Lebens- und Rentenversicherungen
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Kapitallebens- und Rentenversicherungen geraten derzeit vor allem wegen sinkender Renditen mehr und mehr in die Kritik – zu Recht? Oder taugen die Kapitalpolicen immer noch als Geldanlage und Altersvorsorge? Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema.
Sinken die Erträge weiter?
2012 sinkt der Garantiezins auf 1,75 % – das wird auch Auswirkungen auf die tatsächliche Rendite haben, die Neuverträge ab 2011 erwirtschaften. Laufende Verträge profitieren von höheren Garantiezinsen (bis zu 4 %, je nach Laufzeit des Vertrages), aber auch dort sinken die Überschüsse, die bei den Lebensversicherungen das Salz in der Rendite-Suppe sind. Allerdings müssen Sie berücksichtigen, dass bei vergleichbar sicheren Festzinsanlagen ebenfalls die Rendite sinkt, weil der Markt eine höhere Rendite derzeit nicht hergibt. Steigen die Zinsen wieder, wird sich das auch bei Lebens- und Rentenversicherungen bemerkbar machen. Bis dahin wird die Zinsflaute auch bei den Kapitalpolicen weiter den Ton angeben.
Lohnt sich der Abschluss für mich?
Das hängt von Ihren Anlagezielen ab. Wenn Sie als Anleger langfristig orientiert sind, steueroptimiert anlegen möchten und vor allem auf Sicherheit setzen, dann ist die Lebens- oder Rentenversicherung eine Option für Sie. Wenn Sie kurzfristig investieren wollen oder Wert auf eine überdurchschnittlich hohe Rendite legen (bei entsprechend höherem Risiko), dann sollten Sie die Finger von Lebens- und Rentenversicherungen lassen.
Habe ich wirklich Steuervorteile?
Ja, wenn auch nicht mehr so viele wie früher. Ihr Steuerplus: Sie zahlen während der Ansparphase keine Abgeltungssteuer, das erhöht den Zinseszinseffekt, und Sie profitieren im Alter von massiven Steuervorteilen: Lassen Sie sich das angesparte Kapital auszahlen, werden die Erträge nur zur Hälfte besteuert. Fließt das Kapital als Rente, müssen Sie nur den Ertragsanteil besteuern. Bei einem Rentenbeginn mit 65 Jahren sind das gerade einmal 18 % der Rente, die überhaupt versteuert werden müssen. Pro 100 Euro Rente werden bei 30 % Steuersatz so gerade einmal 6 Euro Steuern fällig.
Tipp: Rente gegen Einmalzahlung: Ein Steuersparmodell, das sich lohnt? Mehr dazu erfahren Sie hier.
Sind die Kosten zu hoch?
Das hängt davon ab, welchen Versicherer Sie wählen. Günstige Versicherer knappen einen deutlich geringeren Kostenanteil vom Ersparten ab als teurere – damit wächst Ihre Rendite.
Hier in unserem Vergleichsrechner können Sie sehen, was die Versicherer aus Ihrem Geld machen. Je höher die garantierte Auszahlung, die Kapitalabfindung ist, umso geringer sind die Kosten des Versicherers. Wählen Sie einen renditestarken Versicherer, der Ihr Geld optimal vermehrt.
Kann ich mein Geld nicht besser anlegen?
Auch hier hängt die Antwort davon ab, wie Sie ihre Anlageziele definieren. Fonds werfen im Normalfall mehr Rendite ab als Kapitalpolicen, bergen aber auch Verlustrisiken. Tagesgelder bieten immer wieder Top-Zinsen, die höher sind als die der Versicherer – aber diese Zinsen sind oft nur für kurze Zeit verfügbar, an Bedingungen gekoppelt und zudem nicht steueroptimiert. Grundsätzlich gilt: Die Lebens- und Rentenversicherungen sind eine Anlageklasse mit Vor- und Nachteilen, die Sie in Ihren Vermögensaufbau integrieren können.
Kann ich eine staatliche Förderung bekommen?
Ja, wenn Sie die Rentenversicherung im Rahmen des Riester- oder Rürup-Modells abschließen. Dann gibt es Zulagen und Steuervorteile (Riester) oder nur Steuervorteile (Rürup), die die Rendite natürlich noch einmal antreiben. Allerdings werden dafür im Alter auch Steuern auf die volle Rente fällig – ärgerlich vor allem für alle, die über gute Alterseinkünfte verfügen und damit tatsächlich hohe Steuern zahlen müssten. Der Normalrentner mit einer geringen gesetzlichen Rente allerdings wird einen Großteil der Riester- oder Rürup-Rente immer steuerfrei kassieren können.
Tipp: Alles über die Basisrente
nach dem Rürup-Modell erfahren Sie hier.
Binde ich mich zu lange?
Sie binden sich bei Lebens- und Rentenversicherungen sehr lange. Mindestens 12 Jahre muss der Vertrag für die Steuervorteile laufen, und Sie müssen schon mindestens 60 Jahre jung sein, um die Steuervorteile tatsächlich zu bekommen. Diese Voraussetzungen schränken Sie tatsächlich ein – vor allem, wenn Sie als Sparer nicht sicher sind, den Vertrag dauerhaft besparen zu können. Denn eine vorzeitige Kündigung wird teuer, weil die Kosten trotzdem von Ihnen getragen werden müssen. Deshalb gilt: Kapitalversicherungen sind und waren immer eine Domäne der geduldigen und ausdauernden Anleger – und daran hat sich nichts geändert.
Sind die Versicherungen eine gute Altersvorsorge?
Grundsätzlich ja, denn die Rentenversicherungen bieten eine lebenslang garantierte Rente im Alter. Das kann kein Entnahmeplan bieten, bei dem das Kapital irgendwann verbraucht ist. Diese Sicherheit und Planbarkeit bezahlen Sie jedoch mit einer geringeren Rendite und mit einer mangelnden Flexibilität. Es hat sich bewährt, die private Rentenversicherung auch an diesem Punkt als einen Baustein anzusehen, der im Alter mit anderen Komponenten zusammen für eine ausreichende Absicherung sorgt.
Tipp: Taugt die
Rentenversicherung als Altersvorsorge? Die Antwort erhalten Sie hier.