Stichwort Überversicherung
Verschwenden Sie kein Geld!
Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 80 Millionen Lebensversicherungspolicen gibt es in Deutschland, obwohl für jeden 2. Kunden diese Wahl der Vorsorge zu teuer und nicht an die Lebensbedingungen angepasst ist. Kein Wunder also, dass die Hälfte aller Verträge vorzeitig gekündigt wird.
Auf der anderen Seite ist jeder 3. Haushalt in Deutschland ohne den dringend nötigen Schutz einer privaten Haftpflichtversicherung – macht sich eines der Familienmitglieder schadensersatzpflichtig, droht im schlimmsten Fall das lebenslange Abzahlen einer Verbindlichkeit. Und das ohne Hoffnung, jemals aus einer solchen Schuldenfalle herauszukommen. Und während Rechtsschutzversicherungen noch und nöcher bestehen, ist das Risiko, irgendwann nicht mehr arbeiten zu können, meist schlecht abgesichert: Erst jeder 6. ist finanziell geschützt, wenn er aus gesundheitlichen Gründen seinen Job nicht mehr ausüben kann – alle anderen sind ein Fall für das Sozialamt, denn eine Erwerbsunfähigkeitsrente vom Staat kann heute kaum noch jemand erwarten.
Mit falschen Policen ein Vermögen verschleudern
Die Zahlen machen klar, dass die meisten Menschen völlig falsch versichert sind: Sie legen viel Geld für Policen hin, die sie nicht brauchen, während an anderer Stelle wichtiger Versicherungsschutz fehlt. Der Grund dafür: Vielen Menschen fehlt das Gespür dafür, welche Risiken versichert werden sollten und welche nicht. Und das wiederum liegt vor allem daran, dass kaum jemand Zeit, Lust und Muße hat, sich mit dem wichtigen Thema Risikovorsorge zu beschäftigen. Lieber wird die Entscheidung in die Hand von Herrn Kaiser und seinen Nachfolgern und Kollegen gelegt – frei nach dem Motto: Der macht das schon. Das mag sogar zutreffen, nur macht er es leider oft nicht richtig! Vertreter und Makler leben davon, ihren Kunden etwas zu verkaufen – und oft bleiben beim Wunsch nach einem guten Geschäft die guten Sitten außen vor – mit verheerenden Folgen: Der Verkäufer verdient gut und versichert schlecht.
Entwickeln Sie ein Versicherungs-Gespür
Umso wichtiger ist es deshalb, das richtige Gespür zu entwickeln, welche Policen nötig sind und welche nicht. Bei der Auswahl hilft schon das strikte Beachten des Grundsatzes "Die großen Risiken zuerst – die kleineren können warten": Zunächst einmal müssen existenzielle Risiken abgesichert werden: Dazu gehört (auch wenn es unangenehm ist, sich damit beschäftigen zu müssen) der eigene Tod, denn die Familie muss mit einer Risiko-Lebensversicherung abgesichert sein, wenn der Hauptverdiener ausfällt. Genau aus diesem Grund ist auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein Muss: Denn ohne Einkommen wird die gesamte finanzielle Lebensplanung über den Haufen geworfen – und dagegen muss man sich einfach schützen. Zu den wichtigsten Versicherungen zählt neben der bereits erwähnten Haftpflichtversicherung auch der Schutz gegen Krankheiten und Unfälle in Form einer Krankenversicherung. Und auch das Pflegerisiko ist meist nicht oder nicht ausreichend abgesichert.
Diese Policen sind absolut entbehrlich!
Demgegenüber stehen die kleinen Risiken, gegen deren finanzielle Folgen die meisten Menschen auch ohne Versicherung gewappnet sind. Dazu zählt z. B. eine Reisegepäckversicherung – kaum jemand wird ernsthaft in finanzielle Nöte kommen, wenn der Koffer gestohlen wird. Dazu zählen aber auch schlicht überflüssige Versicherungen wie z. B. die Insassen-Unfallversicherung für Autos. Diese Versicherung deckt Risiken ab, die in aller Regel bereits durch die KFZ-Versicherung gedeckt sind – damit sind die Kunden schlichtweg überversichert. Auch viele Ergänzungen zur Hausratversicherung sind purer Unsinn – wie etwa die Glasbruchversicherung. Eine zerbrochene Scheibe stellt einfach kein Risiko dar, das den Versicherten in seiner wirtschaftlichen Existenz bedroht. Und genau diese Frage sollten sich Interessierte vor jeder Unterschrift unter einen Vertrag stellen: Sichert die Police wirklich ein existenzielles Risiko ab, oder kann ich einen Schaden im Fall der Fälle selbst tragen? Und nur, wenn die Antwort eindeutig "Nein!" lautet, gehört die Versicherung zu den wirklich wichtigen Policen. In allen anderen Fällen sollte man lieber zweimal überlegen, bevor man seine Unterschrift unter den Vertrag setzt.
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