Auslandskrankenversicherung Wichtiger Reiseschutz zum kleinen Preis

Ein Urlaub kann von einer Sekunde zur nächsten zu Ende sein, wenn Sie krank werden oder einen Unfall haben. Noch schlimmer ist das ungeplante Urlaubsende aber, wenn es in einem finanziellen Desaster endet, weil sie bei einem Auslands-Urlaub nicht ausreichend versichert waren.
Denn die Kosten für einen Krankenhausaufenthalt im Ausland können – wie bei uns auch – schnell bei einigen tausend Euro liegen, die Sie selbst zahlen müssen, wenn Sie nicht – ausreichend – versichert sind. Ganz zu schweigen von Rücktransportkosten, wenn Sie nicht mehr selbst nach Hause reisen können. Trotz Sozialversicherungsabkommen mit einigen Urlaubsländern bleiben Sie am Ende vielleicht auf einem erheblichen Teil der Kosten sitzen.

Auslandskrankenversicherung springt ein

Für diese Unglücksfälle und unerwarteten Erkrankungen gibt es Auslandsreisekrankenversicherungen. Für Reisen bis zu sechs Wochen gibt es Standardpolicen für den Urlaub außerhalb Deutschlands. Und der Schutz ist schon für ein paar Euro im Jahr zu bekommen. Grundsätzlich sollten Sie einen Vertrag abschließen, der keinen Selbstbehalt vorsieht, denn Auslandsreisekrankenversicherungen sind ausgesprochen günstige Policen, sodass ein Selbstbehalt keine Prämienvorteile bringt.

Welche Kosten tragen Auslandskrankenversicherer?

Übernommen werden von den Auslandskrankenversicherungen in der Regel die Kosten für
  • ambulante ärztliche Behandlungen, Röntgendiagnostik und Operationen; ärztlich verordnete Arznei-, Verband- und Heilmittel;
  • schmerzstillende Zahnbehandlungen, einfache Zahnfüllungen, Reparaturen von Zahnersatz;
  • ärztliche Leistungen, Sachmittel, Unterbringung und Verpflegung bei einem Krankenhausaufenthalt;
  • den Transport zum nächsten Krankenhaus oder Notarzt durch Rettungsdienste;
  • den ärztlich angeordneten und medizinisch notwendigen Transport zum Wohnort oder dem nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus am Wohnort;
  • die Überführung im Todesfall oder die Bestattung im Ausland bis üblicherweise 10.000 Euro.
Dagegen werden die Kosten nicht übernommen …
  • wenn der Zweck der Reise die Behandlung ist;
  • für Behandlungen, bei denen schon von vornherein feststand, dass sie während der Reise stattfinden müssen;
  • für Behandlungen von Verletzungen durch vorhersehbare Kriegsereignisse und Unruhen oder durch die aktive Teilnahme an diesen;
  • im Fall vorsätzlich herbeigeführter Krankheiten oder Unfälle;
  • für Entzugsbehandlungen;
  • für die Behandlung geistiger und seelischer Erkrankungen, für Hypnose und Psychotherapie;
  • für reguläre Untersuchungen wegen einer Schwangerschaft, für Entbindung oder für Schwangerschaftsabbruch (Ausnahme: akut auftretende Komplikationen);
  • für Zahnersatz einschließlich Kronen und Kieferorthopädie;
  • für Massagen, Bäder, Packungen, Nähr- und Stärkungspräparate;
  • für Hilfsmittel wie Brillen oder Hörgeräte;
  • für Kur-, Sanatoriums- und Rehabilitationsbehandlungen;
  • für die Unterbringung bei Pflegebedürftigkeit.

Auslandskrankenversicherung für Schwangere 

Problematisch ist der Auslandskrankenschutz für Schwangere. Empfehlenswert sind Policen, die ausdrücklich auch alle Kosten abdecken, die durch Komplikationen wie zum Beispiel eine Frühgeburt anfallen – und zwar die Kosten für Mutter und Kind. Wer im Auslandsurlaub intensiv Sport treiben oder an Wettkämpfen teilnehmen will, der sollte bei seinem Auslandskrankenversicherer nachfragen, ob das von der Police gedeckt ist.

