Mittwoch, 31.08.2016 17:59 Uhr
Im Fokus:

Private Pflegezusatzversicherung Ein Muss: Absicherung für den Pflegefall

Das Risiko einer Pflegebedürftigkeit ist ein existenzielles Risiko: Denn die Kosten für eine professionelle Pflege sind immens, die gesetzliche Pflegepflichtversicherung trägt diese Kosten aber – wenn überhaupt – nur zu einem kleinen Teil. Helfen kann eine Pflegezusatzversicherung, die die Kosten übernimmt.

Die Pflegepflichtversicherung übernimmt unabhängig von den tatsächlichen Kosten nur feste Sätze, die sich an der Pflegestufe orientieren. Bei einem stationären Aufenthalt im Pflegeheim werden ab 2012 zwischen 1.023 Euro und 1.918 Euro gezahlt (siehe Übersicht links) – aber selbst bei geringem Pflegeaufwand werden monatlich schon über 2.000 Euro für einen Heimplatz verlangt – die Differenz muss von Ihnen bzw. Ihrer Familie selbst getragen werden.

Leistungen der Pflegepflichtversicherung nicht ausreichend

Ähnliche Überlegungen sind auch bei einer ambulanten Pflege anzustellen. Hier liegen die Sätze bei einer Pflegebedürftigkeit nur zwischen 440 Euro in Pflegstufe I bis zu 1.918 Euro bei Härtefällen. Und auch beim Pflegegeld droht ein finanzielles Loch, wenn zum Beispiel die private Pflege zu einem Jobverlust führt: Gerade einmal zwischen 235 Euro und 700 Euro Pflegegeld fließen monatlich, wenn der Pflegebedürftige in einer häuslichen Umgebung von Angehörigen oder einer anderen selbst gewählten Person in geeigneter Weise gepflegt wird. Bei Demenz-Patienten wird seit 2013 endlich mehr gezahlt – trotzdem droht ein "Pflegeloch", und das müssen Pflegebedürftige selbst stopfen, auch wenn das Finanzamt steuerliche Erleichterungen gewährt: mit ihrer Rente, ihren sonstigen Einkünften und sogar mit ihren Rücklagen oder der eigenen Immobilie. Und wenn das Geld dann immer noch nicht reicht, dann müssen notfalls sogar die Kinder einspringen, weil sie unterhaltsverpflichtet sind.

Privater Schutz durch eine Pflegezusatzversicherung fast ein Muss

Alles das sind Gründe genug, privat für den Fall einer Pflegebedürftigkeit vorzusorgen und eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Angeboten werden die Pflegezusatzversicherungen in verschiedenen Varianten: als Pflegetagegeld, als Beteiligung an den Pflegekosten und als Pflegerente. Bei der Tagegeld-Variante der Pflegezusatzversicherung wird ein fester Tagessatz gezahlt, egal wie hoch die Kosten für die Pflege der Angehörigen tatsächlich sind. Aber Vorsicht bei der Zusatzversicherung: Bei häuslicher Pflege werden oft 25 oder 30 Prozent weniger als der vereinbarte Tagessatz gezahlt. Der Vorteil dieser Absicherung: Die Versicherten können über das Geld frei verfügen. Sie zahlen die Pflegeleistungen selber und können Ihr Budget frei einteilen.

Private Pflegeversicherung: Verschiedene Varianten

Bei der Pflegekostenpolice erhalten Sie je nach Vertragsgestaltung die volle oder einen Teil der Differenz zwischen gesetzlicher Leistung und den tatsächlichen Kosten erstattet oder bekommen einen Zuschlag zu den festgesetzten gesetzlichen Leistungen. Obergrenze ist meist das Doppelte der gesetzlichen Leistung. Bei einer Pflegerentenversicherung legen Sie einen Monatsbeitrag fest, den Sie in die Pflegezusatzversicherung einzahlen wollen. Auf Basis der geleisteten Beiträge wird von der Pflegerentenversicherung später eine lebenslange steuerfreie Rente bezahlt, wenn Sie pflegebedürftig werden. Welche Versicherung für wen optimal ist, hängt von den persönlichen Umständen ab. Bei einer häuslichen Pflege ohne professionelles Personal ist die Tagegeldvariante der Pflegezusatzversicherung günstiger, weil von dem Geld dann auch pflegende Familienangehörige bezahlt werden können – ebenso bei der Pflegerentenversicherung. Eine Zusatzversicherung gegen Pflegebedürftigkeit, die die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ergänzt, ist dagegen sinnvoll, wenn im Falle eines Falles Wert gelegt wird auf die teurere Betreuung durch einen professionellen Pflegedienst oder im Heim.

