Bauherren, aufgepasst! Fünf Strategien für günstiges Bauen

Die eigenen vier Wände sind ein verdammt teures Vergnügen. Sparen ist deshalb für die meisten Bauherren angesagt, und wir zeigen Ihnen fünf Strategien für günstiges Bauen: Jede für sich hilft beim Sparen. Alle zusammen sorgen für eine unschlagbar günstige Immobilie.

Strategie 1: Klein bauen

"Was, nur 120 Quadratmeter Wohnfläche?" So reagieren viele auf kleine Häuser, weil Sie sich ein neues Domizil vorstellen, das schon im Schnitt 30 bis 50 Quadratmeter mehr hat. Dabei haben kleine Häuser unschätzbare Vorteile: Sie lassen sich bei Bedarf erweitern, wenn sie gut geplant sind. Sie sind alterstauglich, weil sie leichter zu versorgen sind, sie sind selten und deshalb gut verkäuflich. Verringern Sie deshalb die Wohnfläche auf die Größe, die Sie wirklich brauchen – es lohnt sich.

Die Anzahl der Zimmer muss dabei übrigens nicht reduziert werden. Meist reicht es schon, wenn Sie auf zwei bis drei Quadratmeter pro Raum verzichten. Dabei verlieren Sie kaum Wohnqualität, reduzieren aber die Belastung durch Ihre Immobilienfinanzierung. Sparpotenzial steckt ebenfalls in den sogenannten Verkehrsräumen – wie den Fluren: Ihre Baukosten sind ähnlich hoch wie bei normalen Zimmern, nutzen können Sie sie aber kaum. Ein Ausweg: Planen Sie "gefangene Zimmer" ein, die nur über andere Zimmer erreichbar sind. So machen Sie aus (meist nutzlosen) Fluren (nützliche) Durchgangszimmer und gewinnen zusätzlichen Platz.

Strategie 2: Selbst bauen

Eine völlige Überschätzung der möglichen Eigenleistungen ist neben einer schlechten Finanzierung der häufigste Grund, weswegen Bauherren scheitern. Einsparungen von zehn Prozent an den Baukosten bezahlen Sie mit einem Einsatz von 400 bis 500 (das gilt für Handwerker-Profis) bis zu 1.000 (das gilt für Handwerker-Laien) Arbeitsstunden, die Sie auf Ihrer Baustelle selbst mitarbeiten müssen. Nicht viel, sagen Sie? Dann machen Sie sich einmal klar, was 500 Stunden Selbsthilfe bedeuten:

Ihr gesamter Jahresurlaub von 30 Tagen bringt es gerade mal auf 240 Arbeitsstunden, das heißt, Sie müssten mehr als zwei Jahre lang Ihren Jahresurlaub opfern, um die 500 Stunden Arbeit auf der Baustelle zu erreichen. Wenn Sie jeden Tag nach Feierabend noch eine Stunde am Bau arbeiten und alle Wochenenden sowie Ihren gesamten Urlaub durcharbeiten, brauchen Sie rund ein halbes Jahr, bis Sie 500 Stunden gearbeitet haben. Wenn Sie die Arbeit gleichmäßig auf alle 52 Wochen des Jahres verteilen, müssen Sie pro Woche fast zehn Stunden zusätzlich arbeiten.
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Strategie 3: Einfach bauen

Setzen Sie auf Einfachheit und Schlichtheit beim Bau. Verzichten Sie bei knapper Kassenlage auf alle Extras, die sich später bequem nachrüsten lassen. Dazu gehört zum Beispiel die Ausstattung der Badezimmer. Meist gibt es bei Bauträger-Häusern ohne Mehrkosten eine gute Ausstattung, und die Luxus-Einbauten – wie zum Beispiel exklusive Waschtische oder Handtuchwärmer – kosten extra. Nehmen Sie erst einmal die Standard-Ausstattung, und rüsten Sie später nach, wenn mehr Geld in der Kasse ist.

Einfach(er) bauen heißt aber auch, auf teure Ideen bei der Planung zu verzichten. Viereckige Grundrisse ohne Erker, Giebel, überdachte Terrassen und Ähnliches sind um einiges günstiger als aufwendige Planungsmodelle. So kostet ein zusätzlicher Erker mit einem Maß von einem Meter Breite und zwei Metern Tiefe zwischen 4.000 Euro und 6.000 Euro zusätzlich! Und auch ein Balkon schlägt bei einer Grundfläche von fünf Quadratmetern mit bis zu 7.000 Euro zu Buche!

Strategie 4: In Abschnitten bauen

Vielen Bauherren ist die Vorstellung ein Gräuel, für lange Zeit auf einer Baustelle leben zu müssen. Deshalb werden schlüsselfertige Häuser gekauft, in die sofort eingezogen werden kann. Wenn die Finanzierung das zulässt, ist das ja auch kein Problem. Wenn das Geld nicht ganz so locker sitzt, gibt es eine Möglichkeit, nach und nach zum Traumhaus zu kommen: Möglich machen es Ausbauhäuser. Bei diesen Häusern bekommen Sie ein Haus in der gewünschten Größe, müssen aber den Innenausbau zu einem großen Teil in Eigenregie erledigen.

Das können Sie als Hobby-Heimwerker selbst in die Hand nehmen, oder Sie engagieren Handwerker, wenn Sie das Geld dafür angespart haben. Der Vorteil für Sie: Sie können bereits im Haus wohnen und bauen Teile des Hauses (wie zum Beispiel die Zimmer im Obergeschoss) nach und nach aus, wenn Sie Zeit und Geld dafür haben.

Strategie 5: Gemeinsam bauen

Zugegeben, Doppelhäuser sind nicht jedermanns Geschmack, denn in den eigenen vier Wänden wollen wir eben nicht mehr Wand an Wand mit jemandem wohnen. Beim Sparen aber helfen Doppelhäuser. Denn zum einen können Sie sich einen Partner suchen, mit dem Sie das Grundstück teilen, zum anderen lassen sich viele Arbeiten – wie zum Beispiel die Erschließung des Hauses mit Wasser, Strom und Abwasser – finanziell günstiger gestalten.

So gehen Sie vor, wenn Sie gemeinsam bauen wollen: Suchen Sie ein passendes Grundstück aus, das mit einem Doppelhaus bebaut werden darf. Sprechen Sie mit dem Verkäufer, und vereinbaren Sie einen Zeitrahmen, in dem Sie einen anderen Käufer suchen können. Stellen Sie ruhig einen Aufschlag auf den Kaufpreis von 0,5 Prozent pro Monat in Aussicht, um den Zinsverlust auszugleichen.

Suchen Sie einen Architekten oder Bauträger, der das Doppelhaus für Sie und Ihren Partner umsetzen soll. Ihr Baupartner unterschreibt dann den Vertrag für die zweite Haushälfte. Suchen Sie sich einen Baupartner, mit dem Sie das Vorhaben umsetzen wollen. Geben Sie dafür Anzeigen in der regionalen Presse auf, oder sprechen Sie mit Ihrem Bauträger, der Ihnen meist auch Partner vermitteln kann. Legen Sie bei der Planung gemeinsam mit Ihrem Baupartner noch einmal Hand für den letzten Schliff an, und stellen Sie sicher, dass Sie auch beide Ihr Traumhaus bekommen. 

01.01.2017

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Modell-Foto: colourbox.com