Lohnt sich die private Basisvorsorge?
Rürup für harte Rechner
Die Rürup-Rente kann sich bisher noch nicht richtig durchsetzen, denn anders als beim Riester-Modell ist vielen Vorsorge-Sparern nicht klar, was die Rürup-Rente eigentlich bringen kann. Zeit genug für Ihr Vorsorgeportal optimal-absichern, einmal genauer für Sie nachzurechnen.
Eine Mustersparerin ist heute 35 Jahre jung und hat ein steuerpflichtiges Einkommen von 40.000 Euro. Sie schließt einen Rürup-Vertrag ab und zahlt jährlich 2.400 Euro in den Vertrag ein – bis zu Ihrem 65. Geburtstag, also 30 Jahre lang. Wenn man für den Rest des Lebens einen Steuersatz von 38 % unterstellt, spart Frau Muster in den 30 Jahren rund 25.000 Euro Steuern. Von den eingezahlten 72.000 Euro hat sie tatsächlich also nur 47.000 Euro eingezahlt. Dafür erhält Sie eine garantierte und lebenslang gezahlte Altersrente von 360 Euro, die auf bis zu 600 Euro steigt, wenn die Prognosen des Versicherers aufgehen. Natürlich muss diese Rente versteuert werden, in 2040 – wenn Frau Muster in Rente geht – muss die Rürup-Rente voll versteuert werden.
Frau Muster mit und ohne Rürup
Kann Frau Muster dieses Ergebnis mit einem normalen Sparvertrag erzielen? Nehmen wir mal an, Frau Muster zahlt die 47.000 Euro über 30 Jahre verteilt in einen ganz normalen Banksparplan ein – das sind umgerechnet 130,56 Euro, Monat für Monat. Weil sie die Abgeltungsteuer umgehen will, wählt sie einen Riester-Sparplan, der von der Abgeltungsteuer befreit ist. Aus den 130,56 Euro werden so bei 4 % Zinsen 89.773 Euro, die im Alter zur Verfügung stehen. Auf die Hälfte der erzielten 42.771 Euro Zinsen muss Frau Muster bei Fälligkeit natürlich Steuern zahlen – bei 30 % Steuersatz sind das 12.813 Euro, es verbleiben 76.960 Euro. Legt Frau Muster dieses Geld gut an, kann Sie sich daraus rund 20 Jahre lang eine Rente von 440 Euro zahlen – nach Steuern und unter Berücksichtigung des Freibetrages von 801 Euro im Jahr.
Sicherheit gegen Rendite
Das Rechenbeispiel zeigt: Bei guten 4 % Zinsen ist auch ein Sparplan ohne steuerliche Förderung nicht die schlechteste Wahl. Das Problem: Der private Sparplan garantiert die 440 Euro nur für 20 Jahre. Die Maximal-Rente von 600 Euro könnte Frau Muster aus dem Ersparten sogar nur für etwas mehr als 13 Jahre selbst aufbringen – danach wäre der Topf leer, während die Rürup-Rente weiter gezahlt werden würde. Wenn Sie also auf Sicherheit setzen, dürfte eine Rürup-Rentenversicherung immer die bessere Wahl sein, als die Altersvorsorge mit Sparplänen selbst aufzubauen.
Sparen und Versicherung – ein kluges Modell?
Nun könnte man natürlich auf den Gedanken kommen, das Geld erst einmal selbst anzusparen und es dann im Alter in eine Rürup-Rentenversicherung zu stecken, die eine lebenslange Rente garantiert. Würde Frau Muster das tun, könnte Sie zu Rentenbeginn von den angesparten 89.773 Euro 20.000 Euro (das ist der maximal steuerlich absetzbare Betrag) in einen Rürup-Vertrag stecken. Wenn Sie das im letzten Jahr tut, in dem sie z. B. rund 60.000 Euro verdient, würde sie auf einen Schlag 8.500 Euro Steuern sparen, in die Rürup-Versicherung tatsächlich also nur 11.500 Euro einzahlen. Der Lohn dafür: Eine Rente von rund 80 bis maximal 100 Euro im Monat, die voll zu versteuern ist. Die restlichen 69.773 Euro wandern zusammen mit der Steuerersparnis in eine private Rentenversicherung und sorgen dort für eine garantierte Rente von rund 330 Euro, die mit Überschüssen noch einmal um 90 Euro auf 420 Euro steigen kann. Insgesamt bedeutet das eine Rente von 410 bis 520 Euro im Monat, wobei die Rürup-Rente voll zu versteuern wäre, die Rente aus der privaten Rentenversicherung aber nur zu 18 %. Damit ist netto eine Rente von 370 bis 470 Euro zu erwarten. Und was ist das im Vergleich zu einem Sparvertrag? Die knapp 90.000 Euro reichen aus, um (nach Steuern und unter Berücksichtigung des Freibetrages) rund 20 Jahre eine Rente von 500 Euro zu erhalten. Aber auch hier gilt: Nach 20 Jahren wäre Schluss und der Spartopf ist leer.
Das Fazit
Die Rürup-Rente bietet lebenslange Sicherheit, denn die Versicherung muss lebenslang die vereinbarte Rente und natürlich auch die erzielten Überschüsse zahlen. Daher die Empfehlung: Als sichere Ergänzung im Alter ist die Rürup-Rente eine gute Wahl – wer nur auf die Rente schaut, sollte den Rürup-Vertrag mit einem renditeorientierten Fonds-Sparplan ergänzen.
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