte 
Angemessenheitsprüfungen durch, mit denen die versicherbare Berufsunfähigkeitsrente begrenzt wird. Einige Beispiele aus der Praxis finden Sie in der folgenden Tabelle: Sie zeigt die mögliche Rente bei einem Versicherten, der über ein Bruttojahresgehalt von 36.000 Euro und ein Jahresnettogehalt von 22.500 Euro verfügt. 

Diese Berufsunfähigkeitsrente versichern die Gesellschaften:

  Absicherungsgrenze
Alte Leipziger

2/3 vom Brutto bis BBG, darüber hinaus 1/3 vom Brutto

2.000 Euro
AXA

- bis zu 24.000 Euro sind 75 % des Bruttoeinkommens absicherbar - bis zu 50.000 Euro sind 65 % des Bruttoeinkommens absicherbar - ab 50.001 Euro sind 50 % des Bruttoeinkommens absicherbar

2.150 Euro
Basler

60% vom Bruttojahreseinkommen oder 75% des Nettojahreseinkommens (Durchschnitt der letzten 3 Jahre)

1.800 Euro
Barmenia

60 % des Bruttoeinkommens

1.800 Euro
Allianz

80 % des Nettoeinkommens

1.500 Euro
Die Bayerische

80 % des Nettoeinkommen, für Beamte liegt die Grenze bei 40% des Nettoeinkommens

1.500 Euro
Canada Life

60 % des Bruttoeinkommens

1.800 Euro
Continentale

80 % des Jahres-Nettoeinkommens bis 50.000 Euro p.a., 50 % des über 50.000 Euro p.a. hinausgehenden Jahresnettoeinkommens

1.500 Euro
Dialog

In der Regel maximal bis zu 60 % vom Buttoeinkommen versicherbar aus allen BU-Absicherungen

1.800 Euro
Gothaer

12.001 Euro bis 24.000 Euro: 65% des jährl. Bruttojahreseinkommens 24.001 Euro bis 30.000 Euro: 60% des jährl. Bruttojahreseinkommens ab 30.001 Euro: 50% des jährl. Bruttojahreseinkommen

1.900 Euro
HDI

Bis zu einem Bruttoeinkommen von 84.000 Euro - private Vorsorge 60% - Basisvorsorge 75% - bAV 90% Für das Bruttoeinkommen, das 84.000 Euro übersteigt - private Vorsorge 30% - Basisvorsorge 37,5% - bAV 55%

1.800 Euro
Hanse Merkur

2/3 vom Brutto bis BBG, darüber hinaus 1/3 vom Brutto

2.000 Euro
Nürnberger

80% vom Nettojahreseinkommen bis 50.000 Euro, darüber hinaus bis zu 50 % (Durchschnitt der letzten 3 Jahre)

1.500 Euro
Swiss Life

80 % des Nettoeinkommens bis 50000 Euro Jahresnetto, darüber hinaus: 50% davon

1.500 Euro
universa

Bei BU-Renten von bis zu 24.000 Euro p.a. sind 85% bzw. bei höheren BU-Renten 75% des Nettoeinkommens absicherbar.

1.593 Euro
Zurich

bis 80.000 Euro - max. 60% vom Brutto als BU Absicherung bis 200.000 Euro - max. 50% vom Brutto als BU Absicherung über 200.000 Euro - max. 40% vom Brutto als BU Absicherung bzw. indiv. Festlegung

1.800 Euro

Gewünschte Berufsunfähigkeitsrente nicht versicherbar: Und nun?

Wenn die gewünschte BU-Rente nicht versicherbar ist, liegt das in der Regel an einem der beiden folgenden Gründe:

1. Der Versicherer lehnt den gewünschten Schutz ab, weil er ihn nach seinen Vorgaben für nicht angemessen ansieht

In diesem Fall besteht immer noch die Möglichkeit, bei einem anderen Versicherer um Schutz nachzusuchen, denn die Bewertung der finanziellen Angemessenheit folgt bei jedem Versicherer eigenen Kriterien – siehe oben. Alternativ kann eine Lösung für Sie auch darin bestehen, dass Sie erst einmal die aktuell mögliche Maximalrente versichern und die Rente später aufstocken – sei es über eine Beitragsdynamik oder über eine Nachversicherungsgarantie. Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird eine Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente auf diesem Weg aber in aller Regel daran koppeln, dass die zukünftige Erhöhung angemessen ist.

2. Dem Versicherten ist die gewünschte Berufsunfähigkeitsrente schlicht zu teuer

In diesem Fall können Sie als Antragsteller an verschiedenen Stellschrauben drehen: Entweder senken Sie die Rente, verbunden mit der Option, später nachzuversichern über eine Dynamik oder eine Erhöhungsoption. Damit behalten Sie sich die Möglichkeit vor, die Rente später auf die Höhe zu bringen, die Sie sich eigentlich als erforderlich ausgerechnet haben. Eine andere Option ist die Verkürzung der Laufzeit – bedenken Sie dabei aber, dass Sie diese Entscheidung nicht mehr revidieren können. Eine einmal verkürzte Laufzeit lässt sich nur noch verlängern, wenn Sie eine erneute Gesundheitsprüfung absolvieren. Eine zunächst einmal geringer angesetzte Berufsunfähigkeitsrente dagegen lässt sich meist ohne Gesundheitsprüfung aufstocken.

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Modell-Foto: colourbox.com