Umsteigen auf die Krisenwährung
Brauchen Sie jetzt Gold?
Anleger sind derzeit heiß auf Gold. Kein Wunder, gilt es doch als Krisenwährung und Anlage für schlechte Zeiten – und wann (wenn nicht jetzt) waren die Zeiten für Anleger schlechter, wo wir sogar darüber spekulieren, ob die europäische Währungszone auseinanderbricht und Staaten vor dem Bankrott stehen.
Aber ist Gold wirklich das Allheilmittel? Was Sie für Ihr Gold-Investment wissen müssen, erfahren Sie hier.
Gold als materielle Anlage
Wenn Sie eine Geldanlage zum Anfassen haben möchten, sollte physisches Gold als Barren oder Münzen auf dem Einkaufszettel stehen. Bei den Barren gibt es von 1 g bis 1.000 g die unterschiedlichsten Angebote. Vorsicht jedoch: Je kleiner die Barren werden, umso größer ist die Differenz zwischen dem Kaufpreis, den Sie bezahlen und dem Verkaufspreis, den Sie später wieder erhalten. Goldmünzen sind ebenfalls eine Alternative für Goldanleger. Am besten sind gängige Anlegermünzen, die in größerer Stückzahl produziert werden, wie etwa der Krügerrand aus Südafrika, die australische Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf aus Kanada oder China Panda. Diese Münzen sind in der Regel jederzeit gut handelbar.
Wie lagern?
Wollen Sie Barren oder Münzen kaufen, stehen Sie als nächstes vor der Frage, wo das Gold gelagert wird. Zu Hause ist das Gold wirklich nur in einem abschließbaren Tresor sicher – außerdem müssen Sie sich darum kümmern, dass ausreichender Versicherungsschutz besteht. Die Alternative ist die Verwahrung bei Banken: Die allerdings verursacht zum Teil erhebliche Kosten, sei es für Schließfächer oder aber für die Verwaltung auf Goldkonten. Ideal ist die Verwaltung mit dem Goldkonto der Sparkasse Pforzheim Calw – dort fallen keine laufenden Gebühren an, Sie müssen nur bei An- und Verkauf einen Aufschlag von 1 % einkalkulieren.
Risiken nicht vergessen
Bei aller Begeisterung, die derzeit für Gold als Geldanlage herrscht, dürfen Sie allerdings die Risiken nicht vergessen. So liegt der Preis für Gold derzeit eher am oberen Rand des Machbaren, zwar war der Peak mit mehr als 1.200 US-Dollar im letzten Winter erreicht, derzeit liegt der Preis jedoch nur knapp darunter. Mit anderen Worten: Wenn Sie jetzt einsteigen, ist das Verlustrisiko durch die hohen Preise sehr groß. Denken Sie zudem daran, dass der Goldpreis in Dollar festgestellt wird. Was in Euro übrig bleibt, hängt vom Wechselkurs ab – selbst ein steigender Goldpreis kann durch einen fallenden Dollar torpediert werden. Alles in allem ist eine Investition in physisches Gold eine Spekulation – eine gewagte dazu. Damit versteht es sich auch von selbst, dass Sie auf keinen Fall Ihr gesamtes Vermögen oder einen Großteil davon in Gold anlegen dürfen. Gold ist als Beimischung sinnvoll, als Basisinvestment jedoch komplett ungeeignet.
Alternative Goldaktien?
Immer wieder taucht im Umfeld der Gold-Diskussion die Frage auf, ob nicht „Gold-Aktien“ eine Alternative wären. Dahinter verbergen sich die Aktien von Goldminenbetreibern. Das Kalkül vieler Anleger: Wenn der Goldpreis steigt, müsste es den Minen doch klasse gehen – und die Aktienkurse entsprechend steigen. Tatsächlich aber werden auch Minenaktien durch ein schlechtes Börsenumfeld gedrückt – da kann der Goldpreis noch so lange steigen. Und der Goldpreis ist bei den Minen eben auch nur ein (wenn auch wichtiger) Erfolgsfaktor – der Aktienkurs aber ist Ausfluss des Unternehmenserfolges insgesamt. Und der kann auch bei einem hohen Goldpreis fehlen. Nicht jede Gold-Mine ist eben eine Gold-Grube! Das merken dann natürlich auch die Fonds und Zertifikate, die auf Goldminenaktien setzen.
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Die 4 Wege zum Gold
1. Goldbarren
Der Goldbarren ist für Sie der klassische Weg, er ist als Geldanlage sehr flexibel. Sie können ihn jederzeit bei vielen Banken verkaufen. Sie bekommen aber keine laufenden Erträge, eine Wertsteigerung ist nicht sicher und Sie müssen zusätzliche Kosten für die Lagerung und Verwaltung einkalkulieren.
2. Goldmünzen
Bei der Goldmünze gilt wie beim Barren: Sie ist flexibel, bietet aber keine laufenden Erträge, und die Aufbewahrung kostet.
3. Gold-Aktien
Sie können sich auch mit Minenaktien an Goldminen beteiligen, statt Münzen oder Barren zu kaufen. Die Aktien der Goldminen sind wie jede andere Aktienanlage auch spekulativ. Mit dem „sicheren Gold“ haben sie also wenig gemein. Dafür bekommen Sie allerdings eine Dividende. Sie profitieren daneben von steigenden Kursgewinnen. Auf der anderen Seite müssen Sie allerdings auch mit fallenden Kursen rechnen und im schlimmsten Fall sogar den Totalverlust Ihres angelegten Geldes einplanen.
4. Goldfonds
Wenn Sie Ihre Goldanlage breit streuen und nicht direkt in Aktien oder das Metall selbst investieren wollen, dann sind Goldfonds eine Alternative. Sie mischen die Aktien verschiedener Minen mit anderen Werten wie beispielsweise den Aktien Gold verarbeitender Unternehmen, um das Risiko gering zu halten. Goldfonds sind weniger spekulativ als Aktien – sie sind aber keinesfalls völlig risikolos. Bei den Fonds gilt deshalb: Mehr als 15 % sollten Sie in Ihrem Depot nicht ausmachen. Die Rendite kann zusätzlich geschmälert werden durch hohe Verwaltungskosten des Fonds und vor allem durch Ausgabeaufschläge.
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