Wenn die Riester-Rente kommt!
Was Sie heute schon wissen sollten!
Wenn Sie heute fleißig in Ihren Riester-Vertrag einzahlen, wollen Sie das Geld "morgen", im Rentenalter, natürlich auch genießen. Dazu sollten Sie einiges wissen und die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema "Wenn die Riester-Rente kommt" haben – mehr dazu finden Sie hier.
Wann bekomme ich meine Riester-Rente?
Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass Sie in der Regel ab dem 60. Lebensjahr (bei Neuverträgen ab 2012 ab dem 62. Lebensjahr) oder mit Beginn der gesetzlichen Rente eine Riester-Rente beziehen dürfen. Etwas anderes gilt nur, wenn der Riester-Vertrag auch eine Erwerbunfähigkeitsrente mit umfasst – dann können entsprechende Leistungen natürlich vorher gezahlt werden.
Wie viel Rente wirft mein Vertrag ab?
Das ist heute schwer zu sagen. Rentenversicherungen garantieren zwar eine Summe X, die liegt jedoch sehr niedrig, weil die Versicherer nur die garantierte Rente ausweisen können. Die spätere Rente hängt vor allem davon ab, wie viel Kapital Sie mit Ihrem Vertrag erwirtschaftet haben. Denn aus dieser Summe wird die Rente gezahlt. Und je höher diese Summe X ist, desto höher ist auch die Rente.
Kann ich mir das angesparte Geld auszahlen lassen?
30 % des angesparten Kapitals sind auf einen Schlag auszahlbar, außerdem können die in der Rentenphase anfallenden Zinsen und Erträge auf einen Schlag ausgezahlt werden. Das restliche Vermögen muss dann aber für die lebenslange Rente angelegt werden. Eine Ausnahme gilt für Kleinbetragsrenten, die weniger als 1 % der Bezugsgröße gem. § 18 SGB IV (derzeit 25,55 Euro monatlich in den alten Bundesländern, 21,70 Euro in den neuen) ausmachen: Diese Renten können bei Rentenbeginn auf einen Schlag ausgezahlt werden – damit wird der Vertrag dann abgewickelt.
Wie wird sichergestellt, dass ich lebenslang Geld bekomme?
Rentenversicherungen kalkulieren diese Option bereits bei Vertragsschluss ein, bei allen anderen Riester-Varianten wird zu Beginn der Rentenphase ein Teil des angesparten Geldes (bis zu 20 %) in eine Rentenversicherung gesteckt, die dann die lebenslange Rente garantiert.
Wieviel Steuern muss ich zahlen?
Grundsätzlich wird Ihre Riester-Rente voll in die Berechnung des zu versteuernden Einkommens einbezogen. Allerdings heißt das nicht unbedingt, dass die Riester-Rente wirklich voll versteuert wird. Denn nach derzeitigem Recht können Sie als Rentner jährlich bis zu 11.000 Euro Einkommen komplett steuerfrei vereinnahmen – das steuerfreie Existenzminimum und einige Vergünstigungen machen es möglich. Dazu kommt, dass die gesetzliche Rente erst 2040 zu 100 % besteuert wird – bis dahin bleibt ein Teil steuerfrei – derzeit immerhin 44 %! Unter dem Strich bleibt also vor allem für den Otto Normalrentner allenfalls eine geringe Steuerbelastung der Riester-Rente im Alter, während die Förderung heute einiges an finanzieller Unterstützung bietet.
Werden Krankenversicherungsbeiträge fällig?
Nein, nach derzeitigem Recht nicht. Das Beispiel der Direktversicherung hat jedoch gezeigt, wie schnell sich das ändern kann. Vor dieser Renditefalle sind nur Privatversicherte gefeit, weil deren Prämien sich grundsätzlich nicht nach dem Einkommen richten.
Sind die Renten pfändungssicher?
In der Ansparphase sind Riesterrenten und andere Vorsorgeformen mittlerweile meist pfändungssicher. In der Auszahlungsphase hingegen können Renten sehr wohl gepfändet werden, wenn das Einkommen insgesamt oberhalb der Pfändungsfreigrenze liegt.
Muss ich im Alter die neue Abgeltungssteuer beachten?
Nein, da die Renten ohnehin voll besteuert werden, gilt die Abgeltungssteuer für die erwirtschafteten Zinsen und Erträge bei Riester-Renten nicht.
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