Dienstag, 22.05.2012 12:32 Uhr
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Schützen Sie Ihre Rente

Die 10 Todsünden der Vorsorge

Eine sichere Rente ist harte Arbeit. Und sie ist gleichzeitig eine harte Prüfung, denn auf dem Weg zur sicheren Rente gibt es immer wieder Verlockungen, die guten Vorsätze hinter sich zu lassen. Umschiffen Sie diese 10 Todsünden – wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen.
Schützen Sie Ihre Rente Die 10 Todsünden der Vorsorge

Todsünde 1: Planlosigkeit

Finanzieller Erfolg über Jahre fällt niemandem in den Schoß. Sie müssen etwas dafür tun. Das zeigt ein ganz einfaches Beispiel: Sparer A fängt mit 25 Jahren an, jeden Monat 100 Euro beiseite zu legen. Er will sich nicht um sein Geld kümmern und hat sich von der Bank eine Rentenversicherung verkaufen lassen. Die garantiert ihm nach 40 Jahren eine Auszahlung von rund 80.000 Euro oder eine monatliche Zusatzrente von 320 Euro – vielleicht wird es auch mehr, aber sicher ist das nicht! Ein miserables Angebot, wie das Beispiel von Sparer B zeigt. Er investiert die 100 Euro immer wieder in verschiedene Aktienfonds, die im jährlichen Durchschnitt eine Rendite von 8 % bringen. Er bekommt mit 65 Jahren zum Rentenbeginn satte 324.000 Euro ausgezahlt, aus denen er sich selbst bei einem mickrigen Zins von 2,5 % mindestens 27 Jahre lang eine 3-mal so hohe Rente wie Sparer A auszahlen lassen kann.

Tipp: Wenn Sie für das Alter sparen wollen, dann machen Sie nicht (neben vielen anderen möglichen Patzern) einen der schlimmsten Fehler und spren Sie "irgendwie". Es geht nicht darum, Ihr Gewissen zu beruhigen ("jetzt habe ich endlich was für die Rente gemacht"), es geht darum, eine Rendite zu erzielen, die Ihnen im Alter ein möglichst hohes Zusatzeinkommen beschert. Lassen Sie sich nicht durch Ihre Planlosigkeit einfangen und z. B. von Ihrer Bank oder Ihrem Versicherungsberater ein Geldanlage-Paket verkaufen, das Ihre gesamten finanziellen Mittel in Beschlag nimmt. So steht Ihre private Vorsorge nämlich nur auf einem Bein, das zudem sehr wacklig ist.

Todsünde 2: Gier

Sie haben viele Jahre ins Land gehen lassen und fangen jetzt erst spät mit der Vorsorge an? Dann seien Sie vorsichtig, dass die Gier nicht Einzug hält in Ihre Rentenplanung. Denn gerade in Zeiten niedriger Zinsen und mauer Renditen sind Menschen anfällig für Geldanlagen, die den schnellen Euro über Nacht versprechen. Halten Sie sich immer die Realität vor Augen: Renditen über dem Marktniveau bergen grundsätzlich das Risiko, auch viel Geld – bis hin zum Totalverlust – zu verlieren oder einem Scharlatan aufzusitzen. Beides hat für Ihre Vorsorge fatale Folgen, weil Ihnen das verlorene Geld im Alter fehlen wird.

Tipp: Sicherheit ist 1. Wahl bei Ihrer Vorsorge. Setzen Sie zum Großteil auf Geldanlagen, die kein oder nur ein geringes Risiko haben und eine sichere Rendite bringen. Nur einen kleinen Teil sollten Sie etwas spekulativer anlegen, um die Rendite zu optimieren. Finger weg von unseriösen Angeboten und Geldanlagen mit Wunderrenditen. Machen Sie aus Ihrer Vorsorge kein russisches Roulette.

