Eigene Immobilie: ja oder nein?
Vereinfachen Sie Ihren Traum
Egal, ob Wohnung oder Haus: Jeder 2. In Deutschland würde gerne in seiner eigenen Immobilie leben. Und die Zeiten für die Erfüllung des Traums sind günstiger als je zuvor: Die Zinsen für Hypothekendarlehen sind auf niedrigem Niveau, die Immobilienpreise schwächeln, und die Mieten steigen.
Trotz guter Rahmenbedingungen schrecken viele vor der meist größten Investition des Lebens zurück. Zum einen liegt das daran, dass Bauen teuer ist: Die Entscheidung für eine eigene Immobilie bezahlen Sie mit einem Kaufpreis, der im Schnitt selten unter 200.000 Euro für ein Einfamilienhaus oder eine Wohnung in guter Lage liegt.
Die Krise bremst
Und das in diesen als schwierig empfundenen Zeiten, in denen der Job nicht mehr so sicher ist wie früher und immer neue Kosten auf uns zukommen. Da drängt sich vielen die Frage auf: Ist Mieten nicht vielleicht doch günstiger? Denn dann kann notfalls durch einen Umzug in eine billigere Wohnung an der Miete gespart werden. Aber wer will schon sein Haus verkaufen und dabei vielleicht einen finanziellen Verlust einstecken – vom Gefühl, "es" nicht geschafft zu haben, mal ganz abgesehen? Eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen, ist nicht nur eine finanzielle Entscheidung: Es gibt außer dem Geld gute Gründe für das eigene Zuhause – und es gibt gute Gründe dagegen.
Das spricht für eine Immobilie ...
- Altersvorsorge: Die eigene Immobilie ist die ideale Altersvorsorge: Wenn die Kreditbelastung im Alter wegfällt, können Einkommenseinbußen kompensiert werden.
- Steuerfreiheit: Alle Vorteile der Immobilie – wie z. B. die Mietfreiheit im Alter – sind steuerfrei. Wertaufbau: Der (bei guter Lage und Qualität steigende) Wert kann an die nächste Generation weitergegeben werden.
- Lebensqualität: Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zu leben, bedeutet Unabhängigkeit, Sicherheit und individuellen Freiraum.
- Zuschüsse: Auch ohne Eigenheimzulage gibt es mit den günstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau und mit den Fördermitteln der einzelnen Bundesländer finanzielle Unterstützung.
... und das dagegen
- Flexibilität: Wenn Sie z. B. wegen eines neuen Jobs umziehen müssen, haben Sie mit einer Immobilie einen Klotz am Bein.
- Verkauf: Wenn Sie (aus welchem Grund auch immer) Ihr Haus vor Ablauf der Zinsbindung verkaufen müssen, haben Sie 2 Probleme: Zum einen gerät der Preis bei einem dringenden Verkauf schnell unter Druck. Und zum anderen verlangt die Bank eine Entschädigung, wenn Sie vorzeitig Ihr Darlehen kündigen.
- Zeit: Der Bau und Kauf selbst, aber auch die Pflege und die Erhaltung einer Immobilie kosten Zeit, die Ihnen vielleicht in der Freizeit fehlt.
- Unsicherheit: Eine Immobilie kostet Geld – nicht nur beim Bau oder Kauf, sondern auch in den Jahren danach. Für Instandhaltung, Reparaturen oder Neuanschaffungen müssen Sie Geld in der Hinterhand haben oder teure Kredite aufnehmen.
- Rendite: Die tatsächliche Rendite des Geldes, das Sie in Ihre Immobilie stecken, ist gering, und jede andere Anlage wird wohl auch mehr Rendite bringen als Ihr eigenes Zuhause.
Ja, aber ...
Wenn Sie jetzt sagen: „Ja, ich möchte eigentlich schon eine eigene Immobilie“, aber immer noch unsicher sind, dann ist das normal. Der Kauf oder Bau ist nun einmal mit Unsicherheiten verbunden. Die meisten davon aber lassen sich ausräumen. Aber wenn Sie die folgenden Fragen mit „ja“ beantworten können, dann begrenzen Sie das Risiko schon einmal erheblich.
Einkommen: Sind Sie sicher, dass Sie die monatlichen Belastungen auf Dauer werden tragen können? Haben Sie Sicherheitsreserven für den Fall der Fälle, dass z. B. Ihr Einkommen reduziert wird oder eine Zeitlang ganz wegfällt?
Zukunftsgeld: Haben Sie einkalkuliert, dass die Zinsen nach Ablauf der jetzigen Zinsbindungsfrist vielleicht höher liegen als in der 1. Finanzierungsrunde? Haben Sie dafür einen Zinsaufschlag von 3 Prozentpunkten auf den jetzigen Zins einkalkuliert?
Lage: Nur eine wirklich gute Lage stellt sicher, dass Ihre Immobilie im Wert steigt und jederzeit ohne größere Verluste verkäuflich ist. Haben Sie Ihr Wohnumfeld, die Verkehrsanbindung, die Lärmbelästigung und andere wertbildende Faktoren ausreichend geprüft?
Baugenehmigung: Bebauungspläne sehen viele Einschränkungen vor: Ist geklärt, dass Sie auf dem Grundstück auch wirklich genau die Immobilie bauen können, die Sie geplant haben?
Vertragsunterlagen: Wenn Sie eine Immobilie bauen lassen, treffen Sie auf Profis. Und nicht umsonst sind deshalb viele Bauverträge zu Ihrem Nachteil lückenhaft und bei den Beschreibungen vage. Haben Sie Ihren Vertrag von einem Experten prüfen lassen?
Qualität: Als Laie werden Sie selbst nur grobe Schnitzer und schwerste Mängel an einer Immobilie erkennen. Haben Sie einen Bausachverständigen – wie z. B. einen Architekten, der die Abnahme und Übergabe begleitet?
Immobilienpartner: Vor allem beim Bau einer Immobilie ist es wichtig, dass Sie einen seriösen und zuverlässigen Partner haben. Am besten verschaffen Sie sich auf den Baustellen des Unternehmens einen Eindruck. Haben Sie mit Bauherren und Käufern gesprochen und eine Referenzliste von Ihrem Immobilienpartner bekommen?
Preis: Wenn Sie endlich die Traumwohnung gefunden haben, setzt oft der Verstand aus und Käufer sind bereit, fast jeden Preis zu zahlen. Bleiben Sie aber ganz cool und vergleichen Sie! Haben Sie herausgefunden, ob der Preis wirklich angemessen ist?