Dienstag, 22.05.2012 12:17 Uhr
Im Fokus:

Die Rentenprobleme der Sandwich-Generation

Wollen Sie der Dumme sein?

Sind Sie heute zwischen 40 und 50 Jahren jung? Dann gehören Sie zur Sandwich-Generation. Denn Sie sind "eingeklemmt": Auf der einen Seite von den finanziellen Verpflichtungen für die Kinder und die eigene Familie, die eine sinnvolle private Absicherung sehr schwierig machen.
Die Rentenprobleme der Sandwich-Generation Wollen Sie der Dumme sein?
Und auf der anderen Seite von der traurigen Gewissheit, dass die Rentenkasse Ihnen später nicht das auszahlt, was Sie sich im Laufe des Lebens eigentlich erarbeitet haben, weil weitere Rentenkürzungen, die Rente mit 67 und zusätzliche Steuern gleichermaßen die Rentenansprüche verkürzen. Die Konsequenz: Sie müssen die verbleibenden Jahre bis zum Renteneintritt stärker als bisher dazu nutzen, für das Alter privat vorzusorgen. Wie das in 3 Schritten ganz einfach geht – das erklären wir Ihnen hier.

Schritt 1: Sichern Sie sich Ihre Ansprüche

Die gesetzliche Rente ist nicht ausreichend, aber sie ist ein Standbein Ihrer späteren Altersvorsorge. Deshalb sollten Sie dafür sorgen, dass Sie auch wirklich alles rausholen, auf das Sie einen Anspruch haben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie auch jeden Euro nachweisen, den Sie in die Rentenkasse einzahlen und alles belegen, was sich positiv auf die Rente auswirkt, wie z. B. die Zeiten der Kindererziehung. Am besten machen Sie das mit einer sogenannten Kontenklärung: Damit beantragen Sie bei den zuständigen Rentenversicherungsanstalten, dass alle relevanten "Renten-Daten" überprüft und notfalls korrigiert werden. Sie können dafür auch Unterlagen nachreichen! Wie hoch Ihre Rente später einmal sein wird, erfahren Sie aus den Renteninformationen, die Sie dann zugeschickt bekommen.

Vorsicht, Falle: Um nicht in die Versorgungslücke zu fallen, sollten Sie allerdings maximal die Hälfte der prognostizierten Rente wirklich als sicher betrachten. Denn Renten-Nullrunden sowie zusätzliche Steuern und Sozialabgaben werden die jetzt errechnete Rente weiter schmälern.

Schritt 2: Berechnen Sie die Rentenlücke

Wenn Sie dann ungefähr einschätzen können, wie hoch Ihr gesetzlicher Rentenanspruch sein wird, überprüfen Sie, welche Leistungen Sie später im Alter ganz sicher noch erhalten werden. Dazu zählen Betriebsrenten, Ihre eigene Vorsorge – z. B. aus einem Riester-Vertrag – und die Mietersparnis aus Ihrem eigenen Haus. Alles das zusammen macht Ihre sichere Rente aus, der Ihre Wunschrente gegenübersteht. Das ist der Betrag, den Sie später im Alter einmal zur Verfügung haben möchten. Wenn Sie diesen Betrag selbst nicht abschätzen können, nehmen Sie einfach Ihr heutiges Gehalt als Grundlage: Wie viel Prozent davon brauchen Sie im Alter, um nach Ihren Vorstellungen und Bedürfnissen gut leben zu können?

So ermitteln Sie die Rentenlücke
  1. Rentenlücke x 250 = Sparsumme
  2. Sparsumme : Monate bis zur Rente = monatliche Sparrate

Beispiel: Der 43-jährige Peter Müller möchte im Alter monatlich 160 Euro Rente zusätzlich haben. Dafür braucht er bis zum 65. Geburtstag 40.000 Euro, um sich die Rente garantiert für mindestens 20 Jahre auszahlen zu lassen und das Finanzamt zu bedienen. Sparen muss Herr Müller monatlich 152 Euro, damit er die 40.000 Euro auf jeden Fall sicher hat. Hält er das diszipliniert durch, dann kann er sich sogar eine Rente von 224 Euro (plus 25 % Steuern) zahlen, die inflationsbereinigt dem heutigen Wert von 160 Euro entspricht.
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Schritt 3: Rentenlücke schließen

Sie wissen jetzt, wie viel Geld Sie zusätzlich im Alter jeden Monat brauchen werden. Die Frage ist nur: Wie schließe ich die Lücke, bis ich in Rente gehe? Dafür müssen Sie ein bisschen rechnen: Multiplizieren Sie den Betrag, der monatlich fehlt, mit 250, und Sie haben die gesamte Sparsumme, die Sie mit 65 Jahren zum Rentenbeginn brauchen, um sich bei durchschnittlich 3 % Zinsen und 25 % Steuern Ihre monatlich fehlende Zusatzrente selbst auszuzahlen. Und diese Summe teilen Sie durch die Anzahl der Monate, die Sie bis zur Rente noch arbeiten müssen. Damit haben Sie (wiederum 3 % Zinsen unterstellt) die Summe ausgerechnet, die Sie monatlich für Ihre Zusatzrente sparen müssen. Übrigens: Die Summen sind so berechnet, dass auch Schwankungen durch Inflation in Höhe von 2 % jährlich ausgeglichen werden.

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