Baumsparvertrag statt Bausparvertrag Chancen von Forst-Investments

Gold? Silber? Öl? Wer auf Rohstoffe setzen will, kann einen wählen, der oft vernachlässigt wurde: Edelholz. Denn durch die Raubrodungen früherer Jahre ist das Angebot an Edelhölzern bei steigender Nachfrage zurückgegangen – kein Wunder, dass die Preise dabei in die Höhe geschossen sind.
Und davon können Anleger profitieren. Sie investieren bei Anbietern wie Forest Finance in die Pflanzung neuer Bäume und kassieren – abhängig vom Anbieter – nach 20 bis 25 Jahren den Verkaufspreis des Holzes, wenn die Bäume gefällt sind. Der mögliche Ertrag hängt dabei vor allem von der Menge und der Qualität des Holzes ab, wird aber natürlich auch durch den dann geltenden Marktpreis für das Edelholz bestimmt.

Geschäftsmodell Holz

Daneben peppen weitere Geschäftsmodelle die Rendite von Holz-Anlegern auf: So wollen einige Anbieter zum Beispiel zukünftig selbst erzeugtes Samenmaterial verkaufen und so für zusätzliche Gewinne sorgen. Außerdem sind die neu angelegten Wälder so genannte CO2-Senken – dort wird also mehr CO2 gebunden als abgegeben. Somit besteht die Möglichkeit, mit dem Verkauf von Emissionsrechten zusätzlich Geld zu verdienen. Investieren sollten Anleger nur in Unternehmen, die die FSC-Zertifizierung besitzen. Diese Zertifizierung ist ein in der ganzen Welt anerkanntes Gütesiegel für die unweltschonende und nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und Anbauflächen. FSC steht dabei für das 1993 nach dem Umweltgipfel in Rio gegründete Forest Stewardship Council, das als unabhängige Organisation Standards für die Bewirtschaftung entwickelt hat.

Anbieter auf dem Markt

Derzeit der größte Anbieter auf dem Markt ist da das Unternehmen Forest Finance, das einen Baumsparvertrag anbietet. Anleger zahlen monatlich 33 Euro in den Vertrag ein, und mit jeder Rate wird in der panamaischen Provinz Chiriqui am Pazifischen Ozean ein Baum gepflanzt, der nach genau 25 Jahren geerntet wird. Das Bonner Unternehmen legt sich bei der Anpflanzung nicht auf ein bestimmtes Edelholz fest: So soll verhindert werden, dass durch die Anpflanzung Monokulturen entstehen.

Alternativ wird das WaldSparbuch angeboten. Es besteht aus zwei Verträgen, einem Grundstückspachtvertrag und einem Forstdienstleistungsvertrag. Ein WaldSparer pachtet von der ForestFinance 1000 Quadratmeter vermessene und individuell zugewiesene Landfläche (Pachtvertrag). Gleichzeitig beauftragt der WaldSparer ForestFinance mit der zertifizierten Aufforstung dieser Fläche (Forstdienstleistungsvertrag). Der Sparer bekommt dabei eine Rücknahmegarantie: Je nach Laufzeit des Vertrages werden zwischen zehn und 200 Prozent der ursprünglich eingezahlten Summe wieder zurückgezahlt, wenn der Kunde aus dem Vertrag heraus will.

Die Aussichten

Die Initiatoren selbst erwarten Renditen im Bereich von zehn Prozent jährlich – aber nicht nur die Unternehmen selbst sehen die Zukunft sehr rosig: Bereits seit 1973 gibt es in den USA den NCREIF-Timberland-Property-Index, der die Wertentwicklung von Forstflächen in den USA abbildet: Er stieg in diesen 33 Jahren jährlich um 14,5 Prozent und liegt damit 3,8 Prozentpunkte höher als der Aktienindex S&P 500 – und das bei geringerem Risiko! Damit scheinen die in Aussicht gestellten Renditen durchaus realistisch, auch wenn die Verhältnisse in den USA nicht eins zu eins auf andere Länder übertragbar sind.

Steuerlich interessant

Steuerlich ist das Holz-Investment auf jeden Fall interessant, da spätere Gewinne nicht versteuert werden müssen. Der Grund: Die Finanzämter wollen die in der Sparphase auflaufenden Verluste nicht anerkennen, da die geforderte Untergrenze einer jährlichen Gewinnerwartung nicht erreicht werden könne, so heißt es in der Begründung des Bundesfinanzministeriums. Der Abschluss der Verträge ist damit der privaten Vermögensebene zuzuordnen, und das heißt im Klartext: Wer heute in solche Verträge einzahlt und in die Aufforstung investiert, kann die Kosten zwar nicht steuerlich geltend machen, muss dafür spätere Gewinne aus den Verträgen aber auch nicht versteuern.

06.01.2017

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Modell-Foto: colourbox.com