Beitragszuschläge vermeiden
Prämien lieber jährlich zahlen
Autoversicherung für 18 Euro im Monat, Unfallschutz für 3 Euro, Hausrat- oder Haftpflichtschutz für Kleinstbeträge. So werben Versicherer, um Ihnen die Angst vor hohen Versicherungsbeiträgen zu nehmen. Allerdings verschweigen sie die hohen Zuschläge für die monatliche Zahlweise.
Die meisten Versicherer verlangen für eine monatliche oder quartalsweise Zahlung der Beiträge für die Hausrat-, Haftpflicht- oder andere Versicherungen einen Zuschlag von 5 % auf den gesamten Jahresbeitrag. Da die erste Teilrate trotzdem sofort fällig wird und der Versicherer durch die regelmäßigen Ratenzahlungen der Kunden niemals den vollen Beitrag stunden muss, ergibt sich aus dem Aufschlag über das Jahr gesehen eine Verzinsung von mehr als 10 %. Man wählt also eine teure Variante, wenn man sich für diese Form der "Ratenzahlung" entscheidet.
Die monatliche Zahlung kostet Sie ein kleines Vermögen
Bei Standard-Versicherungen wie der
privaten Haftpflicht oder einer
Hausratversicherung, die oft unter 200 Euro kosten, sind die Aufschläge in Euro und Cent natürlich weniger spektakulär als in Prozenten. Trotzdem verlieren Haushalte im Schnitt jährlich zwischen 30 und 100 Euro, wenn sie die Beiträge monatlich oder quartalsweise zahlen. Ansporn genug, auf die jährlich Zahlweise umzustellen. Auch bei
Kapitalversicherungen spielt die Zahlungsweise eine Rolle – und hier sind die Verluste durch eine monatliche oder quartalsweise Zahlung wirklich spürbar und vor allem ärgerlich.
Ein Beispiel: Wenn Sie monatlich über 25 Jahre 100 Euro in eine private Rentenversicherung einzahlen, bekommen Sie am Ende der Laufzeit rund 1.400 Euro weniger ausgezahlt, als wenn Sie über den gleichen Zeitraum jährlich einmal 1.200 Euro einzahlen! Das entspricht einem Verlust von 3,3 %!
Bei Zuschlägen Geld zurück?
Die Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass Sie gute Chancen haben, einen Teil der Zuschläge erstattet zu bekommen, weil die Versicherer für die verlangten Teilzahlungszuschläge den "echten" Preis als effektiven Jahreszins hätten angeben müssen – was in der Praxis niemals geschehen ist. Das ergibt sich nach Meinung der Verbraucherzentrale aus einer Entscheidung des Landgerichts Bamberg (AZ: 2 O 764/04), die nach einem weiteren Verfahrenszug vor dem Bundesgerichtshof (AZ: I ZR 22/07) rechtskräftig wurde. Die Verbraucherzentrale geht sogar so weit, dass die fehlenden Angaben Kunden ein unbefristetes Widerrufsrecht geben, so dass ungeliebte Verträge auf diese Art und Weise auch noch nach Jahren gekündigt werden können. Diese Einschätzung soll zwar durch Rechtsgutachten der Verbraucherzentrale belegt sein, ist aber dennoch sehr umstritten. Auf jeden Fall können Kunden mit einem Zuschlag wegen einer Teilzahlungsvereinbarung eine Anpassung des Zinssatzes an den gesetzlichen Zins von 4 % fordern, so die Verbraucherzentrale. Ein Musterschreiben an den Versicherer können Sie
bei der Verbraucherzentrale hier kostenlos herunterladen.
Alle Aspekte berücksichtigen
Bei der
fondsgebundenen Variante der Rentenversicherung spielt übrigens eine andere Überlegung eine Rolle: Wenn Sie nur einmal jährlich Fondsanteile kaufen, laufen Sie Gefahr, dass Sie gerade zu einem Höchststand einkaufen. Wenn Sie jedoch Monat für Monat Fondsanteile ins Depot legen, werden Sie in aller Regel günstiger einkaufen, weil sich höhere und niedrigere Einstiegskurse abwechseln.
Sparen bei der Krankenversicherung
Private Krankenversicherungen kalkulieren ihre Beiträge übrigens als Monatsbeiträge. Deshalb können Gutverdiener Rabatte bekommen, wenn sie jährlich zahlen. Bis zu 3 % sind möglich, was einer Verzinsung von rund 6 % entspricht. Und diese 6 % sind im Gegensatz zu Zinserträgen aus dem angelegten Geld komplett steuerfrei. Fragen lohnt sich also, wenn man finanziell in der Lage ist, die Beiträge in einem Rutsch am Jahresanfang zu zahlen.
Prämien vergleichen spart mehr als die Zahlungsweise
Grundsätzlich gilt aber auch: Das größte Sparpotenzial erreichen Versicherte nicht durch die Wahl der richtigen Zahlung, sondern durch die Auswahl eines günstigen und trotzdem guten Versicherers. Wer zum Beispiel bei der Wahl eines günstigen Haftpflichtversicherers im Jahr 50 % und mehr bei der Prämie spart, der kann auch einen Aufschlag für eine Ratenzahlung verschmerzen – oder den Preis durch die Jahreszahlung noch einmal drücken.