Do-it-yourself kann Versicherungsschutz kosten
Vorsicht, Ihr Hobby-Handwerker!
Do-it-yourself ist angesagt: Beim Tapezieren genauso wie beim Fliesen verlegen, Parkett verkleben oder gleich beim ganzen Hausbau. Grundsätzlich ist auch nichts dagegen einzuwenden: Aber behalten Sie immer Ihren Versicherungsschutz im Auge, wenn Sie beim Renovieren und Bauen mitmischen.
Beispiel: Arbeiten an der Gas-, Strom- und Wasserversorgung sollten Sie besser vom Fachmann erledigen lassen. Denn zum einen sind Arbeiten vor allem mit Strom und Gas sehr gefährlich, zum anderen gibt es gesetzliche Regelungen, die eingehalten werden müssen. Ob solche Vorschriften Heimwerkern verbieten, selbst Hand anzulegen, ist umstritten – Ärger mit der Versicherung können Handwerker jedoch schnell bekommen. Sollte ein entstandener Schaden nämlich auf grobe Fahrlässigkeit des Versicherten zurückzuführen sein, ist der Versicherungsschutz schnell verloren. Das könnte bedeuten, dass der Versicherte auf seinem Schaden sitzen bleibt. Und das könnte verheerend sein: Man muss sich nur eine schadhafte Gasleitung vorstellen, die in Eigenregie eingebaut oder repariert wurde und kurz danach zu einem Totalschaden am Haus führt: Wer diesen Schaden selber zahlen muss, ist ein Leben lang ruiniert.
Personenschäden ruinieren Sie – garantiert!
Das gilt natürlich auch für Personenschäden, die durch Handwerker-Pfusch entstehen: Kommt z. B. jemand durch eine unsachgerecht verlegte Stromleitung zu Schaden oder stirbt sogar, wird die Haftpflichtversicherung in aller Regel kaum einspringen wollen. Aber selbst kleinere Schäden können fleißigen Handwerkern finanziell zusetzen: Wird z. B. eine selbst verlegte Wasserleitung undicht und beschädigt den Hausrat, kann der Schaden schnell einige 1.000 Euro betragen: Existenzbedrohend mag das nicht sein, aber eine finanzielle Belastung – vielleicht auf Jahre hinaus – stellt ein solcher Schaden sicherlich dar, wenn er nicht von der Versicherung übernommen wird.
Schwarzarbeit wird richtig teuer
Gefährdet sind aber nicht nur die Heimwerker, die selbst anpacken: Wer als Mieter oder Eigentümer Schwarzarbeit in den eigenen 4 Wänden zulässt, riskiert den Versicherungsschutz. Denn die eigene Versicherung behandelt Schwarzarbeit wie Do-it-yourself: Für Schäden steht der Auftraggeber also selbst ein und verliert bei Pfusch ggf. den Schutz der Versicherung. Wenn Sie sich jedoch gegen Schwarzarbeit entscheiden, können Sie bei einem Schaden die Haftpflichtversicherung des Handwerksbetriebes in Anspruch nehmen – so einen Schutz kann kein Preisnachlass bei der Schwarzarbeit wettmachen.
An den eigenen Versicherungsschutz denken ...
Wer als Hobby-Handwerker auf der Baustelle oder in der eigenen Wohnung häufiger mit anpackt, sollte auf jeden Fall immer für einen ausreichenden Versicherungsschutz sorgen, falls er selbst oder Helfer verunglücken. Vor allem jüngere Bauherren und Renovierer sollten an den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung denken, denn sie bekommen im Falle eines Unfalls mit lebenslangen Folgen bis hin zur Invalidität kaum staatliche Leistungen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt in einem solchen Fall eine monatliche Zusatzrente an den Bauherren, so dass dieser in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen weiter nachzukommen. Wer wegen einer schwierigen Krankheitsgeschichte keine Police gegen Berufsunfähigkeit bekommt, sollte zumindest eine Unfallversicherung abschließen.
... und an den der Freunde!
Unterstützen Freunde eifrige Handwerker bei ihrem Vorhaben auf einem Neubau, müssen diese Helfer versichert werden. Über die Bau-Berufsgenossenschaft ist eine solche Versicherung sogar gesetzlich vorgeschrieben. Sind Bauhelfer nicht angemeldet, droht ein Bußgeld. Der Beitrag richtet sich nach der Menge der geleisteten Arbeitsstunden – insgesamt liegen die Beiträge pro Arbeitsstunde deutlich unter 2 Euro. Der Versicherungsschutz durch die Bau-Berufsgenossenschaft ist allerdings nicht besonders umfangreich, so dass eine Erweiterung durch eine private Police Sinn machen kann.