Schutz für Familien Haftpflichtversicherung: Kinder mitversichert?

Haftpflichtversicherung Kinder

  • Nachwuchs richtig absichern
  • Hohe Versicherungssummen
  • Deliktunfähigkeit mitversichern
 

Kinder und Haftpflichtversicherung: Risiko Schadensersatzpflicht

Schnell ist es passiert: Ihr Kind ist unaufmerksam, zum Beispiel im Straßenverkehr, und läuft auf die Straße. Beim verursachten Unfall passiert Ihrem Kind zum Glück nichts, aber ein Autofahrer wird so schwer verletzt, dass er lebenslang eine Rente bekommen wird. Die Kosten von über einer Million Euro wird er als Schadensersatz einfordern – und zwar von Ihnen und Ihrem Kind. Und seine Chancen stehen nicht schlecht: Kinder sind ab sieben Jahren und im Straßenverkehr ab zehn Jahren deliktfähig, können also für ihr Verhalten in Regress genommen und zur Zahlung eines Schadensersatzes verpflichtet werden. Haftet Ihr Kind, muss es ohne Haftpflichtversicherung ein Leben lang leisten!

So haften Kinder

  Status Haftung
bis 7 Jahre nicht deliktfähig keine Haftung
bis 10 Jahre eingeschränkt deliktfähig keine Haftung im Straßenverkehr
ab 10 Jahre voll deliktfähig volle Haftung

Tipp: Das übernimmt eine Privat-Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung zahlt vor allem für Sach- oder Personenschäden, die Ihre Kinder verursachen. Geleistet wird aber in der Regel auch bei Vermögensschäden und Mietsachschäden. Das gilt selbst dann, wenn sie fahrlässig gehandelt haben. Aber wenn Ihre Kinder absichtlich einen anderen verletzen oder etwas zerstören, zahlt die private Haftpflicht nicht.

Wie lange können Kinder mitversichert werden?

Grundsätzlich sind Kinder über die private Haftpflichtversicherung der Eltern umfassend mit abgesichert. Der Versicherungsschutz gilt grundsätzlich so lange, wie die Kinder minderjährig sind. Mit der Heirat der Kinder erlischt der Schutz automatisch. Volljährige Kinder können unter bestimmten Umständen noch weiterversichert werden,
  • wenn sie weiterhin zur Schule gehen,
  • wenn sie die erste Berufsausbildung (Lehre oder Studium) absolvieren,
  • wenn sie nach der Lehre ein Studium aufnehmen,
  • wenn sie sich in einer Wartezeit zwischen Schule und Berufsausbildung befinden,
  • wenn sie im Bundesfreiwlligendienst sind.
Kein Versicherungsschutz über die Haftpflichtversichnerung der Eltern ist möglich, wenn die Kinder 
  • eine zweite Lehre,
  • ein Zweitstudium
  • oder erstmalig eine Berufstätigkeit
aufnehmen. Das gilt auch dann, wenn Lehramts- und Jurastudenten nach dem ersten Staatsexamen ins Referendariat wechseln.
+

Haftpflichtversicherung für Kinder: Welche Leistungen sind wichtig?

Haftpflichtversicherung ist nicht gleich Haftpflichtversicherung – das gilt auch für den Schutz der mitversicherten Kinder. Einige Leistungsmerkmale sind gerade bei Familien mit Kindern wichtig.

Haftung deliktunfähiger Kinder

Da Kinder erst ab dem siebten bzw. im Straßenverkehr zehnten Lebensjahr deliktfähig sind und haften, kann der Geschädigte bei jüngeren Kindern leer ausgehen. Haben Sie nämlich keine Aufsichtspflicht verletzt, haftet für die Schäden Ihres Nachwuchses niemand. Um diese Haftungslücke zu schließen, gibt es bei der privaten Haftpflichtversicherung für Kinder die Erweiterung um die Haftung für deliktunfähige Kinder. Die Haftpflichtversicherung zahlt bis zur versicherten Obergrenze dann auch Schäden, die kleinere Kinder anrichten.

Forderungsausfallversicherung

Wer selbst von jemandem ohne private Haftpflichtversicherung geschädigt wird, sollte eine Forderungsausfallversicherung in der eigenen privaten Haftpflichtversicherung mit vereinbaren. Bei Kindern hieße das: Sie bekommen einen eigenen Schaden von Ihrer privaten Haftpflichtversicherung ersetzt, wenn der Verursacher (ohne private Haftpflichtversicherung) endgültig nicht zahlen kann.

