Geldanlage Mit der Dividende verdienen

Früher war alles besser. 2000 zum Beispiel, 2003 oder 2008, als die Börsenkurse manchmal im Wochentakt um zehn Prozent und mehr stiegen. "Damals" interessierten sich die wenigsten Anleger für die Dividende – entscheidend war das Kursplus. Wenn es aber an den Börsen merklich ruhiger zugeht und Kurssprünge bestenfalls kleine Hüpfer sind, dann kommen die Dividende und die Dividendenstrategie ins Spiel.
Die Dividende ist für Sie als Anleger nichts anderes als Ihr Anteil am Gewinn des Unternehmens, dessen Aktien Sie gekauft haben. Die Höhe der Dividende legt die Hauptversammlung auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat fest. Die Dividende wird bei deutschen Unternehmen in der Regel am Tag nach der Zusammenkunft der jährlichen ordentlichen Hauptversammlung an die Aktionäre ausgezahlt, in der Regel über die depotführende Bank. Wie lukrativ die Dividende ist, bemisst sich vor allem nach der Dividendenrendite: Um die zu ermitteln, teilen Sie einfach die Dividende durch den Aktienkurs und multiplizieren diesen Betrag mit 100. Große DAX-Unternehmen wie die Post (rund fünf Prozent Dividendenrendite) oder Daimler (sechs Prozent) zahlen Top-Dividenden, andere − wie die Deutsche Bank oder MAN − aber auch nur rund zwei bis drei Prozent. Individuelle Beratung zur Geldanlage anfordern

Warum ist die Dividende so wichtig?

Die Dividende gilt als Indikator für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens im Ganzen. Denn eine hohe Dividendenrendite ist ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen wirtschaftlich gut dasteht – es kann sich leisten, die Anleger am Erfolg teilhaben zu lassen. Das wiederum stützt den Kurs der Aktie, denn Anleger investieren nun einmal gerne in wirtschaftlich gut aufgestellte Unternehmen. Soll heißen: Steigt die Nachfrage nach Aktien mit hohen Dividenden, steigen auch die Kurse. Ein weiteres Plus einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite: Firmen mit hoher Dividende überzeugen meist auch in anderen Bereichen mit ihren Zahlen und haben in der Regel einen überzeugenden Gewinn pro Aktie. Alle diese Argumente können aber nur dann wirklich zählen, wenn die Dividende nachhaltig gezahlt wird. Das heißt, dieser ausgezahlte Gewinn darf kein Strohfeuer sein, sondern muss in der wirtschaftlichen Qualität des Unternehmens auf Dauer angelegt sein.

Muss ich für eine Dividende Aktien kaufen?

Nein, Sie können auch auf anderen Wegen von den Dividenden profitieren – zum Beispiel können Sie Dividendenfonds kaufen. Diese Fonds investieren ausschließlich in Aktien mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite und achten gleichzeitig darauf, dass die Dividende keine "Eintags-Dividende" ist. Die Schwerpunkte liegen dabei auf europäischer oder internationaler Ebene.

Der andere Weg

Der dritte Weg, an den Dividendenzahlungen teilzuhaben, ist ein direktes Investment in den DAX. Denn als Performance-Index bildet der DAX die Dividendeneffekte mit ab – und die machen immerhin vier Zehntel des DAX-Wachstums aus! Mit einem sogenannten Indexzertifikat setzen Sie eins zu eins auf die Wertentwicklung des Indexes und partizipieren am Gewinn. Mit einem "normalen" Indexzertifikat bekommen Sie allerdings auch Rückschläge des DAX zu spüren. Wenn Sie die abpuffern wollen, hilft Ihnen ein Discountzertifikat. Mit dem kaufen Sie den DAX quasi zum Rabattpreis, bekommen dafür aber einen Anstieg auch nur bis zu einem bestimmten Wert ausgezahlt. 

06.01.2017

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Modell-Foto: colourbox.com