Liebe, Geld und Partnerschaft Der gemeinsame Umgang mit Geld

Der Umgang mit Geld ist in fast jeder Beziehung ein Stressthema: in der Ehe genauso wie in einer Lebens-Partnerschaft. Der Grund: Es finden sich nicht immer diejenigen in einer Beziehung zusammen, die beim Geld die gleichen Vorstellungen haben. Und so muss der gemeinsame Umgang mit Geld gelernt werden.
Denn wenn Geiz auf Verschwendung trifft und der Sparsame mit dem Verschwenderischen unter einem Dach leben muss, dann ist Streit im Umgang mit Geld vorprogrammiert. Aber damit ist jetzt Schluss: In sechs Schritten beenden Sie den Stress um die Finanzen.

Schritt 1: Reden Sie in Ihrer Beziehung über Geld

Über Geld redet man nicht – auch nicht in der Beziehung oder der Ehe. Dieses Credo für den Umgang mit Geld gilt seit Generationen, und es ist seitdem auch falsch. Geld ist kein Tabuthema – beim Geld besteht Redebedarf! Machen Sie den Umgang mit Geld behutsam, aber frühzeitig zum Thema. Es wird auf Dauer Streit im Umgang mit Geld geben, wenn der eine von Ihnen zum großzügigen "Verprassen" neigt, während der andere Stacheldraht um das Portmonee legt.

Tipp 1 für den besseren Umgang mit Geld in der Partnerschaft oder Beziehung: Setzen Sie sich regelmäßig (einmal im Monat sollte reichen) zusammen, und reden Sie über die Finanzen. Welche Ausgaben stehen an? Wie viel wollen Sie sparen? Wie soll Ihr Geld angelegt werden? Denken Sie daran: Es bringt nichts, das Thema zu verdrängen – das Problem eskaliert dann nur später.

Schritt 2: Vertrauen Sie sich im Umgang mit Geld

Ein stressloser Umgang mit Geld in der Partnerschaft funktioniert nur, wenn Sie sich gegenseitig vertrauen. Das bedeutet: Jeder hat Zugriff auf das gemeinsame Geld, die gemeinsamen Konten, die Karten, die Geldanlagen. Keiner von beiden Partnern hat noch ein geheimes Konto für Notfälle, niemand spekuliert hinter dem Rücken des anderen an der Börse, und die Konten lauten immer auf die Namen beider Partner.

Tipp 2 für den besseren Umgang mit Geld in der Partnerschaft oder Beziehung:
Wenn Sie Ihrem Partner nicht einmal klarmachen können, wo Sie beim Thema Geld ein Problem sehen, wie wollen Sie ihm es dann klarmachen, wenn etwas wirklich Wichtiges im Argen liegt?

Schritt 3: Schließen Sie beim Geld Kompromisse in der Beziehung

Sich um Geld zu streiten, bringt in der Ehe oder der Beziehung meist nichts. Sie haben anschließend nicht mehr im Portmonee, Ihre Sorgen sind auch nicht kleiner, und der Streit eskaliert vielleicht nur noch (siehe Schritt 4).

Tipp 3 für den besseren Umgang mit Geld in der Partnerschaft oder Beziehung: Suchen Sie ohne emotionalen und verletzenden Streit einen Kompromiss – und zwar schnell! Geben Sie einfach auch einmal nach, wenn Ihr Partner mehr Geld ausgeben will, als Sie vielleicht für nötig halten. Gönnen Sie Ihrem Partner diesen kleinen Luxus, auch wenn Sie ihn für sinnlose Verschwendung halten. Oder halten Sie sich zurück, wenn Ebbe in der Kasse ist und eine Anschaffung wirklich noch warten kann. Fühlen Sie sich nicht bevormundet, sondern freuen Sie sich eher darüber, dass Sie einen verantwortungsbewussten Partner haben, der sich um Ihre finanzielle Situation sorgt.

Schritt 4: Machen Sie den falschen Umgang mit Geld nicht zum Stellvertreter

Eigentlich würden Sie gerne sagen, dass Sie Zärtlichkeit, Zuneigung, ein offenes Ohr, einen guten Rat oder eine liebevolle Umarmung vermissen. Tatsächlich aber brechen Sie einen Streit um das überzogene Konto vom Zaun. Warum? Weil Sie sich sicher sind, dass Sie den Geld-Streit gewinnen können – weil Geld etwas Greifbares ist, das wir in Euro und Cent messen können – und weil es sich leichter in Euro und Cent argumentieren lässt als mit Verletzlichkeit, Liebe und Zuneigung.

Tipp 4 für den besseren Umgang mit Geld in der Partnerschaft oder Beziehung: Nutzen Sie Geld nicht als Aufhänger für Streitigkeiten, deren wahrer Grund woanders liegt. Wenn Ihr Partner Sie verletzt hat, sagen Sie ihm das. Und sagen Sie ihm nicht, dass er weniger Geld ausgeben soll.

Schritt 5: Geben Sie dem Geld keine Macht in der Beziehung und der Partnerschaft

Geld regiert die Welt. Dieser Spruch ist zwar wenig tiefsinnig, aber er stimmt natürlich – auch in so mancher Partnerschaft oder Beziehung, in der der (Haupt-) Verdiener den finanziellen Kurs vorgibt und bestimmt, wie das verdiente Geld ausgegeben wird. Der schlechter oder nicht verdienende Partner bleibt bei Geld-Entscheidungen oft außen vor – er darf nicht mitreden.

Tipp 5 für den besseren Umgang mit Geld in der Partnerschaft oder Beziehung: Nutzen Sie Geld niemals als Mittel, um Ihre Macht in der Partnerschaft zu demonstrieren. Gewinnen können Sie dabei gar nichts, Sie demütigen Ihren Partner nur und verlieren damit vielleicht auf Dauer seine Liebe. Vor allem, wenn Sie der Verdiener sind und Ihr Partner selbst kein eigenes Einkommen hat: Sie beleidigen Ihren Partner damit und setzen seine Leistung in der Partnerschaft (wie zum Beispiel die Erziehung der Kinder oder das Führen des Haushalts) herab.

Schritt 6: Leben Sie Ihre Wünsche in der Partnerschaft – auch beim Geld

Sparen ist wichtig, ohne Frage: für die Rente, für die Kinder, für das Haus, für was auch immer. Geld ist aber auch dafür da, einmal ausgegeben zu werden – und das Ausgeben belebt jede Partnerschaft mehr als das Sparen.

Tipp 6 für den besseren Umgang mit Geld in der Partnerschaft oder Beziehung:
Nutzen Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten und das Geld, das in der Beziehung vorhanden ist: Kaufen Sie sich etwas, was Sie sich schon immer gemeinsam anschaffen wollten. Verjubeln Sie das Geld mal bei einem teuren Abendessen oder einem romantischen Wochenende. So nehmen Sie (immer vorausgesetzt natürlich, Sie haben es tatsächlich übrig) dem Geld seinen Ernst und seine Schwere und beleben auch Ihre Partnerschaf oder Ehe.

21.12.2016

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Modell-Foto: colourbox.com