Weihnachten 2011
Policen unter dem Tannenbaum – sinnvoll oder nicht?
Versicherungspolicen als Weihnachtsgeschenk führen keinesfalls ein Exotendasein. Vor allem Kinder und Jugendliche werden von Verwandten mit Versicherungen bedacht, die Risiken absichern oder beim Kapitalaufbau helfen sollen. Policen zum Fest – eine gute Idee? Die Antwort finden Sie hier.
Die grundsätzliche Antwort lautet: Versicherungen sind eine klasse Geschenk-Idee, wenn der Schenker damit ein Risiko absichert, das bisher nicht abgesichert wurde. Beispiel Kinderinvaliditätsversicherung. Viele Eltern scheuen davor zurück, die teuren Policen abzuschließen, die je nach Leistung bis zu 500 Euro jährlich kosten.
Schenker können Risiken absichern
Dabei ist die Police extrem wichtig, denn wenn ein Kind durch einen Unfall oder eine Krankheit ein Leben lang auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist, braucht es eine private Absicherung – vom Staat ist über Hartz IV hinaus wenig zu erwarten. Und die häufig abgeschlossenen Unfallversicherungen decken gerade einmal 2 % aller Invaliditätsfalle bei Kindern ab. Hier können Verwandten mit dieser sinnvollen Police tatsächlich eine wichtige Risikoabsicherung schenken.
Eltern finanziell entlasten
Auch bei der Gesundheitsvorsorge können Versicherungen als Geschenk sinnvoll sein. So entlasten Krankenzusatzversicherungen für Kinder die Eltern enorm, wenn sie z. B. die Kosten für teure kieferorthopädische Maßnahmen ganz oder teilweise übernehmen. Solche Policen gibt es ab 10 Euro monatlich aufwärts. Anders sieht es dagegen bei Vorsorgeverträgen aus, die nur dem Namen nach Versicherungen sind − wie z. B. Ausbildungsversicherungen. Denn die sind nichts anderes als Kapitallebensversicherungen mit viel Sparvertrag und wenig Risikoschutz. Die Verträge haben zu Recht einen schlechten Ruf, weil die Kosten hoch sind und die Rendite mäßig ist. Auch die sogenannten „Enkel-Policen“ auf dem Markt sollten Schenker mit spitzen Fingern anfassen. Denn in diesen Versicherungspaketen stecken neben der wenig empfehlenswerten Kapitallebensversicherung meist noch eine Unfall- und eine Krankenzusatzversicherung. Es ist aber immer besser, sinnvollen Schutz wie den einer Krankenzusatzversicherung über eine leistungsstarke Police separat abzudecken. Eine Unfallversicherung ist zudem – wie oben bereits ausgeführt – gegenüber der Kinderinvaliditätsversicherung die schlechtere Wahl.
An was muss ich beim Verschenken denken?
Wenn Versicherungen verschenkt werden, muss dabei – unabhängig von der Art der Police – an einiges gedacht werden. So sollten die Schenker zunächst einmal in Erfahrung bringen, welche Policen bereits vorhanden sind. So bringen Doppelversicherungen im Bereich von Krankenzusatzversicherungen nichts – die Kosten werden nur einmal erstattet. Bei Kinderinvaliditätsversicherungen gibt es einen weiteren Punkt zu beachten: Es müssen im Antrag Gesundheitsfragen beantwortet werden – hier sollten die Schenker die Eltern unbedingt vor dem Vertragsschluss ansprechen und sie nicht mit einer Police überraschen, die dann wegen falscher Gesundheitsangaben niemals zahlen muss.
Beitragspflichten beachten
Ein besonders wichtiger Punkt aber ist die Frage, wer dauerhaft für die Beiträge aufkommt. Denn die Versicherungen ziehen eine Beitragspflicht nach sich, die sich über Jahre erstreckt. Wer Versichrungen verschenkt, sollte willens und in der Lage sein, diese Prämie dauerhaft zu zahlen. Denn die beste verschenkte Versicherung nützt nichts, wenn die Eltern nach kurzer Zeit die Prämie selbst zahlen müssen und damit finanziell überfordert sind. Denn dann wird die Police meist gekündigt, der Versicherungsschutz geht verloren, und bei Kapitalpolicen wird viel Geld verschenkt, weil in den ersten Jahren kaum Geld angespart wird.
Welche Alternativen gibt es?
Sind die Policen vor allem zum Kapitalaufbau gedacht, kommen als Alternativen ein Sparvertrag oder ein simples Tagesgeldkonto in Betracht, auf das regelmäßig Geld eingezahlt wird. Auch Fondssparpläne sind eine gute Gelegenheit, über Jahre ein ansehnliches Vermögen anzuhäufen. Zudem verursachen solche Lösungen deutlich weniger Kosten, was die Rendite für den Nachwuchs verbessert. Außerdem sind solche Spar-Lösungen deutlich flexibler – der Schenker kann mit seinen Einzahlungen aussetzen, der Beschenkte kommt schneller ans Geld, wenn er es braucht. Viele Banken bieten Konten für den Nachwuchs an, die kostenfrei sind – wie etwa das Junior Depot der ING Diba. Dahinter verstecken sich ein gut verzinstes Tagesgeldkonto und ein Depot, auf dem zu günstigen Konditionen Wertpapiere gekauft werden können. Ein besonderer Vorteil: Das Konto läuft auf den Namen der Kinder, die damit auch den Sparpauschbetrag in voller Höhe in Anspruch nehmen können.