Hausverkauf Vorsicht Steuerfalle

Werden Immobilien zu schnell abgestoßen, stuft der Fiskus dies als gewerblichen Grundstückshandel ein. Und das hat weitreichende Folgen: So kann Gewerbesteuer fällig werden, und der Gewinn muss versteuert werden.
Grundsätzlich ist zwar die Verwaltung des eigenen Vermögens und somit auch von Grundstücken und Gebäuden keine gewerbliche Tätigkeit. Das gilt auch für die Vermietung großer Objekte, etwa für die Vermietung von Wohnblocks oder Bürohäusern. Dadurch unterliegen die Einkünfte nicht der Gewerbesteuer, und ein Verkaufserlös ist nach zehn Jahren steuerfrei. Alle diese Vorteile entfallen jedoch rückwirkend, wenn das Finanzamt den Verkauf von mehreren Objekten als gewerblichen Grundstückshandel und damit den privaten Hausbesitzer als Unternehmer einstuft.

Diese negative Folge droht, wenn innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Objekte verkauft werden. Für diese sogenannte Drei-Objekt-Grenze zählt jede Wohneinheit unabhängig von der Größe, also das Ein- und Zweifamilienhaus genauso wie die Eigentumswohnung, das Mehrfamilienhaus und das unbebaute Grundstück.

Eine Ausnahme: Verkaufen Steuerzahler zuvor geerbte Grundstücke, müssen die nicht mit in die Drei-Objekt-Grenze einbezogen werden, soweit der Erblasser diese über zehn Jahre im Eigentum hatte. Setzt sich die Erbengemeinschaft auseinander und verteilt die Häuser untereinander, gilt dies nicht als Verkauf. Anders sieht es nur aus, wenn der Erblasser bereits mit den Immobilien unternehmerisch tätig war. Dann müssen auch die Nachfolger gewerbliche Einkünfte deklarieren, und zwar unabhängig von der Besitzdauer.

21.12.2016

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Modell-Foto: colourbox.com