Berufsunfähigkeitsversicherung
Das sollten Sie wissen
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den elementaren Absicherungen, denn Ihre Arbeitskraft ist in der Regel das wertvollste Gut, was Sie zu versichern haben. Entsprechend sorgfältig sollte der Schutz für den Fall der Berufsunfähigkeit ausgewählt sein. Die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier.
Rürup und Berufsunfähigkeitsversicherung: Macht das Sinn?
Viele Vermittler und Berater bieten ihren Kunden an, die Berufsunfähigkeitsversicherung als Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) mit einem
Rürup-Vertrag zu koppeln. Das Argument: In diesem Fällen würde es einen Steuerbonus geben, denn die Prämien für Rürup-Verträge sind auch dann noch steuerlich absetzbar, wenn 49 % des Beitrages in eine Berufsunfähigkeitsversicherung als BUZ fließen und der Absicherung einer möglichen Berufsunfähigkeit dienen. Denken Sie aber daran: Entscheidend bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist wie auch bei der BUZ die Qualität der Absicherung - wenn Sie berufsunfähig werden, nützten Ihnen frühere Steuervorteile nichts, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlen muss. Steuerliche Vorteile der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit sollten komplett in den Hintergrund treten, um hinsichtlich der Versicherungsbedingungen, der vereinbarten Rente und der Qualität der Berufsunfähigkeitsversicherung das Optimum herauszuholen.
Berufsunfähigkeitsversicherung oder BUZ: Vergleich der der verschiedenen Modelle
Die Vorsorge und Absicherung in einem Vertrag hat zudem den Nachteil, dass der eine Vertrag sich nicht auflösen lässt, ohne dass der andere ebenfalls hinfällig wird. Um flexibel zu bleiben, empfiehlt sich deshalb eine strikte Trennung von Berufsunfähigkeitsversicherung und Altersvorsorge. Sinn macht eine BUZ als
Kombivertrag mit einem Schutz gegen Berufsunfähigkeit nur dann, wenn ansonsten ein bezahlbarer Versicherungsschutz nicht erhältlich ist. Denn bei den Kombiverträgen – so die Erfahrung vieler Antragsteller – ist die Berufsunfähigkeitsversicherung leichter zu bekommen.
Tipp: Berufsunfähigkeitsversicherung oder BUZ: Was ist sinnvoller? Mehr dazu hier!
Wer braucht den Schutz der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Gerade Menschen mit Schreibtisch-Jobs sehen oft nicht die Notwendigkeit, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Ganz nach dem Motto: Berufsunfähigkeit trifft doch nicht mich! Tatsache ist: Nicht nur körperlich arbeitende Menschen werden berufsunfähig. Auch Büroangestellte und alle anderen Berufsgruppen können psychisch krank werden, Krebs bekommen oder durch eine Krankheit gehindert werden, einen geregelten Tagesablauf zu führen - die Folge: Berufsunfähigkeit. Deshalb ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein „Jedermann-Schutz", ein
Angebot für eine Berufsunfähigkeitsversicherung damit für jeden sinnvoll!
Was ist eine Arztanordnungsklausel bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eine solche Arztanordnungsklausel gibt der Berufsunfähigkeitsversicherung oder BUZ das Recht, vom Versicherten bestimmte Behandlungen beim Arzt zu verlangen, wenn er berufsunfähig wird und Leistungen bei Berufsunfähigkeit haben will. Solche Klauseln könne je nach Umfang dazu führen, dass die Frage „Rentenzahlung oder nicht?“ vor Gericht landet und die Richter entscheiden müssen, welche von der Berufsunfähigkeitsversicherung vorgeschlagenen Behandlungen zumutbar sind, bevor die Berufsunfähigkeit anerkannt wird. Ideal sind Verträge, in denen diese Klausel nicht verwendet wird, wenn der Versicherte berufsunfähig wird: Er kann dann selbst entscheiden, welche Behandlungen er bei Berufsunfähigkeit durchführen lassen will.
