Vermögensaufbau
Sparen – aber richtig!
Wenn Sie ein Vermögen aufbauen wollen und daran zu scheitern drohen, dann sollten Sie einmal Ihr Sparverhalten überprüfen. Denn wenn es mit dem Sparen nicht klappt, dann sind daran selten die fehlenden finanziellen Möglichkeiten Schuld. Manche Sparer beachten schlicht die Grundregeln nicht.
Ohne Zinseszins geht es nicht!
Der Zinseszins ist der Freund des Sparers – ohne ihn wird es deutlich schwieriger, ein Vermögen aufzubauen. Ein Beispiel: Sie sind heute 35 und wollen mit 65 ein Zusatzkapital von 100.000 Euro auf der hohen Kante haben, um sich daraus eine Rente zahlen zu können. Bei 4 % Zinsen und ohne steuerliche Abzüge müssen Sie 145 Euro monatlich beiseite legen, um in 30 Jahren das Geld anzusparen. Wenn Sie aber erst 10 Jahre später, mit 45 Jahren anfangen zu sparen, dann müssen Sie schon 275 Euro im Monat aufs Konto bringen. Und warten Sie bis zum 55. Geburtstag, dann sind es 680 Euro monatlich. Je früher Sie also anfangen, umso mehr wirkt sich die "Freundschaft" mit dem Zinseszins aus!
Immer wieder neu bringt nichts!
Aber auch Fonds können zu einem Geld-Grab für Sie werden. Denn dort kann im Durchschnitt – z. B. mit Aktienfonds – eine Rendite von 5 bis 8 % jährlich erzielt werden. Das Problem: Oft versuchen Banken uns immer wieder dazu zu bringen, die Fonds umzuschichten, also alte Fondsanteile zu verkaufen und neue zu kaufen. Die Begründung: Die alten bringen nicht mehr genug Rendite, die neuen werden sich besser entwickeln. Allerdings verdienen an diesem Hin und Her vor allem die Banken. Denn wenn Sie 8 % Rendite im Jahr erwirtschaften, gleichzeitig aber 1-mal jährlich den Fonds wechseln, dann werden Gebühren fällig, die bis zu 6 % betragen können. Unter dem Strich bleiben also gerade einmal 2 % Gewinn, der durch die Inflation so weit schrumpft, dass die tatsächliche Rendite auf Sparbuch-Niveau liegt.
Bleiben Sie am Ball!
Damit das Sparen erfolgreich ist, müssen Sie regelmäßig sparen. Am besten richten Sie für die Sparrate einen Dauerauftrag ein. Sonst müssen Sie sich jeden Monat aufs Neue aufraffen, um das Sparkonto zu füllen. Wenn das Geld automatisch fließt, wächst das Vermögen auch automatisch! Ein langer Atem ist vor allem bei börsenorientierten Anlagen wichtig: Fonds und Co. sind am erfolgreichsten, wenn sie lange gehalten werden. Das heißt aber nicht, dass Sie die Geldanlagen aus den Augen verlieren dürfen – in Verlustphasen kann ein vorübergehender Verkauf die richtige Lösung sein.
Setzen Sie nicht auf das falsche Pferd
Versicherungen, Versicherungen und immer wieder Versicherungen. Für die deutschen Sparer sind Kapitalversicherungen immer noch die Nummer 1 bei der langfristigen Geldanlage. Der Grund: Die Anlage in Versicherungsprodukte gilt als sichere Anlage. In Wirklichkeit aber ist es mit der Sicherheit nicht weit her. Ein Beispiel: Sie schließen als 40-Jähriger bei einer Versicherung eine Rentenpolice ab. Sie zahlen monatlich 200 Euro ein und erhalten an Ihrem 65. Geburtstag eine garantierte Kapitalabfindung von rund 83.000 Euro. Das sind auf den ersten Blick 2,5 % Zinsen. Aber die 83.000 Euro haben bei einer Geldentwertung von 1,5 % im Jahr nur noch eine Kaufkraft von 57.000 Euro. Halten Sie sich dieses Ergebnis genau vor Augen: Sie zahlen 25 Jahre lang jeden Monat 200 Euro ein, insgesamt also 60.000 Euro. Und bekommen dafür einen Gegenwert von 57.000 Euro! Sie sparen und sparen und sparen und machen 3.000 Euro Verlust! Wenn Sie in eine Rentenversicherung investieren wollen (und das kann durchaus sinnvoll sein), dann suchen Sie sich einen
leistungsstarken Anbieter, der aus Ihrem Geld etwas macht.
Gier ist nicht geil!
10, 15 oder 25 % Rendite im Jahr, jedes Jahr: Das wäre was, oder? Natürlich gibt es für Sparer Geldanlagen, die solche Renditeziele auf Dauer erreichen können. Aber diese Anlagen sind natürlich auch entsprechend riskant! Und deshalb rate ich Ihnen: Setzen Sie niemals mehr als 10 bis 15 % Ihres Geldes auf hoch spekulative Anlagen, die im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust führen könnten! Die Gier muss also weg, denn Gier nach hoher Rendite ist ein denkbar schlechter Ratgeber, er macht Sie blind für die einfachsten Geld-Regeln. So haben viele dieser "Super-Rendite-Angebote" eine extrem teure Gebührenstruktur – nicht selten wandern unverschämte 10 bis 20 % Ihres Geldes in die Taschen der Vertreter, Vermittler und Verkäufer. Und Gier blendet in den meisten Fällen auch das Risiko aus, das eigentlich ganz offen auf dem Tisch liegt. Sobald eine 2-stellige Jahresrendite im Spiel ist, sollten Sie sich immer Bedenkzeit ausbitten und das Angebot besonders kritisch prüfen oder prüfen lassen!
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