Todsünde 3: Börsenangst

Natürlich ist die Geldanlage an der Börse immer Spekulation – viele von Ihnen werden bei den Börsencrashs seit dem Jahr 2000 Geld verloren haben. Aber so, wie man nach einem Autounfall wieder fahren soll, um die Angst zu besiegen, und so, wie man nach einer gescheiterten Beziehung eine neue Liebe finden kann, so hat natürlich auch die Börse eine 2. Chance verdient. Sie sollten Geldanlagen an der Börse skeptisch und kritisch gegenüberstehen, Sie sollten Aktien, Fonds oder Zertifikate kritisch prüfen, bevor Sie kaufen, aber Sie sollten die Chancen an der Börse immer nutzen.

Tipp: Verzichten Sie nicht auf die Chancen, die die Börse Ihnen und Ihrem Geld bietet. Fakt ist: Aktien, Fonds und auch Zertifikate schlagen auf lange Sicht jede andere Geldanlage und sorgen für die Rendite, die Sie brauchen, wenn Sie im Alter abgesichert leben möchten. Zwischenzeitlich kann es einmal ungemütlich werden, und vielleicht machen Sie an der einen oder anderen Stelle kurzfristig Verlust. Aber Sparen für das Alter ist keine kurzfristige Angelegenheit, so dass Sie die Verluste bei einer altersgerechten Risikomischung immer wieder aufholen können. Und Sie sollten immer daran denken: Auch an der Börse gibt es sichere Investments – Wertpapiere und Sicherheit schließen sich nicht zwangsläufig aus, wie bei allen Modellen zur Altersvorsorge kommt es auf die richtige Strategie an.

Todsünde 4: Nachgiebigkeit

Je dicker Ihr Vorsorgekonto wird, umso mehr wachsen die Begehrlichkeiten: Ein neues Auto wird fällig, der Urlaub steht an oder die Wohnungsrenovierung. Und ist es nicht sinnvoll, statt eines Kredits lieber das eigene Geld aus der privaten Rentenkasse zu nehmen? Das aber ist nicht die Frage. Sie können sich auch aus der gesetzlichen Rentenkasse kein Geld für den nächsten Urlaub leihen. Warum wollen Sie also Ihre eigene Vorsorgekasse plündern? Wenn Ihr Erspartes einen neuen Wagen nicht hergibt, müssen Sie den alten eben noch ein bisschen weiterfahren – so einfach ist das. Die finanziellen Rücklagen für Ihre materielle Unabhängigkeit im Alter aber sollten unangetastet bleiben.

Zugegeben, es fällt manchmal nicht leicht, auf etwas Schönes zu verzichten, wo das Ersparte für später doch quasi vor einem liegt. Des Rätsels Lösung ist aber nicht, der Begehrlichkeit nachzugeben, sondern ihr von Anfang an einen Riegel vorzuschieben. Bitten Sie einen Menschen, dem Sie voll und ganz vertrauen, Ihre private Rentenkasse zu verwalten. Natürlich streng getrennt vom eigenen Geld und mit der Möglichkeit, dass Sie darauf zugreifen können – aber eben erst im Alter oder nur in echten Notfällen.

Tipp: Denken Sie daran: Milchmädchen haben bei der Vorsorge nichts zu suchen! Natürlich ist die Idee verlockend: Sie geben sich selber einen Kredit aus Ihrem Ersparten für die Rente und zahlen das Geld Stück für Stück wieder zurück ins eigene Sparschwein. Allerdings sprechen 2 Dinge dagegen: Zum einen machen Sie sich den Zinseszins-Effekt kaputt, der für eine sichere und ausreichende Rente extrem wichtig ist. Und zum anderen klappt das mit dem Zurückzahlen an sich in 9 von 10 Fällen schlichtweg nicht, weil das Geld fehlt.

Todsünde 5: Nachlässigkeit

Manche Menschen sind so sehr damit beschäftigt, ihre Geldanlagen zu optimieren, dass sie viel wichtigere Dinge völlig vernachlässigen. Die richtige Versicherung beispielsweise. Denn was nützt es, wenn Sie jeden Monat brav für später sparen, aber mit 45 Jahren berufsunfähig werden und nicht dagegen versichert sind? Ihr Erspartes ist dann schnell aufgebraucht. Ebenfalls gravierend ist eine fehlende oder schlechte Absicherung für den Todesfall. Denn auch ein gut gefülltes Sparkonto eines Normalverdieners wird dessen Familie kaum jahrelang ernähren. Deshalb sollte Versicherung immer vor der Vorsorge stehen.

