Lassen Sie sich nicht zu Tricksereien verführen Steuertricks, die Ärger machen!

Die Versuchung ist groß: Warum nicht bei der Steuererklärung hier und da ein paar Kosten "dazumogeln"? Wir zahlen ja alle genug Steuern und holen uns ja nur wieder, was uns eigentlich sowieso gehört. Und außerdem, so ein weiterer Grund, fallen solche kleinen Mogeleien doch nicht auf!

Stoppen Sie die Mogelei!

Da haben Sie sich allerdings böse ins Fleisch geschnitten. Natürlich haben die Sachbearbeiter Ihrer Steuererklärung in der Regel kaum die Zeit, alle Angaben bis ins Detail zu überprüfen. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel! Und vielleicht ist es gerade Ihre Steuererklärung, die genauer angeschaut wird. Und dann ist es keine "kleine Mogelei" mehr, wenn Sie falsche Angaben gemacht haben, sondern im schlimmsten Fall eine ausgewachsene Steuerhinterziehung mit ernsthaften Konsequenzen.

Stolperstein Fahrtkosten

Die erste Ehrlichkeitshürde müssen Sie beim Thema Fahrtkosten nehmen. Geben Sie wirklich die Strecke an, die Sie täglich fahren, und schlagen Sie nicht ein paar Kilometer drauf. Denn mithilfe eines elektronischen Streckenplaners wird das Finanzamt Ihnen sehr schnell auf die Schliche kommen. Grundsätzlich gilt: Für die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist die kürzeste Straßenverbindung maßgebend. Aber: Eine längere Strecke wird akzeptiert, wenn sie verkehrsgünstiger ist und regelmäßig genutzt wird (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 Satz 4 EStG). So ist es möglich, den 30 Kilometer langen Weg zur Arbeit abzusetzen, der Sie auf dem Autobahnring um die Stadt herumleitet, und nicht den 20 Kilometer langen Weg quer durch die Stadt. Ehrlich sollten Sie auch sein, wenn es um die Anzahl der Arbeitstage geht, die Sie abrechnen: 220 Tage gehen bei einer Fünf-Tage-Woche problemlos druch, 260 Tage bei einer Sechs-Tage-Woche. Aber Vorsicht: Machen Sie gleichzeitig Krankheitskosten geltend, müssen Sie die Krankheitstage vor allem bei längeren Krankheiten abziehen. 

Stolperstein Firmenwagen

Viele Selbstständige und Angestellte mit Firmenwagen versuchen immer wieder, einen möglichst hohen Teil Ihrer Autokosten steuerlich geltend zu machen. Am besten geht das immer noch, wenn Sie ein Fahrtenbuch führen, um genau zu zeigen, wann Sie beruflich und wann Sie privat unterwegs waren. Aber Vorsicht: Schummeln gilt nicht. Vor allem, weil man sich sehr schnell in Widersprüche verstrickt. Und wer angeblich am Montag mit dem Auto von Hamburg nach Berlin gefahren, gleichzeitig aber eine Essensquittung aus Stuttgart vom gleichen Tag absetzt, der kommt in Erklärungsnotstand. Wenn Sie den Wagen wirklich sehr häufig für Privatfahrten nutzen, steigen Sie von der Fahrtenbuch-Methode einfach auf die Pauschalmethode um (§ 8 Abs. 2 EStG; R 31 Abs. 9 und 10 LStR): Sie versteuern dann für Ihre Privatfahrten monatlich ein Prozent des Listenpreises und müssen nicht lange im Fahrtenbuch herumrechnen, um die private Nutzung zu ermitteln.

Stolperstein Kinderbetreuung

Die Kosten für die Kinderbetreuung sind steuerlich absetzbar. Aber Vorsicht: Der Empfänger sollte die Zahlungen auch versteuern, sonst könnte eine Kontrollmitteilung Ihres Finanzamtes ihn in Verlegenheit bringen.

Stolperstein Versicherungsleistungen

Wer Krankheitskosten steuerlich geltend macht, muss Erstattungen seiner Versicherung natürlich angeben, damit die Erstattungen von den absetzbaren Krankheitskosten abgezogen werden. Wer das "vergisst", begeht eine Steuerhinterziehung, die strafbar ist.

Stolperstein Arbeitszimmer

Es war einmal das wirklich lohnende Steuersparmodell des sprichwörtlichen "kleinen Mannes": Diese kleine Mann richtete sich (am besten in der eigenen Immobilie) ein Büro ein und beteiligte das Finanzamt an den Kosten. Mittlerweile können das nur noch Selbstständige und Angestellte mit einem Home-Office wirklich nutzen. Viele Angestellte können nur noch 1.250 Euro jährlich oder gar nichts mehr absetzen. Konzentrieren Sie sich nicht so sehr darauf, dem Finanzamt ein paar Euro mehr für das Arbeitszimmer unterzujubeln. Das wird Ihnen nicht gelingen.

Spätestens dann, wenn die Prüfer vor der Tür stehen, werden Sie Probleme bekommen, Ihre fingierten Kosten durchzuboxen. Denken Sie daran, dass die Begrenzung der Kosten nur für die anteilige Miete oder Immobilienbelastung gilt: Zusätzlich dazu können Sie Einrichtungsgegenstände absetzen, die beruflich genutzt werden – denn die fallen nicht unter die Begrenzung der Absetzbarkeit. Das betrifft zum Beispiel Büromöbel oder Lampen: Damit lässt sich oft ganz legal mehr sparen als durch das Arbeitszimmer selbst!

Stolperstein Quittungen

Nicht selten stammen Quittungen für Fachliteratur, für Benzin oder andere Fahrtkosten oder auch für Restaurantbesuche von wohlwollenden Freunden. Das ist Betrug! Wer sich solcher "Tricks" bedient, muss zumindest darauf achten, dass die Quittungen zur Steuergeschichte passen. Es ist nicht logisch, wenn man drei Tage auf Dienstreise ist, zwischendurch aber am eigenen Wohnort im Restaurant gegessen haben will.

Stolperstein Konz

1.000 und mehr Steuertipps gibt es im wohl bekanntesten Steuer-Ratgeber des Landes – und was glauben Sie, wer den außer Ihnen noch liest? Ihr Finanzbeamter, der natürlich genauso wie Sie alle Tricks und Kniffe kennenlernen will – aber natürlich aus einem ganz anderen Grund als Sie! Er will verhindern, dass Sie ihn austricksen. Vorsicht vor allzu gewagten Steuer-Experimenten à la Konz. So gut manche Tipps auch sein mögen, oft haben sie steuerliche Konsequenzen, die Sie als Laie gar nicht überblicken können. Lassen Sie sich deshalb im Zweifelsfall lieber noch einmal von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein beraten, bevor Sie einen möglicherweise gravierenden Fehler machen.

21.12.2016

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Modell-Foto: colourbox.com