Haftung bei Gefälligkeiten

Richtet Ihr Kind bei einer Gefälligkeit – zum Beispiel beim Blumengießen oder Rasenmähen bei den Nachbarn – einen Schaden an, ist der nicht in der Haftpflichtversicherung abgesichert. Der Grund: Wer anderen unentgeltlich hilft, soll nicht noch mit einer Haftung belastet werden, wenn ihm dabei ein Missgeschick passiert. Und für die Haftpflichtversicherung heißt das: Gibt es keine Haftung, muss die Haftpflicht auch nicht einspringen. Manche Haftpflichtversicherungen sehen aber dennoch eine Haftung bei Gefälligkeiten vor und regulieren Schäden.

Schlüsselverlust

Wer in einer Wohnanlage mit Schließsystem lebt, sollte eine Schlüsselversicherung in die private Haftpflichtversicherung einbeziehen: Sie trägt dann die Kosten, wenn die Kinder einen Hausschlüssel verlieren und die Schließanlage ausgetauscht werden muss. 
Familie schützen - jetzt Angebot berechnen

Tipp: Die doppelte Versicherung

Der große Vorteil, wenn Ihre Kinder Unsinn gemacht haben: Die Kinderhaftpflicht ist gleichzeitig auch eine Rechtsschutzversicherung. Denn die private Haftpflichtversicherung zahlt nicht nur Schadensersatz bei berechtigten Ansprüchen, sie wehrt unberechtigte Ansprüche auch vor Gericht ab. Damit erfüllt sie die Funktion einer passiven Rechtsschutzversicherung.

Eltern haften für Ihre Kinder? Von wegen!

Jeder kennt das Bild von Baustellen: "Eltern haften für Ihre Kinder." Aber so gerne dieses Schild aufgestellt wird, so falsch ist es. Eltern haften grundsätzlich nicht qua Gesetz für Fehlverhalten des Nachwuchses. Eine Haftung von Kindern kann sich nur aus zwei Gesichtspunkten ergeben:

Eltern haften für eine Verletzung der Aufsichtspflicht

Eltern haben Aufsichtspflichten gegenüber den Kindern – und sie haften, wenn sie diese Aufsichtspflichten verletzen und daraus letzlich ein Schaden resultiert. Die Frage ist natürlich: Welche Aufsichtspflichten haben Eltern von minderjährigen Kindern? Im Grundsatz richtet sich das danach, was verständige Eltern nach vernünftigen Anforderungen tun müssen, um eine Schädigung Dritter zu verhindern. Dabei wird neben dem Alter und dem Charakter des Kindes auf die konkrete Situation abgestellt. Kleinere Kinder sind mehr zu beaufsichtigen als größere, selbstständige Kinder weniger als unselbstständige.

In der Rechtsprechung hat sich herauskristallisiert, dass Eltern Kinder ab vier Jahren in der Regel ohne ständige Kontrolle alleine draußen spielen lassen können – ein gelegentlicher Kontrollblick alle 15 bis 30 Minuten reicht für die Erfüllung der Aufsichtspflicht. Ab einem Alter von sieben bis acht Jahren ist selbst der Kontrollblick nicht mehr erforderlich. Praktisch können Eltern Aufsichtspflichten dann gar nicht mehr verletzen.

Kinder haften selbst

Ab einem Alter von sieben Jahren bzw. im Straßenverkehr ab zehn Jahren haften Kinder selbst für angerichtete Schäden, wenn es die Einsicht hatte oder haben konnte, dass es sich nicht richtig verhält. Auch hier gilt: Es kommt auf den Einzelfall an, ein älteres Kind kann eher zur Verantwortung gezogen werden als ein jüngeres. Muss das Kind für den verursachten Schaden einstehen, kann es dafür bis zu 30 Jahre lang in Regress genommen werden, wenn es erst einmal Geld verdient.

Ohne Haftung kein Eintreten der Haftpflichtversicherung

Die Frage nach der Haftung ist auch für die Einstandspflicht der Haftpflichtversicherung von Relevanz: Die Versicherung übernimmt ja lediglich die Regressansprüche, die tatsächlich bestehen. Haftet also in einem Schadensfall niemand, weil zum Beispiel das Kind zu jung ist und den Eltern keine Aufsichtspflichtverletzung vorzuwerfen ist, dann leistet auch die Haftpflichtversicherung nicht. Abmindern kann man die daraus meist unangenehme Situation dadurch, dass – wie oben bereits gezeigt – die Haftpflichtversicherung auch die Schäden deliktunfähiger Kinder trägt. Ein entsprechender Zusatzbaustein lässt sich bei vielen Haftpflichtversicherungen aktivieren.

Nach Oben
Modell-Foto: colourbox.com