Machen Sie es wie Warren Buffett!
5 Regeln des Börsen-Orakels
Warren Buffett genießt Kult-Status unter Geldanlegern auf der ganzen Welt: Seine Strategien, sein Know-How und auch seine Intuition haben die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway zu einem der erfolgreichsten Unternehmen weltweit gemacht, das Dutzende profitable Beteiligungen hält.
Grundlage für die Käufe oder Beteiligungen waren 5 Regeln, die Sie auch als Kleinaktionär beherzigen sollten – denn sie sind der Schlüssel zum Börsenerfolg. Hier verrate ich Ihnen, worauf es ankommt.
Einsicht hilft - Emotionen helfen nicht
Die 1. Buffet-Regel lautet: Verlassen Sie sich beim Investieren immer auf Ihr Wissen, und lassen Sie sich nicht von Emotionen leiten. Mit anderen Worten: Treffen Sie keine Bauch-Entscheidungen, wenn es um Ihre Geldanlage geht. Setzen Sie stattdessen auf die "nackten Fakten"! Bei Fonds und Zertifikaten ist die Website der herausgebenden Bank eine große Hilfe, denn dort findet sich umfangreiches Material. So können Sie sehen, welche Strategie der Fonds verfolgt, wie das Zertifikat funktioniert, und ob sie zu Ihren Vorstellungen passen. Und bei Aktien hilft immer ein Blick auf die Website des Unternehmens in den Bereich "Investor Relations". Dort können Sie viel über die Chancen und Pläne des Unternehmens lesen – und damit auch über die Chancen der Aktie.
Die Sache mit den Lemmingen
Ein weiterer Punkt, an dem Buffet gebetsmühlenartig festhält: Er empfiehlt, eine Aktie immer dann zu kaufen, wenn sich die breite Masse nicht dafür interessiert. Sein Credo: Man kann nicht etwas kaufen, was beliebt ist, und Erfolg damit haben, denn mit einer Mehrheitsmeinung verliert man an der Börse. Tatsächlich braucht man nur auf die goldenen Zeiten der Telekom zu schauen. Als die Hysterie um Telekom-Titel auf dem Höhepunkt war, und wirklich jeder Anleger die "Volks-Aktie" kaufen wollte, war mit dem Titel kein Geld mehr zu verdienen. Für Sie heißt das: Schauen Sie sich mal ein bisschen um bei der Geldanlage. Heute noch auf Solartitel zu setzen, ist leichtsinnig, denn die Aktien (und damit auch die Fonds und Zertifikate) sind sehr hoch und teilweise überbewertet – das große Geld haben die verdient, die den Trend rechtzeitig erkannt hatten. Ein solcher Trend der Zukunft lässt sich heute z.B. bei Unternehmen ausmachen, die im Bereich "Nachhaltigkeit" ihr Geschäftsfeld haben.
Der lange Atem
Ein weiterer Kernpunkt seiner Strategie ist der lange Atem, den Sie mitbringen sollten, denn nach Buffet sollte man eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, nicht einmal 10 Minuten behalten. Tatsächlich geht es dabei weniger um Geldanlagen, die Sie irgendwann natürlich auch wieder verkaufen möchten, um Gewinne zu realisieren. Hintergrund dieser Regel ist eher, dass ein Investment für Sie nur dann infrage kommen sollte, wenn Sie langfristig von dessen Perspektiven überzeugt sind. Wenn Sie nicht an ein Unternehmen glauben, dann hat die entsprechende Aktie in Ihrem Depot nichts verloren. Und wenn Sie von einer Branche oder Wirtschaftsregion nicht überzeugt sind, dann sollten Sie sich die entsprechenden Fonds oder Zertifikate nicht kaufen.
Harem oder nicht?
Ein weiteres Credo von Warren Buffett: "Konzentrieren Sie Ihre Investments, denn wenn Sie über einen Harem mit 40 Frauen verfügen, lernen Sie auch keine richtig kennen." Tatsache ist jedoch: Nur auf 1 oder 2 Titel zu setzen, ist gefährlich. Denn Irren ist menschlich, und wenn Sie sich bei diesen 1 oder 2 Investments irren, dann ist Ihr Geld vielleicht komplett verloren. Ideal ist dagegen der Arche-Noah-Ansatz von Waren Buffett: Ihr Depot soll niemals einem bunt gemischten (und vielleicht nicht einmal aufeinander abgestimmten) Zoo ähnlich sein, sondern aus Anlagen bestehen, die sich ergänzen und Ihr Risiko so gut wie möglich minimieren.
Ohne Verstehen geht es nicht
Entscheidend an der Buffett’schen Philosophie finde ich den Ansatz des "Verstehenmüssens": Dahinter steckt die Aufforderung, nur in Firmen, Fonds, Zertifikate und andere Wertpapiere zu investieren, wenn Sie das Investment auch wirklich verstehen. Das heißt bei Aktien: Was produziert die Firma? Womit verdient sie ihr Geld? Welche Chancen kann die Zukunft bringen? Bei Fonds und Zertifikaten kommt es darauf an, ob Sie lediglich in eine Wundertüte investieren und hoffen, dass am Ende ein Plus herausspringt, oder ob Sie detailliert wissen, auf was Sie sich einlassen. Denn nur, wenn keine Fragen offen bleiben, sind Sie überhaupt in der Lage, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen. Und ohne diese Beurteilung würde ein Investment kaum sinnvoll sein.