Gastbeitrag von Philip Wenzel Von Bedarf und Bedürfnis

Wir verwenden häufig eindeutig definierte Begriffe so lange falsch, bis die Bedeutung im Sprachgebrauch verwischt und nur der Germanistik-Student sich daran freuen kann, dass er den Unterschied kennt. 
Ein Gastbeitrag von Philip Wenzel -
Fachwirt für Versicheru
ngen und Finanzen (IHK)

Philip Wenzel betreut bei der freche versicherungsmakler GmbH & Co. KG die biometrischen Risiken. Mit über 150 Artikeln, mehreren Dossiers und seinem „Leitfaden für den Vertrieb von Berufsunfähigkeitsversicherungen“
hat er sich in der Branche den Ruf eines gewissenhaften Bedingungslesers, und auch –verstehers, erarbeitet. Als gelernter Historiker ist er immun gegen Langeweile, was wahrscheinlich der Grund ist dafür, dass er all die AVB und Urteile ohne Schaden lesen kann. In seinen Vorträgen referiert er stark aus der Praxis, bricht mit eingefahrenen Denkweisen und hilft, eine Brücke zum Kunden zu bauen. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Kemnath in der Oberpfalz. Mehr zu Philip Wenzel finden Sie auf seiner Facebook-Seite.
Prominente Beispiele wären „das gleiche“ und „dasselbe“, was mittlerweile nicht mal mehr der Duden unterscheidet oder auch „scheinbar“ und „anscheinend“. Bei Versicherungen wird häufig von Ihrem Bedarf gesprochen, warum aber auch Ihr Bedürfnis für den Vermittler von großer Bedeutung sein sollte, möchte ich gerne in gebotener Kürze darstellen. Der Bedarf ist eng mit der Haftung verknüpft. Er lässt sich vom Vermittler ermitteln und soll möglichst passgenau gedeckt werden. Hier geht es um tatsächlich drohende finanzielle Einschränkungen und mögliche Absicherungsmöglichkeiten von Lücken im staatlichen Sicherungsnetz.

Bedarf erkennen

In der Einkommenssicherung geht es darum, die Ausgaben des Kunden zu ermitteln und deren Fortzahlung durch einen Versicherer durch ein passendes Produkt sicherzustellen. Da der Vermittler nicht gerne haftet, liegt hier der Fokus. Das ist aber auch in Ihrem Interesse, da der Bedarf im Idealfall eben die Mindestabsicherung darstellt. Das Bedürfnis hat eher weniger mit Haftung zu tun. Hier geht es um verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Das Bedürfnis kann nicht ermittelt werden. Es muss erfragt werden.

Welche Bedrohungen halten Sie für real und wie würden Sie darauf reagieren? Tatsächlich würden nur die wenigsten Menschen umziehen, wenn die Firma um 400km verlegt würde, weil sie unbedingt diesen Job, wie sie ihn zuletzt ausgeübt haben, auch weiterhin ausüben möchten. Die meisten würden sich in der Gegend umsehen, um etwas zu tun, wozu sie aufgrund ihrer Ausbildung, Fähigkeiten und Kenntnisse in der Lage sind.

Bedürfnis ermitteln

Warum sollte ich bei Krankheit anders reagieren? Vielleicht würde ich sogar umschulen. Wenn der Vermittler also den Bedarf ermittelt hat, sollten Sie ihm unbedingt Ihre Bedürfnisse mitteilen. Denn grundsätzlich gibt es bei der Einkommens-Absicherung viel mehr Lösungen als die Berufsunfähigkeits-Versicherung. Und wenn Sie einen guten Vermittler haben, fragt er Sie vielleicht von ganz alleine danach.

02.03.2017

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