Geldstrafe vom Finanzamt Steuerberater haftet bei Falschberatung

Wenn Steuerberater in der Steuererklärung eines Mandanten falsche Angaben machen, müssen sie dafür einstehen – und müssen nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes (AZ: IX ZR 189/09) sogar für eine verhängte Geldstrafe wegen der Falschangaben aufkommen.
In dem Fall hatte der Steuerberater bei einem Mandanten vergessen, die private Nutzung des Pkw und die Nebenkosten bei einem auch betrieblich genutzten Haus anzugeben. Das Finanzamt fand das heraus, und der Steuerzahler wurde wegen Hinterziehung von Einkommen- und Umsatzsteuer zu einer Geldstrafe von rund 7.000 Euro verurteilt. Und dieses Geld wollte der Steuerzahler von seinem Steuerberater wiederhaben. Vor Gericht kam er damit durch, denn der Bundesgerichtshof sah bei dem Betroffenen lediglich einen Mitverschuldenanteil von einem Drittel. Die Begründung: Es ist auch Aufgabe eines Steuerberaters, seinen Mandanten vor steuerstrafrechtlicher Verfolgung zu bewahren. Das gilt vor allem dann, wenn der Mandant nicht vorsätzlich handelt und damit nicht weiß, dass er Gefahr läuft, sich strafbar zu machen.

Steuerberaterschlendrian geht zu Lasten des Steuerzahlers

Wenn ein Steuerberater jedoch versäumt, absetzbare Kosten in der Steuererklärung geltend zu machen, ist es Aufgabe des Steuerzahlers, diese Schlamperei durch Überprüfen aufzudecken. Das geht aus einem Urteil des Finanzgerichts München (AZ: 1 K 1078/05) hervor. Wird der Fehler zu spät bemerkt und kann das Finanzamt deshalb die Steuerbescheide nicht mehr ändern, besteht keine Möglichkeit mehr, die Kosten nachträglich anzubringen. In dem Fall hätte eine Steuerzahlerin hohe Kosten für eine Zahnbehandlung als außergewöhnliche Belastung absetzen können.

Doch der Berater hatte gar nicht nach Arztrechnungen gefragt, die Frau erfuhr erst viel später von der Möglichkeit, die Kosten steuerlich abzusetzen. Da waren die Steuerbescheide allerdings schon bestandskräftig. Eine Änderung des Steuerbescheids war ebenfalls nicht mehr möglich, denn dafür hätte die Frau keine Schuld an dem Fauxpas des Steuerberaters haben dürfen. Genau diese Schuld sahen die Richter jedoch bei der Frau: Aus den Steuererklärungsformularen und der beigefügten Anleitung gehe nämlich klar hervor, dass Arztkosten absetzbar sind. Auf dieser Basis hätte die Frau die Arbeit des Steuerberaters kontrollieren müssen.

21.12.2016

Nach Oben
Modell-Foto: colourbox.com