Diese Patzer sind bei der Altersvorsorge teuer und ärgerlich
Kleine Fehler – große Wirkung
Wie viel Sie im Monat für die Altersvorsorge sparen können, das können nur Sie alleine entscheiden. Aber wie Sie Ihre Vorsorge richtig angehen, das richtet sich nach ganz einfachen Kriterien. Genau so, wie es kleine und größere Patzer gibt, die Sie sich auf keinen Fall erlauben sollten.
Denn Geld-Fehler sind bei der Altersvorsorge besonders ärgerlich. Jeder Euro, den Sie heute verschenken, bedeutet im Schnitt 2 Euro weniger Rente im Alter. Und schnell summieren sich die Fehler, und Ihre Rente liegt 200 oder 300 Euro unter dem, was Sie ohne große Anstrengungen erreichen könnten. Erfahren Sie hier, welche Fehler bei der Vorsorge lauern, und wie Sie sie umschiffen.
1. Faktor Zeit ignorieren
Ihr größter Helfer bei der Vorsorge ist nicht die Riester-Rente, die Allianz (oder eine andere Versicherung) oder die Börse. Es ist schlichtweg der Faktor Zeit. Manche machen sich nicht an die Altersvorsorge, weil sie keine Lust haben, sich Gedanken um Geld zu machen. Andere Sparer haben Angst, sich ganz konkret vor Augen zu führen, was im Alter auf Sie zukommen könnte. Und einer weiteren Gruppe ist alles einfach viel zu schwierig. Gemein ist allen jedoch, dass jeder verbummelte Monat die mögliche Rente im Alter um ein paar Euro mindert. Denn nichts treibt die Rendite mehr, als ein paar Monate länger zu sparen.
Ein Beispiel: Sparer A hat Aufschieberitis und fängt erst mit 48 Jahren an, für das Alter zu sparen. Er legt dann 17 Jahre lang 150 Euro monatlich zur Seite und hat mit 65 Jahren bei 6 % Zinsen rund 52.500 Euro auf der hohen Kante. Der clevere Sparer C beginnt schon mit 30 Jahren zu sparen. Auch er spart monatlich 150 Euro und hat bei 6 % Zinsen mit 65 Jahren sagenhafte 207.000 Euro für die Rente und damit mehr als 3-mal so viel wie A.
Tipp: Sparen ist immer gut, egal, ob Sie viel oder wenig sparen können, ob Sie schon wissen, wie Sie das Geld anlegen oder es erst einmal auf einem Festgeldkonto parken. Hauptsache, Sie legen Geld beiseite, denn was Sie heute nicht sparen, das werden Sie morgen nicht zusätzlich sparen können.
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2. Inflation vernachlässigen
Wenn Sie sich über die Altersvorsorge Gedanken machen, dann gibt es eine Größe, die Sie nicht vernachlässigen dürfen: die Inflation. Denn die Geldentwertung führt dazu, dass Ihre vielleicht sogar einmal großzügig bemessene Rente im Alter sehr viel weniger als heute wert ist. Gegen die Inflation selbst können Sie kaum etwas tun, aber Sie können Sie mit einplanen. 1.200 Euro Rente sind in 10 Jahren bei 2,5 % Inflation nur noch 930 Euro wert, in 20 Jahren nur noch 720 Euro und in 30 Jahren nur noch 560 Euro.
Tipp: Kalkulieren Sie das bei der Rentenberechnung mit ein. Wenn Sie im Alter 800 Euro Zusatzrente zur Verfügung haben wollen und noch 20 Jahre sparen, dann sparen Sie nicht nur 800 Euro Rente, sondern für knapp 1.300 Euro – denn so viel Geld brauchen Sie 2028, um nach heutigem Geld-Verständnis 800 Euro ausgeben zu können.
3. Steuern sparen als Anlageziel sehen
Wenn es ums Steuern sparen geht, setzt bei vielen Menschen etwas aus. Der Wunsch, dem Finanzamt noch ein paar Euro abluchsen zu können, steuert auch rational denkende Menschen in Anlagemodelle, die sie ohne steuerliche Komponente wohl niemals abschließen würden. Grundsätzlich gilt aber bei jeder Anlage: Das Investment an sich muss überzeugend sein, nicht die daraus möglicherweise resultierenden Steuervorteile. Die können als Sahnehäubchen die Rendite optimieren, der Renditebringer selbst sollten sie jedoch nicht sein.
Tipp: Steuersparmodelle gehören immer auf den Prüfstand – und zwar bei einem Steuerexperten, der Ihnen wirklich ausrechnen kann und wird, ob sich das Modell rechnet, ob die rechtlichen Rahmenbedingungen dauerhaft sind, und Sie auch ohne steuerliche Erwägungen ein gutes Geschäft machen können. Erst mit dem OK eines Steuerberaters sollten solchen Anlagen getätigt werden.
4. Falsch planen
Manche Menschen sind so sehr damit beschäftigt, ihre Geldanlagen zu optimieren, dass sie viel wichtigere Dinge völlig vernachlässigen. Die richtige Versicherung beispielsweise. Denn was nützt es, wenn Sie jeden Monat brav für später sparen, aber mit 45 Jahren berufsunfähig werden und nicht dagegen versichert sind? Ihr Erspartes ist dann schnell aufgebraucht. Ebenfalls gravierend ist eine fehlende oder schlechte Absicherung für den Todesfall. Denn auch ein gut gefülltes Sparkonto eines Normalverdieners wird dessen Familie kaum jahrelang ernähren. Deshalb sollte Versicherung immer vor der Vorsorge stehen.
Tipp: Gekoppelte Verträge sind Unsinn! Gerne verkaufen Versicherer Policen, die durchaus sinnvollen Schutz mit Sparverträgen koppeln – die Kombination aber ist in aller Regel überhaupt nicht sinnvoll. Das beste Beispiel ist die Kapitallebensversicherung, die aus 2 Gründen meist die völlig falsche Wahl ist: Familien lassen sich mit ihr überhaupt nicht ausreichend absichern, weil eine entsprechende Versicherungssumme für den Todesfall schlicht unbezahlbar ist. Und dieser völlig falsche Versicherungsschutz wird dann auch noch gekoppelt mit einem Sparvertrag, der oft eine miserable Rendite mit sich bringt. Deshalb: Finger weg von Verträgen dieser Art!
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