Reiserücktritt Die wichtigsten Urteile

Wer seinen Urlaub stornieren muss, bleibt oft auf hohen Kosten sitzen. Damit die Reiserücktrittsversicherung diese übernehmen muss, kommt es darauf an, dass der Versicherte im richtigen Moment storniert. Und der scheint gekommen, wenn der Arzt die Reiseunfähigkeit feststellt.
Diese „Urlaubs-Krankschreibung“ ist entscheidend dafür, wann ein Urlauber diese Reise absagen muss. Der Hintergrund: Wer zu lange mit der Stornierung wartet, bekommt oft nur einen Teil der Stornokosten, weil die Versicherer davon ausgehen, dass bei rechtzeitiger Stornierung deutlich geringere Stornokosten anfallen. Das Amtsgericht Hildburghausen (AZ: 21 C 5611/08) musste sich jetzt mit einem solchen Fall beschäftigen. Ein Urlauber hatte knapp 2 Monate vor Reisebeginn eine Nasenschleimhaut- sowie eine Mittelohrentzündung bekommen. Der behandelnde Arzt hielt das im Hinblick auf den anstehenden Urlaub für unproblematisch. Tatsächlich schleppte die Erkrankung sich weitere 4 Wochen hin, erst dann stornierte der Mann. Zu spät, sagte die Rücktrittsversicherung und wollte nur die Stornokosten tragen, die bei einer Stornierung 8 Wochen vor der Reise angefallen wären. Das Gericht sah das jedoch anders. Bei einer harmlosen Erkrankung 8 Wochen vor Urlaubsbeginn könne niemand gezwungen werden, von der Reise zurückzutreten, da eine solche Erkrankung in der Regel problemlos ausheilt. Eine Stornierung war wirklich erst dann zumutbar und angemessen, als sich die Erkrankung offensichtlich gar nicht besserte.

05.04.2010

Nach Oben
Modell-Foto: colourbox.com