Diese Patzer sind bei der Altersvorsorge teuer und ärgerlich Kleine Fehler – große Wirkung

Wie viel Sie im Monat für die Altersvorsorge sparen können, das können nur Sie alleine entscheiden. Aber wie Sie Ihre Vorsorge richtig angehen, das richtet sich nach ganz einfachen Kriterien. Genau so, wie es kleine und größere Patzer gibt, die Sie sich auf keinen Fall erlauben sollten.
Denn Geld-Fehler sind bei der Altersvorsorge besonders ärgerlich. Jeder Euro, den Sie heute verschenken, bedeutet im Schnitt zwei Euro weniger Rente im Alter. Und schnell summieren sich die Fehler, und Ihre Rente liegt 200 oder 300 Euro unter dem, was Sie ohne große Anstrengungen erreichen könnten. Erfahren Sie hier, welche Fehler bei der Vorsorge lauern, und wie Sie sie umschiffen.

1. Faktor Zeit ignorieren

Ihr größter Helfer bei der Vorsorge ist nicht die Riester-Rente, die Allianz (oder eine andere Versicherung) oder die Börse. Es ist schlichtweg der Faktor Zeit. Manche machen sich nicht an die Altersvorsorge, weil sie keine Lust haben, sich Gedanken um Geld zu machen. Andere Sparer haben Angst, sich ganz konkret vor Augen zu führen, was im Alter auf Sie zukommen könnte. Und einer weiteren Gruppe ist alles einfach viel zu schwierig. Gemein ist allen jedoch, dass jeder verbummelte Monat die mögliche Rente im Alter um ein paar Euro mindert. Denn nichts treibt die Rendite einer Rentenversicherung, einer Riester-Rente oder eines Rürups-Vertrages oder auch einer anderen Sparform mehr, als ein paar Monate länger zu sparen.

2. Inflation vernachlässigen

Wenn Sie sich über die Altersvorsorge Gedanken machen, dann gibt es eine Größe, die Sie nicht vernachlässigen dürfen: die Inflation. Denn die Geldentwertung führt dazu, dass Ihre vielleicht sogar einmal großzügig bemessene Rente im Alter sehr viel weniger als heute wert ist. Gegen die Inflation selbst können Sie kaum etwas tun, aber Sie können Sie mit einplanen. 1.200 Euro Rente sind in zehn Jahren bei 2,5 Prozent Inflation nur noch 930 Euro wert, in 20 Jahren nur noch 720 Euro und in 30 Jahren nur noch 560 Euro.

Tipp: Kalkulieren Sie richtig

Vernachlässigen Sie bei Ihrer Planung nicht die Inflation. Wenn Sie im Alter 800 Euro Zusatzrente zur Verfügung haben wollen und noch 20 Jahre sparen, dann sparen Sie nicht nur für 800 Euro Rente, sondern für knapp 1.300 Euro – denn so viel Geld brauchen Sie 2017, um nach heutigem Geld-Verständnis 800 Euro ausgeben zu können.

3. Steuern sparen als Anlageziel sehen

Wenn es ums Steuern sparen geht, setzt bei vielen Menschen etwas aus. Der Wunsch, dem Finanzamt noch ein paar Euro abluchsen zu können, steuert auch rational denkende Menschen in Anlagemodelle, die sie ohne steuerliche Komponente wohl niemals abschließen würden. Grundsätzlich gilt aber bei jeder Anlage: Das Investment an sich muss überzeugend sein, nicht der daraus möglicherweise resultierende Steuervorteil. Der kann als Sahnehäubchen die Rendite optimieren, der Renditebringer selbst sollte er jedoch nicht sein.

Fakt ist: Steuersparmodelle gehören immer auf den Prüfstand – und zwar bei einem Steuerexperten, der Ihnen wirklich ausrechnen kann und wird, ob sich das Modell rechnet, ob die rechtlichen Rahmenbedingungen dauerhaft sind und Sie auch ohne steuerliche Erwägungen ein gutes Geschäft machen können. Erst mit dem OK eines Steuerberaters sollten solche Anlagen getätigt werden. Fragen zu Ihrer Altersvorsorge? Jetzt Beratung anfordern!

4. Falsch planen

Manche Menschen sind so sehr damit beschäftigt, ihre Rentenansprüche bei der Deutschen Rentenversicherung zu ermitteln oder Geldanlagen zu optimieren, dass sie viel wichtigere Dinge völlig vernachlässigen. Die richtige Versicherung beispielsweise. Denn was nützt es, wenn Sie jeden Monat brav für später sparen, aber mit 45 Jahren berufsunfähig werden und nicht dagegen versichert sind? Ihr Erspartes ist dann schnell aufgebraucht. Ebenfalls gravierend ist eine fehlende oder schlechte Absicherung für den Todesfall. Denn auch ein gut gefülltes Sparkonto eines Normalverdieners wird dessen Familie kaum jahrelang ernähren. Deshalb sollte Absicherung immer vor der Vorsorge stehen.

Tipp: Gekoppelte Verträge sind Unsinn!

Gerne verkaufen Versicherer vor allem Versicherungslösungen für das Alter mit Vorsorgeprodukten, die durchaus sinnvoll sein können. Solche Zusatzbausteine können die Altersvorsorge aufwerten - aber nicht in in jedem Fall.  Meistens ist zum Beispiel die Absicherung der Familie über eine Rentenversicherung mit Hinterbliebenschutz nicht optimal: Entweder sind die Beiträge zu hoch, weil die richtige Absicherung gewählt wurde. Oder die Absicherung ist zu gering, weil die Beiträge nicht zu hoch sein dürfen. Deshalb: Finger weg von solchen nachteiligen Verträgen!

01.05.2017

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Modell-Foto: colourbox.com