Tipp: Sichern Sie sich optimal ab, und schließen Sie auf jeden Fall eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab - diese Police ist ein Muss für jedermann!

Todsünde 6: Uneinsichtigkeit

Die meisten Menschen glauben, in finanziellen Dingen allein Entscheidungen treffen zu können. Trotzdem haben 9 von 10 Anlegern bei den Börsencrashs 2000 bis 2003 Unsummen an Geld verloren. Trotzdem sind 60 % aller Deutschen falsch und zu teuer versichert. Und trotzdem verschenken viele Menschen Jahr für Jahr Millionen Euro, weil sie bei der Steuererklärung nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen. Tatsächlich also ist es nicht weit her mit dem Geld-Wissen, und dagegen hilft nur eins: fachlicher und kompetenter Rat von Experten. Und damit ist nicht der vermeintlich kostenlose Rat des Versicherungsvertreters oder des Bankangestellten gemeint: Die wollen Ihnen etwas verkaufen und Sie nicht beraten.

Tipp: Bilden Sie sich Ihr Kompetenzteam beim Thema Geld und optimieren Sie Ihre Altersvorsorge. Nutzen Sie das Fachwissen von Experten, bei denen Ihr Wohl an 1. Stelle steht. Passen Sie dabei auf, dass Sie nicht an Wölfe im Schafspelz geraten. Denn viele Finanzdienstleister werben damit, dass man nur Ihre Finanzen checken will und Ihnen den optimalen Weg für Ihr Geld zeigen möchte. Tatsächlich aber ist der kostenlose Check nichts anderes als eine hervorragende Möglichkeit, einen Fuß bei Ihnen in die Türe zu bekommen, um Ihnen Versicherungen, Fonds und noch viel mehr zu verkaufen, wenn sie erst einmal Vertrauen gefasst haben!

Todsünde 7: Einseitigkeit

Noch immer verkaufen sich Steuersparmodelle bei Geldanlagen am besten. Kein Wunder, denn wer möchte nicht eine hohe Rendite erzielen und dabei gleichzeitig Steuern sparen. Allerdings ist das so eine Sache mit dem Steuern sparen und der Geldanlage. Denn egal, ob es um geschlossene Fonds oder um eine vermietete Immobilie geht: Die Steuervorteile sollten immer nur das i-Tüpfelchen auf einem Investment sein, das auch ohne Steuerrechnereien lukrativ ist. Die Steuerersparnis sollte deshalb niemals der alleinige Grund dafür sein, sich für eine Geldanlage zu entscheiden.

Tipp: Bei Steuersparmodellen sollten Sie grundsätzlich eine Regel beherzigen. Lassen Sie jedes Modell noch einmal von einem unabhängigen Experten auf den Prüfstand stellen: Er sollte für Sie klären, ob die vorgeschlagene Geldanlage auch ohne steuerliche Komponente interessant ist. Verlassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung niemals auf Prospektangaben oder Musterrechnungen. Denn in denen wird oft von Steuersätzen ausgegangen, die kein Normalverdiener zahlt. Bitten Sie Ihren Steuerberater stattdessen, für Sie ganz persönlich Ihren individuellen Steuervorteil zu ermitteln.
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Todsünde 8: Schlamperitis

In vielen Familien ist dieses Szenario bittere Realität: Die Geld-Unterlagen sind mehr oder weniger wahllos und ohne ersichtliche Ordnung auf diverse Leitz-Ordner verteilt. Und so liegen Stromrechnungen neben Depotauszügen, Kontenklärungen direkt beim Vertrag für das Fitnessstudio, und nur Eines ist sicher: Überblick hat hier niemand mehr. Ich rate Ihnen: Schluss mit der Schlamperitis. Seien Sie sicher: Ordnung hat noch niemanden arm gemacht, aber Schluderigkeit und Unordnung hat schon so manchen an den Rande des Ruins gebracht und gehört zu den Faktoren, die ein Garant dafür sind, dass es mit dem Reichwerden nicht klappen kann.

