Ehegattenmietverhältnis Steuerlich nicht immer haltbar

Wenn Ehegatten sich gegenseitig Immobilien vermieten, ist es für die steuerliche Anerkennung der entstehenden Verluste entscheidend, ob das Mietverhältnis auch tatsächlich wie vereinbart durchgeführt wird. Das hat das Finanzgericht Düsseldorf (AZ: 1 K 292/09 E) entschieden.
In dem Fall hatte der Ehemann seiner Frau Praxisräume in der eigenen Immobilie vermietet, die von der Frau gezahlten Mieten jedoch nach und nach auf ihr Konto zurücküberwiesen. Das Finanzamt erkannte den geltend gemachten Verlust deshalb nicht an und bekam vor Gericht Recht. Verträge zwischen Ehegatten oder anderen nahen Angehörigen könnten steuerlich nur dann anerkannt werden, wenn sie eindeutig und ernstlich vereinbart seien, entsprechend dieser Vereinbarung tatsächlich durchgeführt würden und die Vertragsbedingungen dem zwischen Fremden Üblichen entsprächen. Daran fehlt es, wenn die Miete nach dem Eingang alsbald wieder an den Mieter zurückgezahlt wird, ohne dass der Vermieter dazu aus anderen Rechtsgründen verpflichtet ist, sodass die Verluste steuerlich nicht anzuerkennen sind.

Auch beim Arbeitszimmer keine Steuervorteile

Da das häusliche Arbeitszimmer in der meisten Fällen steuerlich kaum noch absetzbar ist, kamen Eheleute mit einem gemeinsamen Haus auf die Idee, sich gegenseitig einen Raum zu vermieten. Die Kosten machten sie als Werbungskosten für das Arbeitszimmer geltend, die Mieteinnahmen wurden als Einkünfte erfasst und um die anteiligen Kosten der Immobilie gemindert. Die Richter am Finanzgericht München (AZ: 10 K 1573/07) wollten dieses Steuersparmodell allerdings nicht anerkennen und sahen in dem Modell einen Gestaltungsmissbrauch. Denn die gegenseitige Vermietung erfolgte nur deshalb, um das Abzugsverbot für das Arbeitszimmer zu umgehen. Es wurde hier, so die Richter, eine Gestaltung gewählt, die erkennbar nur darauf ausgerichtet war, Steuern zu sparen, und für die es keine außersteuerlichen Gründe gab. Ein solcher Missbrauch werde aber nicht noch mit einem Steuervorteil gefördert, sodass das Steuersparmodell nicht funktionierte.

Steuersparende Vermietung an den Chef möglich?

Seitdem das private Arbeitszimmer zu Hause in vielen Fällen nicht mehr steuerlich absetzbar ist, sind einige Arbeitnehmer dazu übergegangen, das Arbeitszimmer an den Chef zu vermieten, der es dem Arbeitnehmer dann kostenlos zur Verfügung stellt. Die Folge: Die Kosten des Arbeitszimmers können als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung gegen die Miete gegengerechnet werden, die der Arbeitgeber für das Home-Office zahlt. Die Finanzämter verlangen lediglich, dass diese Anmietung auch wirklich im Interesse des Arbeitgebers steht, weil er beispielsweise keine eigenen Büroräume anmieten kann. Ein solches Rechenmodell kommt aber nur dann infrage, wenn neben dem Dienstverhältnis ein weiteres Rechtsverhältnis für die Vermietung besteht. Kurzum: Es muss ein wirksamer Mietvertrag abgeschlossen werden, damit das Steuersparmodell auch wirklich funktioniert. Ein solcher Vertrag kann auch mündlich abgeschlossen werden, damit das Finanzamt ihn auch anerkennt, sollte er auf jeden Fall so formuliert sein, wie auch Mietverträge unter Fremden abgeschlossen werden.

06.01.2017

Nach Oben
Modell-Foto: colourbox.com