Geldanlage zu Rentenbeginn
Clever sparen für das Alter
Viele Menschen haben im Alter größere Summen Geld zur Verfügung: Sei es durch die Auszahlung aus Sparplänen, Lebensversicherungen, durch Abfindungen im Job oder Erbschaften. Und die meisten wollen dieses Geld nutzen, um im Alter eine zusätzliche Rente zur Verfügung zu haben.
Aber so sicher die meisten von ihnen sind, wie sie das Geld nutzen wollen, so unsicher sind sie, wenn es darum geht, wie sie das Geld anlegen. Hier sehen Sie, welche Optionen Sie haben, wenn Sie 100.000 Euro aus einer Lebensversicherung erhalten, die Sie anlegen möchten.
Rentenversicherung gegen Einmalzahlung
Die privaten Rentenversicherer haben für diese Fälle natürlich eine Lösung im Angebot. Sie zahlen die 100.000 Euro dabei in eine private Rentenversicherung ein und erhalten im Gegenzug eine lebenslange Rente aus dieser Versicherung. Die erzielbare Rente differiert dabei je nach Anbieter ganz erheblich. Zu Rentenbeginn gibt es je nach Anbieter eine Rente von bis zu 430 Euro, die im Laufe der Jahre bis auf 607 Euro steigen kann –
die Übersicht der besten Anbieter finden Sie hier.
Wenn Sie sich für ein solches Modell entscheiden, sind Sie lebenslang abgesichert und erhalten bis zu Ihrem Tod die vereinbarte Rente. Sollten Sie vor Ablauf der Rentengarantiezeit sterben, erhält Ihr Partner oder die Familie die vereinbarte Rente für 10 Jahre, gerechnet vom Tag der ersten Rentenzahlung. Ein Plus bei diesem Modell: Sie zahlen auf die ausgezahlte Rente wenig Steuern, denn bei einem Rentenbeginn mit 65 Jahren werden gerade einmal 18 % der Rente zum individuellen Steuersatz versteuert – liegt der bei 30 %, werden also gerade einmal 5,4 % Steuern auf die Rente fällig.
Tipp: Mehr zur
Sofortrente gegen Einmalzahlung erfahren Sie hier.
Bankauszahlplan
Eine Alternative zu Versicherungslösungen sind Bankauszahlpläne. Hier packen Sie Ihr Geld in einen Vertrag, aus dem Sie bei festem Zins eine monatliche Garantierente erhalten. Sie binden sich dabei für einen festgelegten Zeitraum an Ihren Bankpartner, der dafür Zinsen zahlt, die oberhalb des Niveaus von Tagesgeldern liegen. Wählen können Sie bei den Auszahlplänen zwischen Varianten mit und ohne Kapitalverzehr. In der Regel sind die Modelle empfehlenswert, bei denen das Kapital im Laufe der Jahre verbraucht wird, denn bei dem niedrigen Zinsniveau werfen Bankauszahlpläne mit Kapitalerhalt kaum nennenswerte Erträge ab.
Bei diesem Modell können Sie grundsätzlich mit einer höheren Rente rechnen, die auch von Anfang an in dieser Höhe gezahlt wird. Dafür ist die Steuerbelastung deutlich höher, sodass Sie im Schnitt monatlich mit Abzügen von 25 bis 35 Euro rechnen müssen, wenn der Sparerfreibetrag noch nicht anderweitig ausgeschöpft ist. Vor allem aber bezahlen Sie die höheren Renten mit einem Verlust an Sicherheit, denn bei diesem Modell ist das Kapital nach 15 Jahren verzehrt, die Rente ist dann im wahrsten Sinne des Wortes „alle“! Werden Sie älter, müssen Sie andere Einnahmequellen zur Verfügung haben.
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Entnahme aus Investmentfonds
Auch ein Investment in konservative Fonds ist eine Option, um die 100.000 Euro für das Alter möglichst gewinnbringend einzusetzen. Natürlich ist es aber auch die Option, die am riskantesten ist und die für Sie damit nur infrage kommen sollte, wenn Sie das anzulegende Geld nicht wirklich verplant haben. Bei einem Einsatz in Investmentfonds haben Sie allerdings auch die besten Aussichten auf eine überdurchschnittliche Rendite, die Sie auf verschiedenen Wegen einsetzen können.
Eine garantierte Rente werden die Entnahmepläne aus Investmentfonds natürlich nie bieten: In guten Börsenjahren verdienen Sie überdurchschnittlich gut, in schlechten reduziert sich Ihre private Zusatzrente entsprechend. Richten Sie die Strategie danach aus!
Variante 1: Sie entnehmen eine feste Summe. In diesem Fall laufen Sie natürlich Gefahr, Ihr Fondsvermögen in schlechteren Börsenzeiten zu dezimieren. Diese Variante ist nicht zu empfehlen, weil sie nicht berücksichtigt, dass die Rendite schwankt.
Variante 2: Die Auszahlungssumme wird jeden Monat neu festgelegt und ergibt sich aus dem bestehenden Fondsvermögen, geteilt durch die Anzahl der Monate. Im ersten Monat dürften das dann bei 15 Jahren Laufzeit 555,55 Euro sein, steigt das Fondsvermögen innerhalb von 2 Jahren auf 104.000 Euro, zahlen Sie 666,67 Euro aus (104.000 Euro geteilt durch 156 Monate Restlaufzeit). Sinkt das Vermögen hingegen auf 80.000 Euro, gibt es „nur“ 512,82 Euro.
Variante 3: Sie entnehmen nur die Wertzuwächse aus dem Fondsvermögen. Legt der Fonds also im ersten Monat um 0,75 % zu, entnehmen Sie 750 Euro. Sinkt er um 1 %, gehen Sie leer aus. Bei dieser Variante wird das Kapital lediglich durch sinkende Kurse und nicht durch die Auszahlungen angetastet.
Die Varianten und Musterberechnungen zeigen, dass sich bei diesem Modell hohe Rentenzahlungen mit Monaten abwechseln können, in denen Sie wenig oder sogar gar nichts erhalten. Als festes Einkommen ist das Modell damit in keiner der Varianten geeignet. Vergessen Sie zudem nicht, dass das Finanzamt von den Erträgen 25 % abhaben will. Können Sie also oben in der Variante 3 tatsächlich 750 Euro entnehmen, bekommt das Finanzamt davon fast 200 Euro ab. Das Modell eignet sich vor allem für Anleger, die bereits das Alterseinkommen ausreichend gesichert haben und jetzt nach einer renditeorientierten Möglichkeit suchen, das Kapital einzusetzen.
Tipp: Finden Sie das Fonds-Modell attraktiv, gleichzeitig aber auch zu riskant? Dann teilen Sie doch das zur Verfügung stehende Geld auf! Ein Teil wandert ganz konservativ in eine Rentenversicherung, der andere in Investmentfonds. So verbinden Sie die Sicherheit einer garantierten Rente mit der Option, über Investmentfonds einer bessere Rendite zu erzielen.
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