Tipp: Machen Sie nicht einfach weiter wie bisher. Ordnung ist das halbe Leben. Das gilt auch und vor allem für die private Vorsorge. Denn wenn Sie nur vage ahnen, wie es später um Ihre Finanzen bestellt sein wird, dann können Sie auch nur vage privat vorsorgen. Und das wird nicht reichen!

Todsünde 9: Wahllosigkeit

Die meisten Menschen haben keine Lust, sich mit ihrem Geld zu beschäftigen. Weil sich das niemand eingestehen mag, werden dann Zeitmangel oder Unwissenheit vorgeschoben. Die Folgen aber sind immer gleich: Weil uns gelegentlich das schlechte Gewissen packt und wir uns daran erinnern, dass wir privat vorsorgen müssen, neigen wir zu Aktionismus und leiten irgendeine Form der Altersvorsorge in die Wege – Hauptsache, man sorgt vor. Aber es geht nicht darum, irgendwie vorzusorgen. Sie sollten gezielt und ganz individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt Vorsorge treffen.

Bauen Sie eine regelmäßige Geld-Routine in Ihren Alltag ein. Genauso wie den Besuch im Sportstudio oder den geliebten Fernsehabend. Wie regelmäßig Sie sich mit Ihrem Geld auseinander setzen, bleibt Ihnen überlassen – Sie müssen nur bei der Sache bleiben. Überlassen Sie Ihre private Vorsorge nicht anderen Menschen, kümmern Sie sich selbst um Ihre Zukunft. Denn nur eine gut ausgesuchte Vorsorgestrategie ist in der Lage, mit gezielten Investments eine sehr gute Rendite zu erwirtschaften. Und diese Rendite entscheidet darüber, ob es uns im Alter "nur" gut geht, oder ob wir in Wohlstand und finanzieller Sicherheit leben.
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Todsünde 10: Aufschieberitis

Sie würden gerne für das Alter vorsorgen, aber schaffen es nicht, sich aufzuraffen? Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche haben einfach keine Lust, sich Gedanken um Geld zu machen und verharren deshalb im Status Quo. Wieder andere haben Angst, sich ganz konkret vor Augen zu führen, was im Alter auf sie zukommen könnte. Und einer weiteren Gruppe fehlt einfach das Geld-Know-how, und sie verzweifeln an der scheinbaren Komplexität. Aber was immer die Gründe sind: Die Aufschieber versäumen die Chance, Zins und Zeit frühzeitig aufeinander treffen zu lassen. Denn jeder verbummelte Monat mindert die mögliche Rente im Alter um ein paar Euro. Nur wer früh anfängt zu sparen, wird später einmal als Reich-Rentner leben können - und es ist gar nicht mal so schwer, den Grundstein für eine sichere Rente zu legen.

Tipp: Überlisten Sie die Aufschieberitis. Auch wenn Sie heute noch nicht genau wissen, wie Sie Ihr Geld für die private Vorsorge anlegen wollen, überweisen Sie trotzdem ab sofort den monatlich zur Verfügung stehenden Betrag auf ein separates Konto. Wenn Sie dann in ein paar Wochen oder Monaten wissen, wie Sie Ihr Geld in Zukunft anlegen wollen, haben Sie schon ein Startguthaben angespart und müssen nicht bei 0 beginnen. Geben Sie sich nicht einfach dem finanziellen "Schicksal" hin. Rechnen Sie ruhig einmal nach, wie teuer die Aufschieberitis Sie zu stehen kommt. Ein Beispiel: Sparer A hat Aufschieberitis und fängt erst mit 48 Jahren an, für das Alter zu sparen. Er legt dann 17 Jahre lang 150 Euro monatlich zur Seite und hat mit 65 Jahren bei 6 % Zinsen rund 52.500 Euro auf der hohen Kante. Der clevere Sparer C beginnt schon mit 30 Jahren zu sparen. Auch er spart monatlich 150 Euro und hat bei 6 % Zinsen mit 65 Jahren sagenhafte 207.000 Euro für die Rente und damit mehr als 3-mal so viel wie A.
24.03.2012
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