Altersvorsorge mit den eigenen vier Wänden Ihr Fundament für das Alter

Die gesetzliche Rente schrumpft, die private Altersvorsorge ist in der Wirtschaftskrise oft massiv geschrumpft, die Steuern steigen für jeden neuen Rentnerjahrgang an. Die Rente ist also alles andere als sicher – was halten Sie von einer Altersvorsorge, die gegen diese Verwerfungen immun ist?
Die gibt es tatsächlich nach geltendem Recht: Die selbst genutzte Immobilie ist eine solche Vorsorge. Sie ist steuerfrei, denn die Mietersparnis im Alter oder der Wohnwert ist bei einer abbezahlten Immobilie nicht besteuert – und wird auch nicht mit anderen Lasten wie zum Beispiel Krankenversicherungsbeiträgen belegt. Das heißt: Die ersparte Miete steht Ihnen im Alter auch wirklich als Zusatzrente zur Verfügung.

Und noch mehr Vorteile

Dazu kommt eine Förderung der Immobilie durch verbilligte Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau und durch das Wohnriester-Modell, wobei dann der Staat im Alter seinen Teil von der ersparten Miete abzweigen will. Trotzdem kann die eigene Immobilie als Altersvorsorge mit einem beträchtlichen Vorteil aufwarten: Sie ist nämlich die einzige "Zusatzrente", die Sie sofort nutzen können.

Ohne Regeln geht es nicht

Allerdings machen sich diese Vorteile nur dann bezahlt, wenn Sie die drei Renten-Regeln für die eigenen vier Wände beachten. Ansonsten kann die eigene Immobilie im Alter schnell zum Bumerang werden. Regel Nummer 1 lautet: Die Immobilie sollte so schnell wie möglich abbezahlt werden – auf jeden Fall muss die Hausfinanzierung so ausgelegt sein, dass die Immobilie beim Renteneintritt schuldenfrei ist. Denn wenn Sie noch im Ruhestand mit einer schmalen Rente eine hohe Rate schultern müssen, wird Ihnen die Immobilie nicht viel Spaß bereiten. Nutzen Sie die momentan niedrigen Zinsen, um Haus oder Wohnung mit einer höheren Tilgung schnell abzuzahlen. Beim derzeitigen Zinssatz (Vorsicht, der kann sich nach Ablauf der ersten Zinsbindung erhöhen!) von einem bis zwei Prozent und einem Prozent Tilgung brauchen Sie Jahrzehnte, bis die Immobilie schuldenfrei ist. Und selbst bei zwei Prozent Tilgung brauchen Sie noch über 30 Jahre. Setzen Sie deshalb die Tilgung hoch auf mindestens fünf Prozent – in unserem Vergleichsrechner für die Immobilienfinanzierung sehen Sie, wie lange die Hypothekendarlehen dann laufen.

Clever planen und kaufen

Die Regel Nummer 2 setzt einiges an Weitsicht bei Ihnen voraus: Denn damit das Haus im Alter wirklich eine Renten-Erleichterung darstellt, müssen Sie es natürlich uneingeschränkt nutzen können. Planen Sie also altersgerecht. Das aber heißt, dass Sie heute bereits die Anforderungen von morgen mit einplanen. So sollte das Haus zum Beispiel möglichst barrierefrei sein, oder es sollte mit geringem Aufwand möglich sein, Barrieren zu beseitigen. Im Alter werden Sie ein "Haus ohne Hindernisse" zu schätzen wissen. Sinnvoll kann es auch sein, eine Einliegerwohnung mit einzuplanen. Damit besteht später die Möglichkeit, ein zu großes Haus zum Teil zu vermieten und zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die Immobilie hat dann eine altersgerechte Größe, und Sie haben gleichzeitig noch ein Zusatzeinkommen durch die Miete.

Die Lage, die Lage, die Lage

Die Lage der Immobilie ist alles entscheidend – heute und im Alter. Deshalb lautet die Regel Nummer 3: Testen Sie die Lage auf Herz und Nieren. Die Lage kann entscheidend sein, wenn Sie zum Beispiel wegen eines neuen Jobs umziehen müssen. Ist der Wohnort dann so interessant, dass auch potenzielle Mieter dort gerne wohnen würden? Und morgen ist die Lage aus ganz anderen Gründen entscheidend: Ist die Immobilie zum Beispiel altersgerecht gelegen, so dass Sie mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln gut zu erreichen ist, wenn Sie einmal nicht mehr mobil sein sollten? Beherzigen Sie neben den drei anderen auch diese Regel, dann steht der Anschaffung einer Immobilie als sichere Altersvorsorge nichts mehr im Weg.

12.07.2017

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Modell-Foto: colourbox.com