Reicht es nicht, wenn ich mit 40 eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließe?
Viele Menschen schieben den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder BUZ auf. Denn der Schutz ist teuer und in jungen Jahren, wenn zum ersten Mal Geld verdient wird, stehen andere Dinge auf der Liste der Ausgaben oben. Diese Entscheidung ist jedoch gefährlich. Zum einen ist Berufsunfähigkeit keine Frage des Alters. Auch mit Ende 20 kann man berufsunfähig werden und hat dann gar keinen Schutz. Dazu kommt, dass der Schutz gegen Berufsunfähigkeit spätestens nach dem 40. Geburtstag schwer zu bekommen ist – vor allem, wenn dann die ersten Vorerkrankungen und körperlichen Probleme angegeben werden müssen. Und außerdem ist es schlichtweg günstiger, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst früh abgeschlossen wird. Denn Früheinsteiger starten mit günstigen Tarifen, die nur langsam ansteigen. Spätstarter hingegen müssen für den vergleichbaren Zeitraum deutlich mehr zahlen, um sich für den Fall zu versichern, dass sie berufsunfähig werden.
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Gibt es die Möglichkeit, die Rente der Berufsunfähigkeitsversicherung an die Inflation anzupassen?
Das würden sich viele Versicherte wünschen. Denn wenn heute eine Rente von 1.500 Euro mit der Berufsunfähigkeitsversicherung vereinbart wird, ist die nach 10 oder 15 Jahren kaum noch ausreichend. Vereinbaren können Versicherte eine
Dynamik der Beiträge. Damit wird die im Fall einer Berufsunfähigkeit zu zahlende Rente jährlich um 5 bis 10 % angepasst. Allerdings steigen natürlich auch die Beiträge entsprechend und sind schnell nicht mehr bezahlbar, wenn das Einkommen nicht ähnlich rasant wächst. Möglich ist es jedoch, die Dynamik zwischendurch abzulehnen – nur bei dreimaliger Ablehnung in Folge besteht gar keine Möglichkeit mehr, die Dynamik der Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch zu nehmen.
Sinnvoll kann auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer
Nachversicherungsgarantie sein. Dann dürfen die Versicherten bei einschneidenden Änderungen ihrer Lebensumstände (meist bei Heirat, Geburt eines Kindes oder einer Gehaltssteigerung) Rentenanpassungen vornehmen, ohne sich erneut einer Gesundheitsprüfung zu unterziehen. Weniger sinnvoll sind dagegen Verträge, bei denen die erwirtschafteten Überschüsse zu einer Rentenerhöhung verwendet werden. In diesem Fall weiß der Versicherte nämlich nicht, wie viel Rente er im Falle einer Berufsunfähigkeit einmal bekommen wird. Sinnvoller ist dagegen das System, bei dem die gleich zur Senkung des Beitrags verwendet werden. So sind Beitragslast und Rentenhöhe der Berufsunfähigkeitsversicherung kalkulierbar.
Was ist eine abstrakte Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Wie wichtig es ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung erst dann abzuschließen, wenn ein Vergleich der verschiedenen Anbieter und ihrer Versicherungsbedingungen stattgefunden hat, zeigt das Beispiel der Verweisung bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Manche Verträge sehen vor, dass ein Versicherter bei Berufsunfähigkeit abstrakt verweisen werden kann. Das bedeutet, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlen muss, wenn der Versicherte noch einen anderen Beruf ausüben kann, obwohl er eigentlich berufsunfähig ist. Welcher Beruf das ist, hängt von der Ausbildung, der beruflichen Stellung und dem Einkommen ab. Grundsätzlich gilt: Je qualifizierter ein Versicherter ist, umso schwerer ist die abstrakte Verweisung bei Berufsunfähigkeit. Eine optimale Berufsunfähigkeitsversicherung sieht den Verzicht auf die abstrakte Verweisung vor. Eine konkrete Verweisung ist dagegen immer möglich, wenn tatsächlich ein vergleichbarer Beruf ausgeübt werden kann.
