Schutz gegen Berufsunfähigkeit
BU-Schutz ohne Gesundheitsfragen – gibt es das?
Immer wieder geistert die Meldung durch die Medien und das Internet, dass es möglich ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen, ohne Gesundheitsfragen zu beantworten und die Gesundheitsprüfung zu durchlaufen. Besteht also Hoffnung auf BU-Schutz in schwierigen Fällen?
Die Antwort lautet leider nein. Es gibt keine Möglichkeit, sich gegen Berufsunfähigkeit abzusichern und an eine BU oder
BUZ zu kommen, ohne Gesundheitsfragen beantworten zu müssen. Zwar gibt es
Berufsunfähigkeitsversicherungen, die im Antragsformular darauf verzichten, konkret nach einzelnen Vorerkrankungen zu fragen. Bei solchen Berufsunfähigkeitsversicherungen müssen Sie nur wenige Fragen beantworten, etwa, ob Sie in den letzten 5 Jahren wegen einer Krankheit länger als 4 Monate in Behandlung waren und ob eine Minderung der Erwerbsfähigkeit, eine Schwerbehinderung oder eine Wehrdienstbeschädigung anerkannt oder beantragt wurde. Zusätzlich werden von der Berufsunfähigkeitsversicherung Daten wie Größe und Gewicht abgefragt. In anderen Varianten wird danach gefragt, ob Sie in den letzten 12 Monaten länger als 14 Tage krank waren und ebenfalls die erwähnten Minderungen der Erwerbstätigkeit vorliegen. Außerdem dürfen keine anderen Berufsunfähigkeitsversicherungen bestehen sowie kein anderer Schutz gegen Berufsunfähigkeit beantragt worden sein.
Tipp: Warum Ehrlichkeit bei der Gesundheitsprüfung in der Berufsunfähigkeitsversicheurgn so wichtig ist, erfahren Sie hier.
BU ohne Gesundheitsfragen: Gutes Angebot oder teurer Nepp?
Grundsätzlich richten sich diese Berufsunfähigkeitsversicherungen vor allem an jüngere Verbraucher, denn das Höchstalter solcher Angebote zum Schutz gegen Berufsunfähigkeit liegt bei deutlich unter 40 Jahren. Und da fangen die Haken an: Denn eine BU ohne Gesundheitsfragen wird in aller Regel erst im höheren Alter nachgefragt, wenn eben der Gesundheitszustand schlechter geworden ist. Junge Versicherte unter 35 Jahren haben in der Regel kaum Probleme, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen und brauchen keine BU ohne Gesundheitsfragen, um sich wirkungsvoll gegen Berufsunfähigkeit abzusichern. Die Preise für die BU ohne Gesundheitsfragen liegen zudem recht hoch. Ein 30-jähriger wird bei einer Laufzeit bis zum 65. Lebensjahr am Anfang rund 40 Euro zahlen – bei günstigen Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Gesundheitsfragen gibt es vergleichbaren Schutz gegen Berufsunfähigkeit schon für unter 15 Euro im Monat.
Vorsicht, Provisions-Falle bei der Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Hoffnung vieler Antragsteller mit Vorerkrankungen, ohne Gesundheitsfragen zur BU zu kommen, treibt außerdem seltsame Blüten. Denn im Internet tummeln sich Vermittler, die die Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrages und damit ohne entsprechende Maklerhaftung für 720 Euro Provision vermitteln. Im Zweifelsfall hilft dabei schon ein Blick auf die
Seiten eines ganz normalen Anbieters von Berufsunfähigkeitsversicherungen, um festzustellen, dass dessen Vertreter auch ohne Gebühren die gewünschte Police vermittelt.
Versicherungssumme bei Berufsunfähigkeit begrenzt
Dazu kommt, dass bei der BU ohne Gesundheitsfragen die Versicherungssumme in aller Regel begrenzt ist. Mit maximal 9.000 Euro im Jahr lässt sich das Risiko von Berufsunfähigkeit versichern, zusammen mit anderen Verträgen – soweit überhaupt zulässig – ist im Höchstfall eine Jahresrente von 12.000 Euro versicherbar.
Fazit: BU ohne Gesundheitsfragen mit großem Fragezeichen
Klammert man mal die dubiosen Vermittler aus, die Ihnen solche Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne Gesundheitsfragen zu Mond-Provisionen verkaufen wollen, sind solche Offerten natürlich eine Möglichkeit, eine BU ohne Gesundheitsfragen zu bekommen. Allerdings wird es bei den hohen Prämien oft auch möglich sein, eine reguläre Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen, bei der dann für die festgestellten Vorerkrankungen ein Zuschlag erhoben wird.
Lassen Sie sich hier ein individuelles Angebot machen, das Ihre Vorerkrankungen berücksichtigt.
Tipp: Auch ohne klassische Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich Invaliditätsschutz leicht herstellen.
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