Restschuldversicherung
Was Sie beachten müssen!
Egal, ob es um einen kleinen Ratenkredit geht oder um eine Baufinanzierung im 6-stelligen Bereich: Irgendwann kommt in Ihrem Gespräch mit der Bank immer das Thema
Restschuldversicherung auf den Tisch. Dabei sind die meisten dieser Policen teuer und für Sie völlig unnötig.
Grundsätzlich ist die Idee hinter einer Restschuldversicherung gut: Stirbt der Kreditnehmer, wird er krank, arbeitslos oder kann aus anderen versicherten Gründen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachklommen, springt die Restschuldversicherung ein. Soweit die Theorie. In der Praxis aber hat der vermeintlich sinnvolle Schutz der Restschuldversicherung viele Haken. Zum einen ist es der Preis. Wer wirklich vom Todesfall über die Arbeitslosigkeit bis hin zum Schutz bei Invalidität das Kreditrisiko absichern will, zahlt dafür oft absurd hohe Prämien. Bei einem Darlehen über 10.000 Euro mit 5 Jahren Laufzeit können die Prämien bis zu 1.000 Euro ausmachen. Das bedeutet, dass bei einem effektiven Zins von 7 % ohne Restschuldversicherung am Ende ein effektiver Zins von fast 11 % mit Restschuldversicherung stehen würde.
Versteckte Kosten
Wobei es auf das Wort "würde" ankommt, denn die Kreditkosten der Restschuldversicherung fließen nicht mit in die Berechnung des effektiven Jahreszinses ein. Für die Banken ein lukratives Nebengeschäft, das sie nicht einmal offenlegen müssen. Außerdem spielen die Banken bei den Restschuldversicherung mit gezinkten Karten. Denn im Gespräch wird Verbrauchern meist suggeriert, dass es den Kredit ohne entsprechende Restschuldversicherung nicht gibt: Dabei ist eine solche Restschuldversicherung weder vorgeschrieben noch zwingend notwendig.
Schutz ist meist vorhanden!
Denn wer heute eine
Berufsunfähigkeitsversicherung, eine
Risikolebensversicherung und vielleicht sogar noch eine
Unfallpolice besitzt, der hat das Kreditrisiko in der Regel völlig ausreichend abgesichert – auch ohne Restschuldversicherung. Denn diese Policen zahlen ja gerade bei Tod oder Invalidität. Bleibt das Risiko der Arbeitslosigkeit – aber in diesem Fall ist der gesunde Menschenverstand und nicht die Restschuldversicherung die beste Absicherung. Wer tatsächlich so ernsthaft mit dem Risiko des Jobverlustes rechnen muss, dass er eine entsprechende Restschuldversicherung abschließen will, der sollte vielleicht eher die Finger von Darlehen und Krediten lassen – vor allem, wenn es um Konsumkredite geht.
Lücken im Versicherungsschutz
Wer dennoch eine Restschuldversicherung abschließen will, sollte vor allem beim Schutz gegen Arbeitslosigkeit auf die Vertragsbedingungen achten. Denn die Leistungen der Restschuldversicherung sind oft stark eingeschränkt, so wird meist eine längere Festanstellung vorausgesetzt, außerdem wird nicht gezahlt, wenn der Job sehr schnell nach Vertragsschluss aufgegeben wird. Und die meisten Restschuldversicherungen bedingen sich eine Karenzzeit aus, so dass das Geld bei Arbeitslosigkeit erst ab dem 3. oder 4. Monat fließt – auch das macht den Schutz der Restschuldversicherung zu löchrig, um wirklich noch sinnvoll zu sein.
Baufinanzierung absichern
Beim Bau oder Kauf einer Immobilie sollte jeder Bauherr sich für den Fall absichern, dass er stirbt und die Familie noch in einer Immobilie wohnt, die vielleicht sogar sehr hoch belastet ist. Am besten lässt sich dieser Schutz aber nicht mit einer Restschuldversicherung, sondern mit einer Risikolebensversicherung herstellen, die ohnehin zum Schutz des Partners und der Kinder vorhanden sein sollte.
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Ratenkredite: Konditionen vergleichen
Bei
Ratenkrediten wie auch bei
Hypothekendarlehen ist ohnehin der Vergleich der Konditionen der größere Hebel, um Geld zu sparen. So klafft derzeit zwischen dem günstigsten Anbieter und dem teuersten ein Zinsloch von fast 7 Prozentpunkten! Bei 10.000 Euro Kreditbetrag und 4 Jahren Laufzeit macht das einen Zinsunterschied von fast 1.600 Euro aus. Und selbst bei der
Baufinanzierung liegt der Unterschied bei rund 1,1 Prozentpunkten: Bei 2 % Tilgung und einem Darlehen von 200.000 Euro macht das auf die Laufzeit einen Unterschied von über 24.000 Euro aus. Bei diesen Unterschieden lässt sich eine gute Risikolebensversicherung allemal finanzieren – und eine Restschuldversicherung ist dann überflüssig.
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