Wohnungsbesichtigung
Worauf Sie achten müssen
Kennen Sie das? Sie gehen bei der Wohnungsbesichtigung durch die leeren Räume und alles scheint perfekt: Geschliffenes Parkett, toller Schnitt, hohe Decken, alles tapeziert und gestrichen, perfekte Lage, akzeptabler Preis. Aber verlieren Sie nicht den Blick für die Haken und Kanten.
Testen Sie auf Herz und Nieren
Auch wenn Sie noch so begeistert sind von Ihrer Traumwohnung, nehmen Sie als erstes die Umgebung unter die Lupe. Fragen Sie bei Nachbarn, Passanten oder in der Kneipe nach. Schauen Sie sich die Wohnung zu verschiedenen Tageszeiten an. Denn was nützt Ihnen die schönste Wohnung, wenn Sie sich z. B. abends nicht aus dem Haus trauen, weil zwielichtige Gestalten um Ihren Hauseingang schleichen. Hat die Wohnung den ersten Test bestanden, geht's weiter: Machen Sie die Probe aufs Exempel und prüfen Sie die Umgebung auf Ihre Bedürfnisse. Dafür erstellen Sie eine Liste, in die Sie alles eintragen, was Sie in unmittelbarer Umgebung der Wohnung haben möchten: Muss es der Kindergarten oder die Schule für die Kleinen sein, der Supermarkt um die Ecke, die S-Bahn-Station vor der Tür, brauchen Sie Kneipen in der Nachbarschaft, oder ist Ihnen ein Park wichtig? Wenn Sie wissen, was Sie wollen und brauchen, nehmen Sie einen Stadtplan und die Gelben Seiten und kontrollieren Punkt für Punkt, ob die Wohnung und die Gegend in Frage kommen.
Machen Sie den Kneipentest!
Sie wollen mehr über Ihre neue Wohngegend erfahren? Dann machen Sie den Kneipentest! Suchen Sie sich eine nette Bar oder ein Restaurant in der Nähe, und bei dem einen oder anderen Bier plaudert bestimmt einer Ihrer zukünftigen Nachbarn über die Vor- und vor allem die Nachteile der Wohngegend.
Es zählt mehr als der erste Eindruck
Als nächstes sollten Mieter das Traumhaus selbst unter die Lupe nehmen: Auf den ersten Blick sieht vielleicht alles gut aus, aber genaues Hinschauen lohnt sich. So legen viele Makler und Vermieter Besichtigungstermine in die Abendstunden, weil nur dann der Lärm der vorbeifahrenden Eisenbahn erträglich ist. Oder der Termin ist morgens um 9.00 Uhr, weil die Wohnung nur dann ein bisschen Sonne abbekommt. Schauen Sie sich die Wohnung also nicht nur zum vereinbarten Termin an – werfen Sie zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten einen Blick darauf. Kleine und größere Haken gibt es an fast jeder Wohnung: Lassen Sie sich deshalb bei der Wohnungsbesichtigung nicht von Emotionen hinreißen, sondern gehen Sie bei Ihren Beobachtungen Stück für Stück und systematisch vor. Schon das Treppenhaus verrät eine Menge: Sieht es gepflegt und sauber aus, oder lassen Mieter und Vermieter es gemeinsam vergammeln? Werfen Sie einen Blick auf den Grundriss: 90 Quadratmeter sind nicht immer 90 Quadratmeter. Lassen sich Ihre Möbel unterbringen, oder besteht die ganze Wohnung nur aus Durchgangszimmern? Auch die Fenster verraten viel über den Zustand des Hauses und der Wohnung. Sind es moderne Holzfenster, die luftdurchlässig sind oder steinalte Kunststofffenster, die den Schimmel geradezu provozieren? Denken Sie aber auch daran: Gefällt Ihnen die Wohnung, müssen ein paar Mängel nicht gleich das Ende der Traumwohnung sein,
denn als Mieter müssen Sie nicht alles hinnehmen.
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Wohnen Sie schon oder renovieren Sie noch?
Die Wohnräume sind eine Sache in der neuen Wohnung, die Nutzräume eine ganz andere, weil Küche und Bad viel schneller "altern": Deswegen sollte bei der Wohnungsbesichtigung auch ein besonderes Augenmerk auf beiden liegen. Wie ist z. B. der Zustand der Fliesen, der Keramik und der Armaturen, kann im Bad gelüftet werden, oder muss die Feuchtigkeit auf 1,5 Quadratmetern Wohnfläche alleine verdunsten? Und auch in der Küche gilt: Pluspunkte sammeln vor allem moderne Einbauküchen, die gut erhalten und gepflegt sind. Finger weg von spartanisch eingerichteten und schlecht ausgestatteten Kochnischen, in denen noch der Geruch längst vergangener Pasta-Abende durch die Luft wabert. Am Ende der Wohnungsbesichtigung sollten potentielle Mieter noch einen Blick auf den Boden und die Wände werfen,
denn auch hier stellt sich die Frage: Was muss ich renovieren? Liegt abgetretener Teppich in den Räumen, der ersetzt werden muss oder ist der Holzboden abgeschliffen und sofort bezugsfertig? Und sind die Wände so tapeziert, dass die Bahnen noch ein bisschen an der Wand bleiben, oder muss der neue Mieter hier erst einmal rundum sanieren? Wenn Sie Teppich und Tapeten nämlich ersetzen müssen, können Sie pro Quadratmeter Wohnfläche locker noch einmal durchschnittlich bis zu 50 Euro einmalige Kosten veranschlagen.
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