Zusatz-Versicherungen
Was brauchen Senioren?
Es ist der Albtraum älterer Menschen: Sie erleiden einen Unfall und sind auf fremde Hilfe angewiesen – zeitweise, vielleicht aber auch lebenslänglich. Das kostet Geld, und deshalb machen solche Szenarien es Versicherungen leicht, spezielle Unfallversicherungen an Senioren zu verkaufen.
Die
Unfallversicherungen versprechen finanzielle Hilfe im Unglücksfall und zahlen in der Regel eine monatliche Rente, wenn der Unfall zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden führt. Sinnvoll kann eine solche Rente allemal sein, denn auch wenn die Rente weiterläuft, und es keinen Verdienstausfall gibt, müssen die Betroffenen die finanziellen Mehrkosten schultern. Und die können sich summieren: So benötigen Unfallopfer oft nicht nur Pflege, sondern müssen eventuell auch ihr Haus umbauen lassen oder sogar in ein Heim ziehen. Allerdings muss eines berücksichtigt werden: Die Versicherungen zahlen bei den Senioren-Policen nur im Falle eines Unfalls. Krankheitsbedingte Mehrkosten sind nicht abgedeckt. Nach einem Unfall werden neben einer Rente übrigens oft auch für eine Übergangszeit Unterstützungsleistungen wie die Bezahlung einer Haushaltshilfe angeboten.
Teure Sicherheit
Die Kosten für diese Policen sind recht happig: Schließt ein 60-jähriger eine solche Police ab, liegen die Prämien zwischen 200 und 500 Euro jährlich, Frauen zahlen im Schnitt wegen der höheren Lebenserwartung bis zu 20 % mehr. Sinnvoll könnte es deswegen sein, eine ganz normale Unfallversicherung abzuschließen, die in der Regel schon für die Hälfte des Preises erhältlich ist. Der Haken: Gerade ältere Menschen jenseits der 70 werden Probleme haben, solche Verträge noch zu ergattern. Denn in der regulären Unfallversicherung wollen die meisten Versicherungsgesellschaften keine älteren Menschen mehr aufnehmen und versichern sie – wenn überhaupt – nur zu sehr schlechten Konditionen, die denen der Senioren-Policen ähnlich sind. Diese Policen hingegen erhalten Interessierte ohne Altersbegrenzung.
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Mehrleistungen inbegriffen
Die Bedingungen der klassischen Senioren-Policen sehen allerdings auch weitere Leistungen vor, die in klassischen Policen nicht inbegriffen sind: So bieten Unfallversicherer jetzt den Unfallschutz im Paket mit Hilfsleistungen durch Haushaltshilfen, Krankenpfleger, Fahrdienste oder einen Einkaufsservice an. Auch solche Extra-Leistungen haben natürlich einen Wert, der durch die Prämie abgegolten wird. Wichtig ist es nur, sich den genauen Umfang des Versicherungsschutzes vor Augen zu halten – bei der Frage, ob die Versicherung zahlen muss, genauso wie bei der Frage, welche Leistungen es gibt. Denn ein Unfall liegt nur dann vor, wenn ein "von außen einwirkendes Ereignis" die Gesundheit beeinträchtigt. Gerade bei älteren Menschen aber kommt es oft aus Altersgründen zu Verletzungen, die dann eben nicht versichert sind. Die Versicherung wird also in vielen Fällen gar nicht eintreten müssen.
Pflegeversicherung abschließen?
Trotzdem kann es sinnvoller sein, auf den Schutz durch eine private Pflegeversicherung zu bauen. Denn die zahlt unabhängig davon, ob der Versicherte durch einen Unfall, durch eine Krankheit oder einfach wegen seines Alters pflegebedürftig geworden ist. Eine solche Pflegeversicherung gibt es in zwei Varianten. Bei der Pflegetagegeldpolice wird ein fester Tagessatz gezahlt, egal wie hoch die Kosten später sind. Bei häuslicher Pflege werden oft 25 oder 30 Prozent weniger gezahlt. Der Vorteil: Der Versicherte kann über das Geld frei verfügen. Hat er großzügig kalkuliert, bleibt eventuell ein Restbetrag, den er für zusätzliche Leistungen nutzen kann. Bei der Pflegekostenpolice erhalten Versicherte einen Teil der Differenz zwischen der gesetzlichen Leistung aus der Pflegeversicherung und den tatsächlichen Kosten erstattet. Es bleibt dann nur noch ein Restbetrag, der für die Pflege dazugezahlt werden muss. Der Haken an der Sache: Eine solche Pflegeversicherung ist viel schwerer zu bekommen, weil die Versicherer eine ziemlich umfangreiche Gesundheitsprüfung vornehmen. Wer dann eine schwere Krankheit mitbringt, wird keinen Vertrag erhalten und kann nur auf die Unfallversicherung zurückgreifen.
Mehr zum Thema private Pflegeversicherung erfahren Sie hier.
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