Tipp: Mit der sogenannten Bahr-Pflege gibt es eine einkommensunabhängige Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung: Fünf Euro Zuschuss pro Monat werden gezahlt. Die Förderung zahlt der Staat für Pflegezusatzversicherungen, wenn sie die Pflege-Bahr-Voraussetzungen erfüllen. Unter anderem muss dafür Ihr Eigenanteil mindestens zehn Euro betragen, zusammen mit der Förderung muss die Zusatzversicherung also mindestens 15 Euro im Monat kosten. Dafür muss sie in Pflegestufe III mindestens eine Leistung von 600 Euro monatlich vorsehen und darüber hinaus in allen vier Pflegestufen (0, I, II und III) − und damit auch bei Demenz − Leistungen anbieten.

Versicherungsbedingungen der Pflegezusatzversicherung entscheidend

Die Kosten für eine Pflegezusatzversicherung hängen vor allem vom Umfang des gewünschten Versicherungsschutzes, vom aktuellen Gesundheitszustand sowie vom Eintrittsalter ab. Entscheidend sind bei der Pflegezusatzversicherung daneben aber auch die Versicherungsbedingungen, die die Qualität des Schutzes bestimmen. Wichtig ist bei der Pflegezusatzversicherung beispielsweise, dass es Leistungen bei Pflegebedürftigkeit nicht erst nach einer Wartezeit gibt, die bei einigen Pflegezusatzversicherungen bis zu drei Jahre betragen kann. Und auch eine Karenzzeit bei der Pflegezusatzversicherung zögert den Leistungsbeginn der Versicherung im Ernstfall unnötig heraus: Sinnvoll ist es, dass Ihre Pflegezusatzversicherung ab dem ersten Tag der Pflegebedürftigkeit leistet, weil auch von diesem Tag an ein erhöhter Bedarf besteht.
Lesen Sie auch

Pflegetagegeldversicherung
Bei Pflegebedürftigkeit abgesichert

Schutz der Pflegezusatzversicherung nicht zu stark einschränken lassen

Auch an anderen Stellen schränken die Versicherungsbedingungen der Pflegezusatzversicherung den Schutz der Versicherung unnötig ein: So gibt es Pflegezusatzversicherungen, bei denen die Pflegebedürftigkeit in einem festgelegten Turnus durch einen Arzt neu festgestellt werden muss – ein gewaltiger Haken bei der Absicherung. Pflegezusatzversicherungen mit einem guten Bedingungswerk beurteilen den Fortbestand der Pflegebedürftigkeit entsprechend den Unterlagen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Wichtig ist bei der Versicherung auch, dass die Pflicht zur Beitragszahlung ausgesetzt wird im Falle einer Pflegebedürftigkeit: Ansonsten laufen die Beiträge weiter und müssen aus den Leistungen der Pflegezusatzversicherung aufgebracht werden.
von Oliver Mest 02.07.2016 - Autor Oliver Mest
LESEN SIE AUCH
Foto: www.colourbox.com
Anzeige:
 
Ihr kostenloser Newsletter
Möchten Sie zum Thema Vorsorge, Versicherung und Finanzen immer gut informiert sein? Neutral. Fair. Unabhängig. Und kostenlos! Dann bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter.
Anzeige
Das ist Ihre Baufinanzierung!
image Fair. Bankenunabhängig. Kostenfrei. Accedo ist Deutschlands fairster Baufinanzierer und Testsieger von Focus Money.
.
Anzeigen:
Zahnersatz sofort - ohne Wartezeit
Auch bei angeratener oder begonnener Behandlung die Zuzahlung für Zahnersatz bis auf 0 Euro senken. Jetzt Kosten für Zahnersatz sofort radikal senken!
Ich will mehr erfahren ...
Krankenversicherung: Top-Schutz zum Top-Preis sichern - JETZT!
Ihre Vorteile: Keine Wartezeiten, beste Versorgung, Behandlung und Medikamente nach Wahl und Wunsch. Verlieren Sie keine Zeit!
Jetzt kostenlos und unverbindlich Angebot anfordern
Es kann jeden treffen!
Berufsunfähig! Sind Sie gegen diesen Schicksalsschlag abgesichert? Jetzt informieren und wichtigen Schutz sichern! Sofort!
Jetzt unabhängig beraten lassen!
Bis zu 1,65 % Zinsen für Ihr Festgeld!
CreditPlus: Jetzt attraktiv anlegen mit garantiertem Zins für die gesamte Laufzeit! Bis zu 1,65 % Zinsen sind möglich!
Jetzt Top-Zinsen sichern!
Und Ihre Familie?
Was passiert mit der, wenn Sie plötzlich sterben? Sichern Sie die ab, die Sie lieben - mit einer ausgezeichneten Risikolebensversicherung!
Jetzt Angebot anfordern!
mestmedia Mediendienstleistungen Oliver Mest und Partner GbR - Gewerbestraße 7 - 25358 Horst - Telefon: +494126 3967688 - Telefax: +494126 3967685 - E-Mail: redaktion@optimal-absichern.de