Tipp: Mehr zum Thema
Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung erfahren Sie hier.
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Was tun bei schweren Vorerkrankungen?
Wer mit einem Vorerkrankung geschlagen ist, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass ein Schutz für den Fall einer Berufsunfähigkeit schwer zu bekommen ist, wenn die
Gesundheitsfragen ehrlich beantwortet werden. Deshalb sollte man möglichst viele Anträge parallel stellen, um nicht nach einer Ablehnung von anderen Versicherern automatisch abgelehnt zu werden. Denn die Ablehnungen durch einen anderen Versicherer müssen in jedem Antrag angegeben werden. Wenn trotzdem kein Vertrag zustande kommt, hilft nur eine Absicherung von Teilrisiken über andere Verträge.
So sichern Erwerbsunfähigkeitspolicen und auch
private Pflegeversicherungen das Risiko einer schweren Krankheit ab, die gar keine Berufstätigkeit mehr zulässt.
Unfallversicherungen helfen dabei, das Risiko einer Berufsunfähigkeit durch einen Unfall abzusichern und
Dread-Disease-Policen sichern das Risiko ab, bei einer schweren Krankheit wie z. B. Krebs nicht mehr arbeiten zu können. Daneben gibt es Grundfähigkeitsversicherungen, die den Verlust bestimmter Fähigkeiten (wie zum Beispiel der Sehkraft) kompensieren. Alle diese Policen können allerdings eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur bedingt und auch nur in Ausnahmefällen ersetzen!
Was hat es mit dem Rücktrittsrecht der Berufsunfähigkeitsversicherung auf sich?
Auch bei einer anderen Regelung aus den Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung zeigt sich, wie wichtig der Vergleich ist: Die Berufsunfähigkeitsversicherungen behalten sich die Option vor, bei falschen Angaben des Versicherten vom Vertrag zurückzutreten. Die Zeitspanne, innerhalb derer das möglich ist, liegt im Idealfall unter 5 Jahren, kann aber auch länger sein. Doch Vorsicht: Das ist kein Freibrief für mutwillige Falschangaben, um sich Versicherungsschutz gegen Berufsunfähigkeit zu sichern, den man sonst nicht oder nur gegen Aufpreis bekommen würde. Wer gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung absichtlich falsche Angaben macht, um die Versicherung damit auszutricksen, wird auch nach Ablauf der Frist den Versicherungsschutz verlieren. Denn in diesem Fall handelt es sich um eine arglistige Täuschung und die kann länger angefochten werden.
Tipp: Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich: Hier finden Sie Ihren individuellen Schutz gegen Berufsunfähigkeit.
Wie hoch muss meine Rente bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sein?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Grundsätzlich muss die monatliche Zahlung der Berufsunfähigkeitsversicherung oder BUZ reichen, um bei Berufsunfähigkeit dauerhaft den Lebensunterhalt sicherzustellen. Berücksichtigen müssen Antragsteller natürlich, dass eventuell im Falle einer Berufsunfähigkeit auch andere Versicherungsleistungen in Anspruch genommen werden können. Als Faustregel gilt: Bei Berufsunfähigkeit sollten mindestens 80 % des letzten Nettoeinkommens abgesichert sein. Wer heute kein Einkommen hat, weil er beispielsweise für die Kindererziehung zuständig ist, muss anders an die Ermittlung der Rentenhöhe für den Fall einer Berufsunfähigkeit herangehen: Hier ist entscheidend, was jemand kostet, der die eigenen Aufgaben übernimmt, sich also zum Beispiel zeitintensiv um den Nachwuchs kümmert, wenn man selbst wegen Berufsunfähigkeit dazu nicht mehr in der Lage ist. Grundsätzlich sollte berücksichtigt werden, dass die Leistungen aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich steuerpflichtig sind. Als Faustregel dabei gilt: Je länger die Rente läuft, umso höher ist der Anteil, der besteuert wird.
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