Dienstreisen und Auslandskrankenschutz

Auch bei beruflich veranlassten Auslandsreisen helfen oft die herkömmlichen Policen nicht. Hier sollten Sie mit dem Versicherer eine Erweiterung für Berufsreisen vereinbaren, weil der Schutz sonst lückenhaft sein könnte. Bei chronisch Kranken ist der Ärger mit dem privaten Auslandskrankenversicherer vorprogrammiert, wenn die chronische Erkrankung im Urlaub zu Komplikationen führt. Ein Arzt sollte Ihnen als Chroniker deshalb vor dem Urlaub bestätigen, dass Sie die Reise aus medizinischer Sicht unbedenklich durchführen können. Auch die gesetzliche Krankenversicherung springt bei chronischen Erkrankungen ein – selbst in Ländern, mit denen kein Abkommen besteht. Allerdings orientieren sich die Sätze an der Basis-Versorgung in Deutschland, sodass eine private Auslandskrankenversicherung dennoch sinnvoll ist.

So wird abgerechnet

Kleinere Behandlungen übernehmen Sie vor Ort erst einmal selbst und lassen sich die Auslangen vom privaten Auslandskrankenversicherer erstatten. Bewahren Sie dafür alle Belege auf, auch die Diagnose und Therapie-Anweisungen des Arztes. Schauen Sie vorher in die Versicherungsbedingungen, damit Sie wissen, welche Unterlagen und Belege Sie im Falle eines Falles benötigen. Bei Operationen oder größeren Behandlungen muss der Arzt bzw. das Krankenhaus sich mit dem Versicherer in Verbindung setzen, damit die Kosten direkt übernommen werden. Aus diesem Grund sollten Sie im Urlaub auch eine Information bei sich tragen, welche Versicherung im Ernstfall für Sie zuständig ist.

Auslandskrankenversicherung auch für Privatpatienten?

Auch für Privatversicherte lohnt sich eine Auslandskrankenversicherung, wenn die eigene Privatpolice den Rücktransport aus dem Ausland nicht übernimmt. Dann müssten Sie den aus eigener Tasche zahlen – und das kann schnell einige tausend Euro kosten. Da die Behandlungskosten und Medikamente allerdings weltweit übernommen werden, reicht oft auch ein Schutzbrief, der den Rücktransport alleine versichert.

Auslandskrankenversicherungen für Langzeitaufenthalte

Auslandskrankenschutz bei Urlaubsreisen gehört zum essentiellen Versicherungsschutz. Und während bei "normalen" Zwei- bis Vier-Wochen-Urlauben eine herkömmliche Police ausreichend ist, brauchen Langzeiturlauber besondere Policen. Die Tarife der Versicherer gehen bei den Langzeitpolicen extrem auseinander. Der Preisunterschied kann schnell einige hundert Euro ausmachen – vor allem bei Senioren. Ein genauer Vergleich ist also wichtig und spart bares Geld.

Lange Reise = Hohe Kosten für die Auslandsreisekrankenversicherung

Als Grundsatz gilt: Je länger Sie im Ausland unterwegs sind, umso teurer wird die Auslandsreisekrankenversicherung. Sollen dann noch die Bedingungen besonders verbraucherfreundlich sein, kann der Schutz schon mal bis zu 300 Euro für einen Drei-Monats-Urlaub kosten. Noch teurer ist der Auslandsreisekrankenschutz bei Langzeitreisen, die in die USA führen. Wegen der hohen Kosten für die medizinische Versorgung muss bei USA-Reisen mit happigen Aufschlägen gerechnet werden. Aber nicht nur die Kosten sind entscheidend. So spielen für die Qualität des Schutzes auch die Versicherungsbedingungen eine große Rolle. Sehen die Bedingungen zum Beispiel vor, dass nur bei "akuten" oder "unvorhergesehen" Erkrankungen eine Kostenübernahme gewährleistet ist, können Vorerkrankungen zum Problem werden, wenn die vor Ort zu akuten und zu behandelnden Beschwerden führen. Die Versicherer lehnen die Kostenübernahme dann oft ab.

Das Kleingedruckte genau unter die Lupe nehmen

Ebenfalls nicht zu empfehlen sind Auslandskrankenversicherer, die kranke Langzeiturlauber nur dann nach Hause bringen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind oder der voraussichtliche Krankenhausaufenthalt länger als 14 Tage dauern wird. Im Idealfall wird ein Rücktransport in die Wege geleitet, wenn er sinnvoll und vertretbar ist – so liegt die Hürde niedrig und Sie kommen schneller nach Hause. Auch die einsetzbaren Behandlungsmethoden sollten möglichst nicht eingeschränkt sein. Sonst kann es schnell zu Behandlungsverzögerungen kommen, wenn erst einmal geklärt werden muss, welche Methoden nun bezahlt werden – und welche nicht. 

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Modell-Foto: colourbox.com