Was eine Grundfähigkeits-Versicherung leisten kann
Ein alternativer Basisschutz?
Ein Schutz gegen berufliche Invalidität ist wichtig: Denn wer lebenslang ohne Einkommen auskommen muss, kann nur noch auf staatliche Sicherungssysteme zurückgreifen – und damit ist ein normales Leben kaum gewährleistet. Aber nicht jeder bekommt Berufsunfähigkeitsschutz.
Und manchmal wird er durch Vorerkrankungen so teuer, dass er nicht bezahlbar ist. Als eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung bietet sich die Grundfähigkeitsversicherung an. Sie muss zahlen, wenn im Sinne eines Fähigkeitenkatalogs infolge von Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall eine Beeinträchtigung vorliegt.
Grundfähigkeiten müssen beeinträchtigt sein
Eine Beeinträchtigung besteht den Versicherungsbedingungen nach, wenn man nach ärztlicher Beurteilung insgesamt mindestens zwölf Monate lang ununterbrochen nicht fähig war oder in Zukunft nicht fähig ist, mindestens eine der Hauptfähigkeiten "Sehen", "Sprechen", "Orientieren" oder "Hände gebrauchen" auszuüben oder kumulativ 3 Fähigkeiten aus einem weiteren Katalog auszuüben: Dazu gehören Fähigkeiten wie "Hören", "Sitzen", "Greifen" oder "Stehen". Der Vorteil der Versicherung: Sie leistet unabhängig davon, ob Sie mit der gesundheitlichen Einschränkung im weiteren Verlauf Ihres Lebens noch arbeiten können oder nicht. Damit haben alle – vor allem auch Kinder und Jugendliche – die Möglichkeit, ihr Leben auch nach einem Schicksalsschlag wieder aufzubauen, ohne auf die Absicherung durch die Grundfähigkeitsrente verzichten zu müssen.
Keine Schnäppchen-Versicherung
Die Kosten für die Versicherung sind in der Regel günstiger als bei vergleichbaren Berufsunfähigkeitsversicherungen: Ein 30-Jähriger zahlt für 2.000 Euro Rente bis zum 65. Lebensjahr einen Monatsbeitrag von 70 Euro und mehr, eine Frau zahlt bei vergleichbarer Leistung weit über 80 Euro – Berufsunfähigkeitsversicherungen liegen in der Regel im Monat mindestens um rund 20 Euro höher. Die Stiftung Warentest sieht den Vorteil der Versicherung vor allem darin, dass der Verlust von Grundfähigkeiten leichter zu beweisen ist als die abstrakte "Berufsunfähigkeit". Und gezahlt wird auch, wenn Versicherte ihren Beruf weiter ausüben können. Eine vollwertige Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung kann die Grundfähigkeitsversicherung aber nicht sein: Werden Sie berufsunfähig, ohne in den Grundfähigkeiten beeinträchtigt zu sein, erhalten Sie keine Leistung.
Alternative für "schwierige Fälle"
Personen mit riskanten Berufen oder ohne festes Einkommen wie Selbstständige oder Hausfrauen, die oft nur schwer oder gegen hohen Beitrag eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, haben es leichter, sich einen Grundschutz zu sichern. Als nachteilig bewerten die Berliner Verbraucherschützer, dass viele Fähigkeitsbeeinträchtigungen nicht aufgeführt sind, die aber auch zur Berufsunfähigkeit führen können, wie etwa psychische Erkrankungen. Eine weitere Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Dread Disease-Police, wenn eine schwere Krankheit zur Berufsunfähigkeit führt. Die Versicherung zahlt bei bis zu 36 schweren Krankheiten wie Krebs, Querschnittslähmung oder schweren Verbrennungen eine einmalige Summe, die die Versorgung über die Krankenkasse vor allem bei längeren und kostenintensiven Behandlungs- und Genesungszeiten ergänzt. Der Vorteil: Die Versicherung zahlt auch, wenn (noch) keine Berufsunfähigkeit vorliegt – ausschlaggebend ist alleine der Krankheitsfall. Der Nachteil: Die Versicherung ist vor allem zur Absicherung akuter Kosten sinnvoll – eine lebenslange Absicherung in Form einer Rente bietet sie nicht.
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