Freitag, 18.05.2012 19:17 Uhr
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Private Krankenversicherung

Was tun gegen steigende Prämien?

Auch 2012 wird vielen Privatversicherten eine Prämienerhöhung ins Haus flattern - Steigerungen von 30 % sind bei einzelnen privaten Krankenversicherungen möglich. Damit erreichen die monatlichen Gesundheitskosten schwindelerregende Höhen. Was aber tun? Wechseln? Kündigen?
Private Krankenversicherung Was tun gegen steigende Prämien?
In der Regel ist das keine gute Idee, weil Sie durch Ihr höheres Alter auch beim neuen Versicherer meist eine hohe Prämie zu erwarten haben, die Altersrückstellungen verloren gehen und die Rückkehr in die gesetzliche Kasse meist auch nicht möglich ist. Aber Sie haben Möglichkeiten, die Prämien zu drücken. Welche, das erfahren Sie hier.

Leistungen abspecken

Wenn Sie in Ihrem Vertrag wie in einer Art Baukasten verschiedene Leistungen kombiniert haben, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie bestimmte Leistungen in Zukunft herausnehmen, um Prämie zu sparen. So kann der Verzicht auf die Unterbringung im Einzelzimmer eine Prämienersparnis von 10 bis 50 Euro im Monat ausmachen. Aber denken Sie daran, dass Leistungskürzungen nicht dazu führen sollten, dass Sie den Schutz der privaten Versicherung ganz aufgeben. Das heißt: Doppelzimmer statt Einzelzimmer ja, Mehrbettzimmer statt Einzelzimmer eher nicht.

Tarifwechsel

Es gibt bei den einzelnen Versicherungsgesellschaften natürlich nicht nur den einen Tarif, in dem Sie versichert sind. Die meisten Versicherungen bieten verschiedene Tarifmodelle an, deren Leistungsumfang auch sehr weit auseinandergeht. Ein Wechsel in einen anderen Tarif kann immer dann sinnvoll sein, wenn Sie dort für weniger Prämie zumindest teilweise vergleichbare Leistungen bekommen. Möglich ist das durchaus, Sie sollten nur darauf achten, nicht um der Prämienersparnis Willen in einem Billigtarif zu landen, dessen Leistungen gerade einmal auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen sind. Und denken Sie daran: Ein Wechsel zurück in einen Tarif mit besseren Leistungen ist kaum möglich. Denn wenn Sie zurück wechseln wollen, darf der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen – und die kann zu deftigen Prämienaufschlägen führen.
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Selbstbehalt erhöhen

Natürlich ist auch ein höherer Selbstbehalt eine Option, um die Prämie zu drücken. Sie erklären sich damit bereit, für Arztbesuche und Medikamente einen Betrag X pro Jahr aus eigener Tasche zu zahlen und im Gegenzug sinkt die Versicherungsprämie. Sinnvoll ist ein solcher erhöhter Selbstbehalt natürlich nur, wenn Sie am Ende weniger Prämie zahlen, obwohl Sie einen Teil der Medikamente und Arztbesuche aus eigener Tasche zahlen mussten. Wenn Sie also 300 Euro Selbstbehalt vereinbaren, müssen Sie im Monat schon mindestens 25 Euro Prämie sparen. Sonst zahlen Sie in Jahren mit vielen Arztbesuchen drauf.

Denken Sie als Arbeitnehmer daran, dass Ihr Chef zu den Versicherungsbeiträgen 50 % zuzahlen muss, zu der Selbstbeteiligung allerdings nicht. Sie müssen dann also durch die vereinbarte Selbstbeteiligung schon doppelt so viel sparen wie Sie im ungünstigsten Fall selber zahlen müssen. Für 300 Euro Selbstbeteiligung muss die Prämie also um 50 Euro sinken, damit der Arbeitnehmeranteil um 25 Euro sinkt. Die Alternative: Ihr Chef beteiligt sich bis zu Summe X an den Krankheitskosten und erstattet Ihnen die Selbstbeteiligung. Übrigens auch bei der Selbstbeteiligung gilt: Haben Sie den höheren Selbstbehalt einmal vereinbart, können Sie ihn nur wieder senken, wenn Sie eine erneute Gesundheitsprüfung absolvieren.

Basis- und Standardtarif

Als Rentner können Sie sparen, wenn Sie von der normalen privaten Krankenvollversicherung in den Standardtarif wechseln. Die Ersparnis dabei dürfte in vielen Fällen bis zu 30 % der jetzigen Prämie ausmachen, dafür sinken die Leistungen aber auch auf das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung ab – ein Schritt, der deshalb gut überlegt sein sollte. Wechseln dürfen Sie, wenn Sie seit mehr als 10 Jahren privat versichert und älter als 65 Jahre sind - in Ausnahmefällen reicht auch das Alter von 55 Jahren.

Der Basistarif ist in vielen Fällen keine Lösung. Er kostet monatlich bis zu 600 Euro und bietet in der Regel noch weniger Leistungen als der Standardtarif für Rentner. Der Basistarif ist vor allem eine Option, wenn Sie sich neu versichern müssen, eine Vollversicherung nicht möglich ist und Sie auch nicht in die gesetzliche Kasse kommen.
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Die gute Nachricht: Seit Anfang 2010 können Sie auch als Privatversicherter Ihre Beiträge besser steuerlich geltend machen. Absetzbar sind die Kosten, die auf die medizinische Grundversorgung entfallen, also die Absicherung auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen. Je nach Tarif sind dann 80 bis 100 % der Kosten steuerlich absetzbar – Ihre private Versicherung weist den absetzbaren Kostenanteil aus.
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14.04.2012
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