Welche Policen braucht der Nachwuchs?
Kinder – gut versichert!
Wenn es um den richtigen Versicherungsschutz in der Familie geht, wird der eigene Nachwuchs oft etwas stiefmütterlich behandelt und nicht ausreichend versichert. Dabei gibt es Policen, die sollten auch in Ihrer Familie eigentlich als Pflicht-Versicherung zur Basis-Ausstattung gehören.
Die wichtigste Versicherung für Familien mit Kindern ist die private Haftpflichtversicherung. Damit sind alle Schäden abgedeckt, die Kinder im Alltag anrichten können: Angefangen vom Fußball in Nachbars Fensterscheibe bis hin zum Verkehrsunfall durch Spielzeug auf der Straße. Für Familien gibt es spezielle Policen, die den Nachwuchs mit einschließen. Der Kostenpunkt: 60 bis 90 Euro jährlich.
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Zusatzkrankenschutz: unerlässlich oder überflüssig?
Eine wichtige Versicherung ist für Kinder auch immer eine zusätzliche Krankenversicherung bei Auslandsreisen, denn sonst bleiben Eltern fast immer auf den z. B. im Urlaub angefallenen Arztkosten des Nachwuchses sitzen. Schwieriger ist schon die Frage, ob sich Krankenzusatzversicherungen für den Nachwuchs lohnen. Tatsächlich wünschen Eltern sich im Fall der Fälle, z. B. bei einer schweren Krankheit oder einem Unfall, den bestmöglichen Schutz für den Nachwuchs. Ein solcher stationärer Zusatzschutz kann durchaus sinnvoll sein, weil nicht die gesetzliche Regelversorgung gewährleistet ist, sondern ggf. Experten hinzugezogen werden können. Die Prämien von 10 bis 25 Euro monatlich sind also gut angelegt. Anders sieht es bei Policen aus, die beispielsweise Zahnersatz über die gesetzlichen Grenzen hinaus leisten. Zum einen sind Zahnprobleme bei Kindern selten, zum anderen halten die Kosten sich vor allem im Schulalter erfahrungsgemäß in Grenzen – auf solche Policen sollte deshalb eher verzichtet werden.
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Invaliditätsrisiko auch in jungen Jahren absichern
Ebenso wichtig ist eine Absicherung des Nachwuchses gegen Invalidität. Grundsätzlich reicht eine Unfallpolice dafür nicht aus. Denn sie hilft eben nur, wenn ein Unfall Ursache einer möglicherweise lebenslangen Invalidität und Hilfsbedürftigkeit ist. Aber auch, wenn das Kind nicht durch einen Unfall, sondern durch eine Krankheit oder Behinderung aus der Bahn geworfen wird, sollte vorgesorgt sein. Hier sind die Eltern ebenfalls auf sich allein gestellt, denn der Staat unterstützt sie finanziell kaum. Private Kinderinvaliditätsversicherungen können vor den Folgen von Krankheiten schützen. Wenn der Ernstfall eintritt, sollte die Invaliditätsversicherung wie die Unfallpolice im Idealfall eine einmalige Entschädigung und eine lebenslange Rente zahlen.
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Vorsorge-Lösungen für Kinder?
Wenig sinnvoll sind auch viele Vorsorge-Angebote der Versicherer, mit denen vor allem die zahlungskräftige Verwandschaft geködert werden soll. So wird gerne eine sogenannte Aussteuerversicherung angeboten, die für die Kosten einer späteren Hochzeit aufkommen soll. Dabei handelt es sich einfach um einen Sparvertrag zu in der Regel unterdurchschnittlichen Konditionen – die meisten Eltern oder Verwandten fahren besser, wenn sie sich selber nach geeigneten Anlageformen umsehen und Geld für die Kinder zurücklegen. Das gilt auch für sogenannte Ausbildungsversicherungen, die vor allem das Studium der Kinder finanzieren sollen, die aber nichts anderes sind als eine Lebensversicherung, gekoppelt mit einem Sparvertrag. Solche Versicherungen sind sinnlos: Um das Risiko abzusichern, dass der Hauptverdiener früh stirbt, und ein Studium aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, reicht eine billige Lebensversicherung – und die zusätzliche Sparsumme sollte geschickt in sichere Geldanlagen gesteckt werden.