Erneuerbare Energien
Wie werden sich die Aktien entwickeln?
Die Aktien der Unternehmen, die sich mit der Erzeugung von Erneuerbaren Energien beschäftigen, haben schon viele Höhen und Tiefen gesehen – genauso wie die Unternehmen selbst. Zuletzt führten sie an der Börse ein Schattendasein, einigen von Ihnen drohte sogar die Insolvenz.
Die jüngste Katastrophe in Japan, insbesondere die Explosionen und die drohende Kernschmelze der Reaktorblöcke des Atomkraftwerkes in Fukushima löste nicht nur in Deutschland, sondern weltweit eine neue Debatte aus. Die Beurteilung dieser Aktien muss daher unter diesen Aspekten neu erfolgen.
Welche Unternehmen gehören in diese Branche?
Die Branche der Erneuerbaren Energien setzt sich aus drei großen Bereichen zusammen. Dies sind zum einen die Unternehmen, die sich mit der Photovoltaik beschäftigen. Hierzu gehören sowohl die Unternehmen, die die Sonnenkollektoren zusammenbauen, als auch Unternehmen, die die erforderlichen Wechselrichter herstellen, sowie die Unternehmen, die die notwendigen Maschinen für die Kollektorenherstellung planen und bauen. Die zweite große Gruppe der Unternehmen sind die Hersteller der Windkraftanlagen. Die Siemens AG ist zwar einer der größten Windkraftanlagenhersteller, die Schwerpunkte von Siemens sind jedoch andere Bereiche, so dass das Unternehmen nicht dieser Branche zuzuordnen ist. Der dritte Bereich sind die Unternehmen der Biogasbranche. Diese Unternehmen gewinnen aus biologischen Abfallprodukten Gas und speisen dies ins Erdgasnetz ein.
Die Unternehmen der Solarbranche
Hierzu gehören Unternehmen wie Solarworld AG, Solon AG, Q-Cells SE, Solar-Fabrik AG, Conergy AG, SMA Solar Technology AG, Roth & Rau AG oder Phoenix Solar AG. Alle Aktien dieser Unternehmen haben an der Börse eine Achterbahn hinter sich. Derzeit werden sie auf sehr niedrigem Niveau notiert, die Ursachen hierfür sind sinkende Subventionen sowie preisgünstigere Anbieter, insbesondere in Asien. Die extrem hohen Kurse stürzten ab und führten seitdem ein Schattendasein. Existenzielle Finanzprobleme gaben den Kursen den Rest. Die deutschen Unternehmen mussten einen Konsolidierungsprozess durchlaufen. Sie setzten auf Qualitätsprodukte und bauten Überkapazitäten ab, mittlerweile nähern sich diese Unternehmen wieder der Gewinnschwelle bzw. arbeiten wieder profitabel.
Unternehmen der Windkraftbranche
Hierzu gehören Firmen wie Nordex SE oder die Repower System AG, die einen ähnlichen Kursverlauf hinter sich haben wie die Unternehmen der Solarbranche, allerdings mit nicht so starken Ausschlägen. Windkraft ist bei der Erneuerbaren Energie die wichtigste Technologie. Als sehr zukunftsträchtig wird die Offshore Technik (Windräder im Meer) angesehen. Windräder an Land (Onshore) sind mittlerweile weit verbreitet.
Unternehmen der Biogasbranche
Bei Unternehmen wie der Envitec AG verlief der Kurs recht holprig, nach einem starken Aufschwung kam auch hier die Ernüchterung. Ebenfalls wurde die Einspeisevergütung gesenkt. Zudem kam die Debatte auf, dass hier hochwertige Nahrungsmittel wie Weizen oder Mais verschwendet würden, während große Teile der Erdbevölkerung hungern. Finanzprobleme belasteten auch hier die Unternehmen.
Mögliche Szenarien nach dem Atomreaktorunfall
Der Beschluss der Bundesregierung, alle Atomkraftwerke zu überprüfen, alte Atommeiler endgültig abzuschalten sowie die Laufzeitverlängerung vorübergehend auszusetzen, führt unmittelbar dazu, dass andere Energieträger den Ausfall kompensieren müssen. In diesem Fall wird der Erneuerbaren Energie wieder ein hoher Stellenwert zukommen. Der Ausbau dürfte forciert werden. Ebenfalls dürften viele Gelder in die Steigerung der Effektivität investiert werden. Dies hätte zur Folge, dass die Unternehmen deutliche Auftragszugänge zu verzeichnen hätten, was letztlich auch zu höheren Gewinnen führen würde, da die Preise für diese Produkte sich erhöhen. Ob dieser Effekt nur kurzfristige Auswirkungen haben wird, bleibt von der weiteren Vorgehensweise abhängig. Generell jedoch dürften die Aktien wieder verstärkt in den Mittelpunkt treten, was sich positiv auf die Kursentwicklung auswirken wird.
Das Fazit
Mein Rat ist, dass derjenige der hier bereits investiert hat, die Aktien weiterhin halten sollte. Wer jetzt erst investieren will, muss die Kursentwicklung genau verfolgen. Besser man beobachtet in den nächsten Tagen und Wochen die Aktienkurse sowie die politischen Maßnahmen. Denn von der zukünftigen Politik und dem Umgang mit den Atomkraftwerken in Deutschland dürfte die Kursentwicklung wesentlich abhängen.
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